Titel: Neue Regulatoren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1889, Band 272 (S. 337–353)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj272/ar272058

Neue Regulatoren.

(Patentklasse 60. Fortsetzung des Berichtes Bd. 270 S. 445.)

Mit Abbildungen auf Tafel 16 und 17.

Bei schwereren Regulatoren namentlich erweist sich die Benutzung einer Oelbremse als durchaus nothwendig, um das unangenehme Zucken und Pendeln der Regulatoren um eine mittlere Gleichgewichtsachse zu verhindern, welches sich als eine Folge des Rückdruckes von der Steuerung, zu geringer Schwungmassen in der Maschine oder zu groſser Massen im Regulator störend bemerkbar macht. Die Aufstellung und Einfügung einer solchen Bremse ist jedoch oft sehr umständlich, so daſs es als glücklicher Gedanke bemerkt werden kann, wenn Ingenieur Tyrrel der Firma Clayton and Shuttleworth in Lincoln einer Mittheilung im Engineering vom 28. December 1888 zu Folge die Oelbremse a in die Belastungsurne b des Regulators einschaltet. Fig. 1 Taf. 16 zeigt die allgemeine Anordnung des Regulators mit der Bremse; der Regulator selbst bietet keine weiteren hervorragenden Eigenthümlichkeiten.

Entgegen der üblichen Anordnung wird bei dem in Fig. 2 Taf. 16 dargestellten Regulator von J. Wild and Comp. in Chadderton, Oldham (Engineer, 1888 * S. 137), die in eine Schraube auslaufende Spindel des Regulirventils von einem oberhalb der Pendelgelenkpunkte angebrachten Schraubenmechanismus bethätigt, dessen allgemeine Einrichtung durch die Zeichnung klar wird. Die Stelle des Hülsengewichtes vertritt hier eine Feder, durch deren Anwendung bekanntlich der Regulator für verschieden groſse Umlaufszahlen eingestellt werden kann. Letzteren entsprechend kann auch die Ventilspindel selbst auf und nieder geschraubt Werden, um den Durchlaſs zu vergröſsern oder zu verkleinern, bezieh. kann auch das Ventil durch Bewegung seiner Spindel geschlossen werden.

Eine eigenartige Vereinigung der Ventildurchlässe mit dem Regulirkörper zeigt die Anordnung von G. Goepel in Merseburg (* D. R. P. Nr. 42713 vom 3. Juli 1887) (Fig. 3 Taf. 16).

Der Regulator besteht aus zwei in einander geschobenen und mit Sehlitzen für den Dampf-Ein- und -Austritt versehenen Spindeln a und b. Die dritte Spindel c, welche mit der zweiten b durch Stiftschrauben verbunden ist, hat den Zweck, ein seitliches Verschieben der Spindel b zu verhindern. An der äuſseren Spindel c sind noch Arme angegossen, zwischen welchen das Schwunggewicht mit dem Zahnsegmente e gelagert ist. Die innere Spindel hat Verzahnungen, welche in das Zahnsegment e eingreifen.

Der Dampf tritt durch die Oeffnung f in das Regulatorgehäuse, geht durch die Schlitze 1, 2 und 3 in die Spindel a; aus derselben entweicht der Dampf wieder durch die Schlitze 4 und 5 in die Aussparung 6 und strömt durch die Kanäle k und k1 der Maschine zu.

Bekommt nun der Regulator eine gröſsere Geschwindigkeit, so |338| werden die Schwunggewichte durch die Centrifugalkraft aus einander fliegen. Die innere Spindel a wird durch die Zahnsegmente e und e1 nach links geschoben, wodurch die Austrittskanäle geschlossen werden lind der Dampf von der Maschine abgesperrt wird.

Hat die Maschine ihren normalen Gang wieder erreicht, so kommen die Schwunggewichte und die Spindel a auf ihre ursprüngliche Lage wieder zurück und werden dadurch die Austrittskanäle wieder ganz geöffnet. Als Gegendruck dient die Spiralfeder m. Durch die Druckschraube t kann man die Feder mehr oder weniger spannen, wodurch die Hülse a im Verschieben nach links einen gröſseren oder kleineren Widerstand entgegengesetzt bekommt, so daſs dadurch die Umlaufszahl von auſsen beliebig gestellt werden kann.

Bei den Drosselapparaten entspricht die ganze Bewegung des Regulators stets der ganzen Bewegung des Ventils. In Folge dessen arbeiten die Regulatoren bei schwach belasteten Maschinen, sowie bei im Verhältnisse zum Dampfverbrauche sehr groſsen Einströmungskanälen fast nur in der obersten Stellung und sperren den Dampf fast ganz ab. Bei der dann unvermeidlich eintretenden wesentlichen Verlangsamung des Ganges der Maschine fallen die Regulatoren in die untere Stellung und geben wieder plötzlich ein zu groſses Quantum Dampf. Der Zweck des in Fig. 4 dargestellten Apparates von H. Hartung in Quedlinburg (* D. R. P. Nr. 41230 vom 30. April 1887) ist nun der, die Stellung bezieh. Bewegung des Ventils so zu regeln, daſs der Regulator das Ventil stets von seiner mittleren Stellung aus öffnet oder schlieſst und somit im Stande ist, der Maschine den Dampf stets mit der gröſsten Gleichmäſsigkeit und genau nach Bedarf zuzuführen.

Der Muff M des Regulators bewegt mittels des Hebels H und der Stange Z und des Hebels H1 das Ventil V. Der Hebel H1 ist mit einer eigenthümlich geformten Gleitbahn versehen, auf welcher sich mittels der Schraube S der mit der Stange Z verbundene Gleitklotz G verschieben läſst. Verstellt man mit der Schraube S den Gleitklotz G z.B. nach rechts, so wird das Hebelverhältniſs zwischen dem Hube des Regulators und dem Ventil derart verändert, daſs letzteres einen kürzeren Weg zurücklegt; durch die Form der Gleitbahn wird aber auch das Ventil um ebenso viel heruntergesenkt, als die Verkürzung des Weges beträgt. Es kommt also immer der ganze Muffenhub des Regulators zur Ausnutzung und die Endstellungen des Ventils entsprechen denen des Regulators. Die Gleitbahn kann auch am oberen Hebel angebracht werden.

Ueber den in D. p. J., 1886 261 * 150, beschriebenen Klein'schen Frictions-Centrifugal-Regulator werden im Praktischen Maschinen-Constructeur, 1889 * S. 100, folgende theoretischen Erwägungen veröffentlicht:

Während bei Regulatoren anderer Systeme der Unterschied (P – P1) der Centrifugalkraft, multiplicirt mit dem nutzbaren radialen Ausschlage |339| der Schwunggewichte (RR1), ein Maximum an Arbeit liefert, welches unter allen Umständen zur Ausführung der ganzen Bewegung des Drosselventiles u.s.w. von einer Stellung bis zur anderen ausreichen muſs, ist bei dem von Eugen Klein in Tilsit hergestellten Centrifugal-Frictions-Regulator kein mit der Arbeitskraft zu multiplicirender Ausschlag der Schwunggewichte vorhanden. Seine Arbeit ist nach den Angaben des Erfinders nur das Product folgender Factoren:

(PP1); Differenz der Centrifugalkraft,

; Hebelverhältniſs in den Federn der Schwunggewichte,

φ = 0,25 bis 0,4; Reibungscoefficient,

l =2000 bis 4000; Weg in Millimeter der reibenden Fläche des Frictionsrädchens in einer Secunde,

t = 10 bis 15 Secunden und mehr; die Zeit, welche man, unbeschadet des regelmäſsigen Ganges der Maschine, dem Regulator zur Verrichtung der ganzen Arbeit von einer extremen Stellung des Drosselventiles bis zur anderen geben kann.

Die Gröſse dieses zuletzt erwähnten Factors t richtet sich nach den Anforderungen, welche man wegen der auf die Maschine zurückwirkenden Arbeitsveränderungen an den Regulator stellen muſs.

Es erfordert eine Maschine mit leichtem Schwungrade und plötzlichen gröſseren Arbeitsänderungen einen kleineren Factor t als eine solche mit gröſserer Schwungmasse und weniger plötzlichen Arbeitsänderungen. Die Schnelligkeit der Ventilbewegung muſs möglichst gleich derjenigen sein, mit welcher sich die Arbeitsänderung von den Arbeitsmaschinen auf die Dampfmaschine überträgt. Aus praktischen Versuchen ist man zu dem Ergebnisse gelangt, daſs bei diesem Regulator 10 bis 15 Secunden = t für allgemein gebräuchliche Verhältnisse genügen werden. Der Erfinder stellte die Arbeitsleistung seines Regulators derjenigen irgend eines anderen Centrifugalregulators mit demselben (PP1) gegenüber und lieſs dabei den für den Frictionsregulator günstigen Umstand unberücksichtigt, daſs die Leistung eines gewöhnlichen Regulators in den verschiedenen Stellungen verschieden ist. Hierbei gelangte er für den Frictionsregulator zu dem Ergebnisse:

bis ,

während sich für einen Regulator eines anderen Systemes ergab:

.

Klein gibt folgende Berechnung für die Empfindlichkeit des Regulators.

|340|

Es sei:

Q = das Gesammtgewicht der Schwungmasse = 14k,4,

R = der Abstand der Schwerpunkte von der Achse = 0mt,0525

n = die Umlaufszahl in der Secunde = 6 und

v = die Geschwindigkeit des Schwerpunktes in Meter in der Secunde,

so wird die Centrifugalkraft, welche durch die Spannung der vier Tragfedern xx balancirt wird,

Nimmt man die Normalgeschwindigkeit der Maschine zu n Umgängen an, so wird die Centrifugalkraft bei n1 Umgängen in der Zeiteinheit um zunehmen (bezieh. abnehmen) und dieser Druckunterschied sich durch die Hilfsfedern als Seitenschub auf die Achse übertragen, und zwar mit einem Hebelverhältnisse, resultirend aus der gekrümmten Form der Federn (200mm Länge und 18mm Ausladung) von annähernd 1 : 2,4, so daſs der Seitenschub der Achse werden wird

Um die Schieberstange während des Ganges der Maschine zu drehen waren nach Versuchen, die an einer Maschine von 60 angestellt wurden, weniger als 5k erforderlich, welche auf die Verzahnung des Rades wirksam waren. Das Geschwindigkeitsverhältniſs dieser Verzahnung und der Peripherie des Frictionsrädchens ergibt eine Uebersetzung von 1 : 293. Die Reibung muſs daher werden rund 0,017k. Der Seitendruck wird bei einem Reibungscoefficienten von 0,25:

Der Regulator tritt hiernach in Wirksamkeit, sobald der Seitendruck wird

Aus dieser Gleichung ergibt sich

als Maſsstab für die Empfindlichkeit des Regulators.

Die in Fig. 5 dargestellte Vorrichtung von B. Schäffer und Comp. in Hamburg (* D. R. P. Nr. 39712 vom 28. December 1886) bezweckt bei im Gange befindlichen Regulatoren das Gewicht des sich dem Ausschlage der Schwungkugeln widersetzenden Körpers direkt zu verringern |341| oder zu vergröſsern, je nachdem ein gröſserer oder geringerer Grad von Astasie erforderlich wird. Man hat allerdings schon durch Anwendung einer Oelpumpe, eines Kataraktes u.s.w. Widerstände in den Gang des Regulators eingeschaltet; dazu war aber die Benutzung von Zwischenmechanismen, Hebel u.s.w. erforderlich, durch welche der gleichmäſsige Gang der Maschine wesentlich beeinträchtigt wurde, was sich besonders bei Dynamomaschinen unangenehm bemerkbar machte. Die angegebene Vorrichtung belastet oder entlastet direkt das auf der Regulatorwelle befindliche Belastungsgewicht durch Anordnung eines concentrisch um die Regulatorwelle gelegten Behälters a, welches wohl in lothrechter Richtung der Bewegung des Gewichtes b folgt, aber an dessen Umdrehung nicht theilnimmt. Dieser Behälter a steht durch einen Schlauch u.s.w. mit einem zweiten Behälter d in Verbindung, dessen Höhenlage durch entsprechendes Drehen der Schraubenspindel e beliebig verändert werden kann. Beide Behälter sind von gleicher Fassungsgröſse und mit Quecksilber oder einer anderen Flüssigkeit von groſsem specifischen Gewichte in der Mittelstellung des Regulators zum Theil gefüllt. Stellt man nun Behälter d höher als a, so wird ein entsprechender Theil der im ersteren befindlichen Flüssigkeit nach dem Gesetze von den communicirenden Röhren in Behälter a laufen und dadurch das Gewicht b entsprechend belasten, während beim Senken des Behälters d die umgekehrte Wirkung stattfindet.

Mittels eines Zeigers an der Stange f kann man die Stellung des Behälters a übersichtlich andeuten.

Es ist durch die Praxis erwiesen, daſs man den Gang von Motoren nicht mit astatischen Tachometern reguliren kann, vielmehr gezwungen ist, den letzteren einen je nach Umständen mehr oder weniger groſsen Ungleichförmigkeitsgrad zu geben. Die Folge davon ist, daſs bei so regulirten Motoren die Geschwindigkeit mit abnehmender Leistung wächst. Man kann die gesteigerte Geschwindigkeit wieder auf das normale Maſs bringen, indem man das Belastungsgewicht um ein bestimmtes Maſs verringert; das Tachometer rotirt dann in der höheren Lage mit derselben Geschwindigkeit, mit welcher es vorher in der tieferen Lage gearbeitet hatte. Man kann also beim steigenden Tachometer durch Ent- und beim sinkenden durch Belastung des Gewichtes die normale Umlaufszahl wieder herstellen. Diese Ent- bezieh. Belastung darf aber nicht gleichzeitig mit der Auf- bezieh. Abwärtsbewegung des Tachometers stattfinden, weil dann der für ein gutes Functioniren des Regulators nothwendige Ungleichförmigkeitsgrad verloren geht; dieselbe darf vielmehr erst dann stattfinden, wenn eine Veränderung in der Höhenstellung des Tachometers schon stattgefunden hat.

Um diesen Zweck im Gegensatze zu vorbesprochener Anordnung selbsthätig zu erreichen, wird von F. Knüttel und der Berliner Actiengesellschaft für Eisengieſserei und Maschinenfabrikation in Charlottenburg |342| (* D. R. P. Nr. 45706 vom 16. Mai 1888) die in Fig. 6 abgebildete Vorrichtung in Vorschlag gebracht.

Zwei Gefäſse a sind unten mit einander verbunden und bis zu einer gewissen Höhe mit einer Flüssigkeit, z.B. Quecksilber, gefüllt. Diese communicirende Röhre wird an einem wagerechten, vom Tachometer bewegten Hebel befestigt, so daſs sie die Schwingungen des Hebels mitmacht. Nach dem Heben der Schwungkugeln wird das Gewicht G ent-, dagegen nach dem Sinken derselben belastet. Durch Veränderung des Verbindungsquerschnittes bei x wird der Ausgleich früher oder später eintreten, und mit der Veränderung der Entfernung y oder des Querschnittes der Flüssigkeitsgefäſse aa ändert sich auch der Grad der Be- bezieh. Entlastung des Gewichtes G.

Es sei die Entfernung des Punktes D, um welchen sich der Apparat mit den Gefäſsen aa dreht, vom Tachometermittel = A, die Entfernung der Gefäſse aa vom Drehpunkte D sei B bezieh. C, so ist die Belastung des Gewichtes G durch die in dem rechtsseitigen Gefäſse a befindliche Flüssigkeit, wenn das Gewicht der letzteren E ist, und die Entlastung des Gewichtes G durch die in dem linksseitigen Gefäſse a befindliche Flüssigkeit, wenn das Gewicht der letzteren E1 ist, . Die Differenz beider gibt eine wirksame Belastung des Gewichtes G von bei einer bestimmten Höhenstellung der Schwungkugeln. Heben sich die Schwungkugeln, so flieſst ein Theil der Flüssigkeit im Gewichte von e von rechts nach links, E wird also um e kleiner und E1 gröſser, und die resultirende Belastung des Gewichtes ist jetzt

also um kleiner. Sinken die Schwungkugeln, so tritt das Entgegengesetzte ein und die Belastung des Gewichtes G wird

also um gröſser. In der Mittelstellung des Gewichtes G enthalten beide Gefäſse aa ein gleich groſses Gewicht E2 an Flüssigkeit, es wird also

Verändert man nun die Entfernung y so, daſs B – C gröſser wird, so steigt auch die Belastung des Gewichtes G, und umgekehrt, wenn BC kleiner wird. Die zusätzliche Belastung des Gewichtes G nach stattgefundenem |343| Heben desselben wird aber auch kleiner und nach dem Senken gröſser, weil in Folge der vergröſserten Entfernung y bei gleicher Neigung der Gefäſse a gegen die Wagerechte mehr Flüssigkeit von der einen nach der anderen Seite flieſst. Die Differenz E – E1 wird also gröſser und dadurch die Ent- bezieh. Belastung des Gewichtes G bei demselben Hube nach oben bezieh. unten ebenfalls gröſser.

Denselben Effect wie die Vergröſserung bezieh. Verkleinerung der Entfernung y hat eine Vergröſserung bezieh. Verkleinerung des Wagerechtquerschnittes der Flüssigkeitsgefäſse a, da auch hierbei ein mehr oder weniger groſses Gewicht an Flüssigkeit von der einen zur anderen Seite flieſst. Je gröſser der Ungleichförmigkeitsgrad eines Tachometers ist, desto gröſser muſs die Ent- bezieh. Belastung des Gewichtes G für eine höhere bezieh. tiefere Stellung des Tachometers sein, um eine Ausgleichung der Geschwindigkeitsdifferenz herbeizuführen.

Um also einen Apparat für ein Tachometer mit bestimmtem Ungleichförmigkeitsgrad einzustellen, ist es nöthig, die Entfernung y oder den Querschnitt der Gefäſse a oder beides zu reguliren.

Ein Widerstandsregulator mit Windflügeln nach der Construction von J. Meyer-Fröhlich in Basel (* D. R. P. Nr. 46118 vom 23. Mai 1888) ist in Fig. 7 dargestellt.

Die treibende Welle A übt mittels des Rades B auf das Rad D eine Kraft aus, und wenn die Achse von D fest und unverschiebbar gedacht wird, so übt D dieselbe Kraft auf E aus. Ist nun Beharrung im Bewegungszustande eingetreten, so ist stets die treibende Kraft P gleich dem Widerstände P1 ; und zwar ist dies an allen Stellen des Mechanismus der Fall.

Nun ist aber die Achse von D nicht fest gelagert, sondern in einer um die Welle A beweglichen Riemenscheibe C befindlich, kann also keinen Widerstand bieten, wenn nicht derselbe künstlich hervorgerufen wird. Dies geschieht, indem um die Scheibe C ein Riemen II gelegt wird, der ein Gewicht III trägt und auf diese Weise den erforderlichen Widerstand leistet. Der Widerstand P1 rührt von dem Widerstände der Luft gegen die Flügelbewegung IV und V her und ist je nach der Umlaufszahl der Windflügel welle, mit welcher der Luftwiderstand wächst, verschieden.

Wird nun eine Arbeitsmaschine, z.B. eine Drehbank, Hobelmaschine u.s.w., ausgerückt, so überwiegt sofort die Cylinderkraft der Maschine die Gesammtwiderstände um das Maſs, welches die ausgerückte Maschine beansprucht hatte, und verursacht eine Beschleunigung der Welle A und dadurch eine Vermehrung des Druckes von Seiten des Rades B auf Rad D. Wenn die Räder ED und B gleiche Touren machen und das Gewicht so durch die Drucke rechts und links ausgeglichen wird, daſs die Riemenscheibe C auf einem Flecke stillsteht, so kann man sich diesen Zustand des Gleichgewichtes, bei welchem |344| also die in B eingeleitete Kraft P gleich ist der durch den Luftwiderstand der Windflügel bedingten Kraft P1, und bei welchem die Kraft der Dampfmaschine genau gleich ist den Arbeitswiderständen, auch so denken, als ob überhaupt alles stillsteht. Die bei einer Beschleunigung der Maschine eintretende Beschleunigung von B würde dann gleichbedeutend sein mit einer kleinen Bewegung aus der Ruhe heraus.

Durch diese kleine Bewegung wird D mitbewegt werden und durch D auch E. Nun läſst sich E aber nicht plötzlich aus seinem Beharrungszustande herausbringen, dazu bedarf es einer gewissen Zeit. Diese kurze Zeit ist aber gerade ausreichend, daſs B das Rad D für sich allein etwas dreht, dadurch die Riemenscheibe C mitbewegt und das Gewicht III etwas hebt bezieh. aufzieht. Durch die Bewegung der Riemenscheibe C wird mittels des an ihr befestigten Zahnkranzes M die Zahnstange N verschoben und damit das Dampfventil etwas geschlossen. Mittlerweile ist nun E aus seinem Beharrungszustande herausgekommen und bewegt sich jetzt. Durch Drosselung des Dampfventiles wird aber der Gang der Maschine wieder verlangsamt und die Bewegung von B hört auf, d.h. nicht in Wirklichkeit, sondern B kehrt nur in den Zustand des Gleichgewichtes zurück. E aber ist noch immer in Bewegung und dreht nun seinerseits D in umgekehrtem Sinne in die alte Lage zurück, wo nun wieder vollständige Ruhe, d.h. Gleichgewicht herrscht, bis wieder ein neuer Anstoſs bei vermehrter Geschwindigkeit der Dampfmaschine von B erfolgt.

Wird dagegen eine Arbeitsmaschine eingerückt, so tritt der umgekehrte Fall ein. Der Gang der Dampfmaschine verlangsamt sich, das Rad D und mit ihm die Riemenscheibe C wird in entgegengesetzter Richtung gedreht, das Gewicht III gesenkt, die Zahnstange N umgekehrt verschoben, d.h. das Dampfventil mehr geöffnet.

Ein von R. Latowski in München (* D. R. P. Nr. 41226 vom 26. Februar 1887) angegebener Widerstandsregulator ist in Fig. 8 dargestellt. Derselbe besteht im Wesentlichen aus einer Pumpe a, deren Antrieb (in der Richtung des Pfeiles) von der Welle ausgeht, deren Geschwindigkeit zu reguliren ist und welche eine beliebige Flüssigkeit entweder in einen Behälter f, aus welchem die Pumpe dieselbe wieder entnimmt, oder mittels eines geschlossenen erweiterten Rohres unmittelbar wieder zur Pumpe zurück desto reichlicher fördert, je schneller jene Welle läuft. Es ist nun einerseits die Weite der Durchfluſsöffnung e mittels eines Regulirorganes, einer Klappe oder eines Ventiles d, regulirbar, andererseits befindet sich an einer Durchfluſsstelle b ein belastetes Widerstandsorgan, ein Kolben oder Ventil c, welches mittels einer Stange h mit dem Regulator verbunden ist. Durch das Regulirorgan d wird die Durchfluſsöffnung derart bemessen, daſs für den Durchlauf der von der Pumpe geförderten Flüssigkeit bei einer bestimmten Geschwindigkeit jener Welle ein gewisser Widerstand sich geltend macht, welcher |345| gleich dem dem Organe c gegebenen Widerstände ist. Bei Vermehrung der Geschwindigkeit bezieh. der durchlaufenden Flüssigkeitsmenge wächst der Widerstand, welcher an dem Organe c zur Aeuſserung gelangt und dieses so weit zum Ausweichen bringt, bis bei dem Geschwindigkeitsregulator das Bewegungsmittel so weit abgestellt bezieh. der Zutritt desselben vermindert ist, daſs die Geschwindigkeit jener Welle bezieh. die Menge der von der Pumpe geförderten Flüssigkeit wieder nachgelassen hat. Auf diese Weise kann, jeder gewissen Einstellung des Regulirorganes d entsprechend, für jeden Geschwindigkeitsgrad jener Welle ein genau begrenztes Ausweichen des Organes c stattfinden, wodurch die jeweilige richtige Einstellung des Einlaſsorganes für das Bewegungsmittel für eine mittlere bezieh. beabsichtigte Geschwindigkeit jener Welle erreicht ist.

Zur Regulirung von Seedampfschiffsmaschinen wenden P. W. Sothmann und C. O. H. Kroll in Glückstadt, Holstein (* D. R. P. Nr. 45582 vom 2. Februar 1888) den elektrischen Strom an. Eine Plattenfeder steht unmittelbar mit dem Fahrwasser in Berührung, so daſs sie von dem beim Stampfen und Schlingern des Schiffes sich ändernden Wasserdrucke mehr oder weniger durchgebogen wird und dabei mehr oder weniger Contacte schlieſst, welche eine gröſsere oder geringere Anzahl von Elektromagneten zum Schlieſsen der Drosselklappe in Thätigkeit setzen.

Indirekt wirkende Regulatoren. Bei der an die Dampf- und Spinnerei-Maschinenfabrik und M. E. König in Chemnitz (* D. R. P. Nr. 40000 vom 19. Januar 1887) patentirten Construction erfolgt der Antrieb des Regulators gemäſs der Abbildung Fig. 9 durch die Kegelräder x1 x2 Der Regulator bringt je nach dem Höhenstande der Manschette den Doppelkegel a mittels der Stange r und des Hebels z mit einem der beiden Räder x2 oder x3 des Wendegetriebes in Eingriff. Da der Doppelkegel a auf der Spindel drehbar ist, nimmt er den Drehsinn des mit ihm jeweilig in Eingriff stehenden Rades an und bewirkt dadurch, weil ersterer wieder durch die Klauen b und d mit der Hülse c beständig verbunden ist, eine Rechts- oder Linksdrehung der letzteren, welche ihrerseits vermöge des an ihrem oberen Ende befindlichen Gewindes die Drehbewegung in eine Auf- und Abwärtsbewegung der Mutter e umsetzt. Diese Bewegung wird vermöge des mit der Mutter verbundenen, um f schwingenden Hebels g auf das Regulirorgan übertragen.

Bei der in Fig. 10 dargestellten Construction von J. Béché jr. in Hückeswagen (* D. R. P. Nr. 40294 vom 22. Februar 1887) ist auf der Antriebswelle b das Kegelrad c befestigt; in dieses greifen die beiden Räder d und e ein, welche sich lose auf der Welle a des Regulirgestänges aa1 bewegen. Je nachdem die auf der letztgenannten Welle a befestigte Reibungskuppelung f in das Rad d oder e eingreift, wird der Welle a eine Rechts- oder Linksdrehung ertheilt. Das Rad d ist mit |346| der Regulatorspindel i befestigt, welche den Regulator in Drehung versetzt. Das aus zwei Theilen bestehende Regulirgestänge aa1 ist durch ein Gewinde h lose verschraubt, und verhindert der angebrachte Bügel n eine Drehung des oberen Theiles a1. Kommt die Reibungskuppelung f in Eingriff mit dem Rade e oder d, so wird durch das Gewinde h das Regulirgestänge verlängert bezieh. verkürzt. So entspricht jede Kugelstellung des Regulators einer bestimmten Drehung, welche durch das conische Getriebe m und k auf die Regulirwelle übertragen wird.

Bei der durch R. Wilby in Britannia Terrace in England (* D. R. P. Nr. 42212 vom 5. August 1887), angegebenen indirekten Uebertragung (Fig. 11 und 12) bewirken zwei durch einen bewegten Theil der Maschine zu treibende Schaltklinken, je nach Geschwindigkeits-Zu- oder -Abnahme, unter Regulatoreinwirkung in bekannter Weise ein Verlängern bezieh. Verkürzen der Verbindung zwischen dem Tachometer und dem Regulirungsorgane. Dieses kann eine Drosselklappe oder ein Expansionsschieber bezieh. Ventil sein. In vorliegendem Falle wirkt der Regulator aber nicht direkt auf die beiden Schaltklinken, vielmehr unter Vermittelung eines Hebelwerkes, so daſs schon bei geringem Steigen des Regulators diejenige Klinke an ihrem Schaltrade thätig wird, die ein Verlängern jener Verbindung bewirkt, bei geringem Fallen dagegen die andere, ein Verkürzen der Verbindung herbeiführende Klinke. Die Klinken erhalten ihren Antrieb mittels eines Rahmens, der durch einen bewegten Theil der Maschine in Schwingung versetzt wird. Ein Schneckenradgetriebe ist überdies mit der Achse der beiden Schalträder zu dem Zwecke in Verbindung, die auf Oeffnen des Regulirorganes wirkende Klinke auszuheben, sobald das Oeffnen weit genug erfolgt ist.

Der um Welle 6 schwingende Rahmen 10 erhält von der Maschine eine hin und her schwingende Bewegung und trägt mittels Bolzens 11 die Schaltklinken 12 und 13, welche bei normaler Geschwindigkeit der Maschine mit ihren Schalträdern 8 und 9 nicht zum Eingriffe gelangen, weil dazu das Maſs der Schwingung des Rahmens 10 nicht ausreicht. Die mit der Drosselklappe oder dem Expansionsschieber oder Ventil in Verbindung stehende, mit dem Regulator verbundene Stange 1, um deren Verlängerung und Verkürzung es sich handelt, ist in bekannter Weise aus zwei Theilen hergestellt. Dieselben sind durch eine Mutter 2 mit Rechts- und Linksgewinde, die ein langgezahntes Stirnrad 3 trägt, verbunden. Die Zähne des letzteren stehen im Eingriffe mit einem Kronrade 4, das auf der Welle 6 der beiden Schalträder 8 und 9 festsitzt. Letzteres ist im Lager 7 gelagert und dient zugleich dem schwingenden Rahmen als Drehachse. Zur Führung der Mutter 2 dient ein mit Lager 7 verbundener Halter 5. Die untere Schaltklinke 12 wird durch ein Gegengewicht oder Feder eingerückt, wenn die Einstellung der Stange 1 dies gestattet. Die obere Klinke wird für diesen Fall durch ihr Eigengewicht eingerückt. Zum abwechselnden Ein- und |347| Ausrücken der Klinken dient der Ausrücker 15. Derselbe sitzt stellbar auf dem die Klinken tragenden Bolzen 11 und faſst mit seitlichen Zapfen zwischen beide Klinken durch. Andererseits sitzt stellbar auf dem Bolzen 11 der Arm 16. Derselbe erhält durch den bei 18 am Rahmen 10 drehbaren zweiarmigen Hebel 17 eine Drehung, wenn der Gang der Maschine die Thätigkeit der einen oder anderen Klinke erfordert. Durch die mittels des Hebels 17 bewirkte Uebersetzung erfolgt diese Thätigkeit der Klinken schon bei der geringsten Verschiebung des Regulatorstellzeuges. Auf den Endzapfen 19 des Hebels 17 legt sich das gekrümmte Ende des Armes 21, der am Halter 20 des Lagers 7 drehbar ist und vom Anschlage 24 der durch Arm 26 mit Stange 1 verbundenen Stange 22 beeinfluſst wird. Die zwischen den Theilen 24 und 26 eingeschaltete, die Stange 22 umgebende Feder 27 soll das unbehinderte Einstellen des Regulators ermöglichen. Unten ist die Stange 22 noch in besonderem Halter geführt.

Beim Anlassen der Maschine stellt man den Arm 26 so ein, daſs Anschlag 24 den Arm 21 so weit niedergedrückt hält, daſs beim Auf- und Abschwingen des Rahmens 10 weder die eine, noch die andere Klinke ihr Schaltrad drehen kann. Dies dauert dann so lange, bis die Maschine mit normaler Geschwindigkeit läuft. Wird aber dann die Geschwindigkeit zu gering, so fällt der Regulator, Stange 1 geht hoch und dadurch erhält die obere Klinke 13 Eingriff. Diese dreht dann das Kronrad 4 und die Mutter 2 nach einer solchen Richtung, daſs eine Verkürzung der Stange 1 eintritt. Dadurch wird dann die Drosselklappe mehr geöffnet bezieh. gröſsere Füllung gegeben, bis unter Steigen des Regulators und Sinken der Stange 1 der Normalzustand wieder erreicht ist. Wird dagegen die Geschwindigkeit zu groſs, so steigt der Regulator und die Stange 1 senkt sich. Dadurch erhält die untere Klinke 12 Eingriff, und zwar durch die Wirkung des Gegengewichtes 14 unter Aushebung der Klinke 13 durch den Ausrücker 15. In Folge dessen wird Stange 1 verlängert und die Drosselklappe mehr geschlossen bezieh. kleinere Füllung gegeben, bis der Normalgang wieder vorhanden ist.

Bei eintretendem Geschwindigkeitswechsel greift der Regulator mit seiner direkten Uebertragung gleichsam mit einem Sprunge in die Dampfzuströmung ein, und dann erfolgt mittels der indirekten Uebertragung schrittweise die Adjustirung der Länge der Stange 1, dem veränderten Kraftbedarfe entsprechend.

Zum Ausheben der auf Oeffnen des Regulirungsorganes wirkenden Klinke 13 ist ein Ausrückarm 30 auf einer das Schneckenrad 28 tragenden Achse so eingestellt, daſs die Mutter 2 nicht ganz bis an das Ende des Gewindes auf Stange 1 vorgeschraubt werden kann.

Der Zweck der auf Stange 22 angeordneten Feder 27 besteht darin, ein freies Einstellen des Regulators zu ermöglichen. Wird durch diesen |348| die Stange 1 z.B. mehr abwärts bewegt, als die Stange 22 mitfolgen kann, so wird durch Halter 26 die Feder 27 einfach zusammengedrückt. Nach einer Abänderung dieser Construction (* Zusatz D. R. P. Nr. 46051 vom 1. August 1888) wird die durch das Schaltwerk einstellbare Stange durch eine gewöhnliche Regulatorstange ersetzt.

Der Regulator von P. Haenlein in Frauenfeld, Schweiz (* D. R. P. Nr. 45303 vom 24. März 1888) ist für Dampf- und Wassermotoren bestimmt (Fig. 13 und 14 Taf. 17).

Der Verstellapparat besteht aus dem Steuercylinder 1, dem Verstellcylinder 3, sowie dem Regulator 2. Der Regulator wird mittels Riemenscheiben und Riemen von der Haupttransmissionswelle in Bewegung gesetzt; weicht nun die Geschwindigkeit der Kraftmaschine von der normalen ab, so beginnen die Regulatorkugeln zu spielen, und die Stange 8 des kleinen Schiebers 16 wird entsprechend nach rechts oder links bewegt, in Folge dessen auch der kleine Kolben 15, der bei normaler Geschwindigkeit in der Mitte des Cylinders steht. Der Verstellcylinder 3, von welchem die Bewegung des Schützen oder der Regulirklappen ausgeht, ist in seiner Construction gleich einem Dampfcylinder, versehen mit Kanälen und Schieber, mit Kolben und Kolbenstange, welche letztere zu einer Zahnstange 60 ausgebildet ist. Diese Zahnstange steht im Eingriffe mit dem Zahnrade 61, das auf der senkrechten Welle 62 befestigt ist (Fig. 13) und durch zwei conische Räder 63 und 63 die Querwelle 64 bewegt, welche, je nachdem sie rechts oder links gedreht wird, die Klappen zwischen den Leitschaufeln öffnet oder schlieſst und somit den Wasserzufluſs zur Turbine regelt. Da die Schieberstange 33 auf- und abwärts bewegt wird und sie zu gleicher Zeit eine drehende Bewegung hat, so ist das obere Ende derselben mit einem Kreuzzapfen versehen. Das Drehen der Schieberstange 33 geschieht durch den Kolben 15 des kleinen Steuercylinders 1. Der Hebel 34 auf der Schieberstange ist mit einem Keile versehen, während die Schieberstange eine längere Keilnuth hat. Ein gegabeltes Führungsstück am Schieberkasten umfaſst die Nabe des Hebels 34 und hält diesen Hebel immer in gleicher Höhe, während die Schieberstange und mit ihr der Schieber sich auf- und abwärts bewegt. Beginnen nun bei veränderter Turbinengeschwindigkeit die Regulatorkugeln zu spielen, so wird die Regulatormuffe 40 bewegt und setzt durch den Querhebel 5 die Zugstange 6, den Winkelhebel 7 und die Schieberstange 8 den kleinen Schieber 16 des Steuercylinders in Bewegung, wodurch der Kolben 15 des Steuercylinders entsprechend gesteuert, der Hebel 34 und mit ihm der Schieber 32 des Verstellcylinders entsprechend gestellt und der Kolben 25 des Verstellcylinders, sowie die mit Zahnstange versehene Kolbenstange 24 nach rechts oder links bewegt wird, so daſs der Wasserzufluſs zur Turbine entsprechend vermehrt oder vermindert wird. Wenn nun der Schieber 32 nur eine Bewegung, und zwar nur eine solche in wagerechter Richtung |349| hätte, so könnte es leicht eintreten, daſs der Kolben 25 über das Ziel nach rechts oder links verstellt wird, d.h. daſs er springt; aus diesem Grunde muſs die Bewegung des Kolbens in Zwischenräumen erfolgen, was erreicht wird durch die senkrechte Auf- und Abwärtsbewegung des Schiebers 32.

Die Zahnstange 60, in das Zahnrad 61 eingreifend, dreht die Welle 62, wodurch mittels der conischen Räder 63 die Welle 64 bewegt, die Regulirklappen entsprechend geschlossen und die Turbine wieder auf ihre normale Geschwindigkeit gebracht wird.

Wenn dies eingetreten, so nehmen die Regulatorkugeln zunächst ihre normale Stellung ein, wodurch der kleine Schieber 16 des Steuercylinders auch wieder in seine mittlere Stellung zu stehen kommt; sobald dies geschehen, und ein Ueberdruck des Wassers auf der einen oder anderen Seite des Steuerkolbens nicht mehr vorhanden ist, wird dieser Kolben durch die Spiralfedern 20 bezieh. 20a auch wieder in seine Mittelstellung gedrängt, und das Spiel kann von Neuem beginnen.

Die Schwungradregulatoren oder, wie Prof. Pfaff sagt, die Achsenregulatoren finden namentlich für schnellgehende Maschinen eine bedeutende immer steigende Anwendung. Prof. Pfaff kritisirt diese zu so groſser Bedeutung gelangten Regulatoren in der Zeitschrift des Vereins deutscher Ingenieure, 1888 * S. 1065, wenig günstig, indem er behauptet, daſs dieselben Schwankungen in der Geschwindigkeit der Maschinen hervorriefen, welche groſs und anhaltend seien, wenn auch die minutliche Umdrehungszahl immer richtig herauskäme. Gegen diese Anschauung wendet sich Dr. Pröll (Zeitschrift des Vereins deutscher Ingenieure, 1889 S. 85), indem er auf seine Beobachtungen und Untersuchungen hinweist, zu Folge deren bei einer im Crefelder Gesellschaftsverein errichteten Anlage nur ein durchschnittlicher Unterschied von 2 bis 3 Proc. zwischen Leergang und voller Belastung in der Umlaufszahl nachzuweisen gewesen wäre. Auch aus Untersuchungen von Prof. Dörfel schlieſst Pröll, daſs Ueberregulirungen niemals stattgefunden hatten, also Schwankungen nicht vorgekommen sein könnten. In allen Fällen, welche Schwankungen in störendem Maſse zeigten, konnte die unvollkommene Wirkung des Regulators durch Einsetzen stärkerer Federn und Beseitigung etwaiger Klemmungen beseitigt werden. Pröll bezeichnet gerade den schnellen Ausgleich ohne oder mit nur sehr geringer Schwankung als eine hervorragende Eigenschaft der Federregulatoren. Es bedarf keiner die Beweglichkeit des Regulators beeinträchtigenden Luft- oder Flüssigkeitsbremse, um ein Ueberreguliren zu verhindern, wie bei empfindlich gebauten Gewichtsregulatoren, bei denen der Einfluſs der trägen Masse oft in unangenehmster Weise auftritt und um so mehr, je gröſser dieselben sind.

Man kann dem Regulator die Verstellungsarbeit erheblich erleichtern, |350| wenn man die Steuerungsorgane entlastet. Die Anbringung entlasteter Schieber erscheint nur in einzelnen Fällen gerechtfertigt, besonders bei hohem Druck, und dann auch nur, wenn gröſstmögliche Einfachheit mit ihr verbunden ist. Kolbenschieber ohne eingesprengte Dichtungsringe haben den Vortheil, anfangs bei guter Herstellung genügend zu dichten und den Regulator fast gar nicht zu belasten; der Kolbenschieber läuft sich aber bald undicht und hört auf, ein genau wirkendes und ökonomisch arbeitendes Steuerungsorgan zu sein. Die Anwendung von Kolbenschiebern mit Dichtungsringen erscheint aber wegen des starken Verschleiſses ausgeschlossen.

Es ist heutzutage für raschlaufende Maschinen Grundbedingung, daſs der Regulator auf unentlastete Steuerungsorgane wirkt. Nothwendig ist dabei allerdings immer die richtige Gröſsenauswahl für die Maschine und geeignete Kesselconstruction, und hierin wird bei raschlaufenden Maschinen am meisten gesündigt.

Eine der werthvollsten Eigenschaften der Schwungradregulatoren ist die Möglichkeit ihrer Berechnung in vollkommenstem Maſse und ihre günstige Anpaſsbarkeit für die vorhandenen Umstände.

Ein Schwungradregulator von A. Girschick in Budapest (* D. R. P. Nr. 46688 vom 4. September 1888) ist in Fig. 15 und 16 dargestellt.

Auf der Achse A ist die Scheibe B befestigt, auf welcher die Bestandtheile des Regulators montirt sind, und zwar der Hebel cd, auf welchem das Gewicht a verschiebbar angebracht ist. Der Hebel cd bewirkt bei der Drehung um die Achse d einerseits eine Bewegung des Hebels md in derselben Richtung, andererseits wirkt er im Punkte f auf die Zugstangen tt, welche mit den Federn rr in Verbindung stehen. Der Hebel md ist durch die Stangen mn mit dem Excenter o in Verbindung. Von den verschiedenen Stellungen des Excenters o hängt die Gröſse der Excentricität des Excenters p ab.

Hat der Gang der Maschine das bestimmte Maſs der Geschwindigkeit erreicht, so wird das Gewicht a in Folge der Flugkraft vom Mittelpunkte der Achse A fortgestoſsen, wodurch auch die Hebel cd und md in Bewegung gesetzt werden; da aber der Hebel md durch die Stangen mn mit dem Excenter o in Verbindung steht, so wird der letztere derart aus seiner früheren Stellung gerückt, daſs sich hierdurch die Excentricität des Excenters p verkleinert; zugleich verkleinert sich auch die dadurch regulirte Dampfeinströmung im Dampfcylinder.

Während sich das Gewicht a vom Mittelpunkte A entfernt, wird es zugleich durch die um den Punkt C sich drehende Führungsstange x gegen das Ende des Hebels cd geschoben. Es ist leicht ersichtlich, daſs dadurch die Empfindlichkeit des Regulators gesteigert wird, indem bei Zunahme der Umdrehungszahl der Maschine nicht nur die Entfernung Aa, sondern zugleich auch der Hebelarm dc sich vergröſsert, und so summiren sich beide Wirkungen.

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Die Verschiebung des Gewichtes a am Hebel cd kann aber auch durch andere Mittel erreicht werden, z.B. durch eine Führung.

Die Maschine, an welcher der in Fig. 17 und 18 dargestellte Regulator von F. M. Rites in Pittsburgh, Nordamerika (* D. R. P. Nr. 40616 vom 12. Januar 1887), angeordnet ist, gehört den einfach wirkenden senkrechten Maschinen an, deren Cylinder 1 an der Oberseite eines Kurbelgehäuses 3 befestigt ist, das geeignete Endlager für eine Kurbelwelle 5 besitzt, welche Doppelkurbeln 2 besitzt. Mit den Zapfen 4 der Kurbeln sind die Kolben der Cylinder 1 durch Pleuelstangen verbunden.

Die Ein- und Ausströmung des Dampfes in und aus den Cylindern 1 wird durch einen Schieber vermittelt, der aus einem oberen Kolben 8 und einem unteren Kolben 9 besteht, die auf einer Schieberstange 10 befestigt sind. Die Schieberstange gleitet in einer Hülse, die mit geeigneten Einlaſs- und Auspufföffnungen versehen und in einem Schieberkasten 12 befestigt ist, der sich zwischen den Cylindern 1 befindet und etwas gegen dieselben geneigt ist.

Bei der praktischen Ausführung des Regulators wird der Schieber durch ein Excenter 13 hin und her bewegt, dessen Ring 19 an einem Ende einer Excenterstange 20 befestigt ist, deren anderes Ende durch einen Stift 21 mit dem Schieber verbunden ist. Der Hub des Excenters wird, je nachdem es der Gang der Maschine erfordert, durch Einstellung des Excenters gegen die Achse der Kurbeln regulirt, um den Weg des Schiebers und somit den Expansionsgrad und den Punkt, an welchem die Dampfzufuhr abgeschnitten wird, zu verändern. Ein Kurbelzapfen, der mit dem unteren Ende der Excenterstange verbunden ist, würde in derselben Weise wirken wie das Excenter.

Das Excenter 13 ist so leicht gemacht, als mit der nothwendigen Festigkeit vereinbar ist. Dasselbe ist ein einfacher Ring, der des einfacheren Einsetzens wegen aus zusammengeschraubten Stücken besteht. An einer der Hälften des Ringes ist ein Ansatz 15 angebracht, welcher durch einen Zapfen 16 mit dem Arme einer der Kurbeln 2 der Kurbelwelle 5 verbunden ist. Durch Bewegung des Excenters um den Zapfen 16 in der einen oder in der anderen Richtung wird der Hub des Excenters und somit auch die Strecke, um welche er den Schieber bewegt, vergröſsert oder verringert. Diese Bewegung wird dem Excenter durch die Spannung einer Feder 14 ertheilt oder durch die Fliehkraft eines Regulatorgewichtes, je nachdem die eine dieser beiden Kräfte oder die andere stärker ist.

Am Kurbelarme 6 ist ein einfaches Regulatorgewicht 26 durch einen Stift 17 befestigt und durch eine Stange 18 mit dem Ansätze 15 verbunden, durch welchen der Zapfen 16 des Excenters hindurchgeht. die relative Lage der Zapfen 16 und 17 des Excenters und des Gewehtes gegen die Stange 18 ist derartig gewählt, daſs das Excenter |352| und das Gewicht gezwungen sind, sich in entgegengesetzten Richtungen zu bewegen, und das Gewicht der hin und her bewegten Theile, nämlich der Excenterstange und des Schiebers, welche mit dem Excenter verbunden sind, dem Regulatorgewicht entgegenwirkt, d.h. eine nach abwärts oder auswärts gerichtete Bewegung des Gewichtes veranlaſst eine entsprechende Aufwärtsbewegung des Excenters und der entsprechenden Theile, und umgekehrt. Bei der gezeichneten Construction sind das Regulatorgewicht und das Excenter am Kurbelarme auf entgegengesetzten Seiten der Welle eingelenkt, aber eine derartige Anordnung ist nicht unbedingt nothwendig, weil beide an derselben Seite eingelenkt und durch geeignete Glieder mit einer Zwischenhülse verbunden sein könnten, wodurch die bewegten Theile und das Regulatorgewicht ebenso gut ausbalancirt würden. Die durch die Fliehkraft bewirkte Auswärtsbewegung des Gewichtes 26, durch welche der Hub des Excenters vermindert wird, findet entgegen der Spannung der Feder 14 statt, welche letztere die Tendenz hat, den Hub des Excenters und den Weg des Schiebers zu vergröſsern, wenn dies durch gröſsere zu leistende Arbeit oder geringere Dampfspannung nothwendig wird. Die Feder 14 drückt mit einem Ende gegen einen Ansatz 22 auf dem Kurbelarme und am anderen Ende gegen einen Anschlag 23 auf einem Stifte 24, welcher frei durch eine Oeffnung im Kurbelarme hindurchgeht und mit dem Gewichte 26 verbunden ist. Die Spannung der Feder 14 kann durch die Einstellung einer Mutter 25 regulirt werden, welche auf ein Schraubengewinde auf dem Stifte 24 aufgeschraubt ist und ein Widerlager für den Anschlag 23 bildet.

Die Dampfmaschinen von A. L. Ide und Comp. in Springfield, Illinois, Nordamerika, welche H. Haeberlin im Praktischen Maschinenconstructeur, 1889 * S. 83, beschreibt, haben die in Fig. 19 dargestellte Anordnung eines Schwungradregulators. Der Arm A der Excenterscheibe E ist bei C1 mit der Riemenscheibe verzapft, so daſs die Veränderung der Excentricität der Scheibe durch Verschiebung des Mittelpunktes e derselben auf dem Kreisbogen nn erfolgt. Die Hebel L und L1 tragen die Gewichte W und W1 und haben in a bezieh. in a1 ihre Drehpunkte. Durch die Gelenke B und B1 sind die Hebel L und L1 mit der Excenterscheibe verbunden. Durch den Ausschlag der Gewichte W und W1 beim Umlaufe der Maschine kommen diese und die Hebel L und L1 in die in der Zeichnung punktirt angedeutete Lage, vorausgesetzt, daſs dabei durch die Centrifugalkraft der Widerstand der Spiralfedern überwunden wird. Die excentrische Scheibe kommt damit in die ebenfalls punktirte Stellung, der Mittelpunkt derselben e also nach f; die Excentricität der Scheibe ist nun am kleinsten und in Folge dessen der Schieberweg am kürzesten. Die Spannung der Spiralfedern wird auf die folgende Weise regulirt: Die Schrauben s und s1, in deren Köpfe die Federn eingehakt sind, gehen durch die Oesen r und r1 der Blöcke R |353| und R1 , welch letztere mittels der Schrauben hh1 in radialer Richtung in den Schlitten g und g1 verstellbar sind. Befindet sich nun z.B. der Block R in der in der Figur gezeichneten Stellung, nämlich in der äuſsersten, so würde der gegenüberliegende Endpunkt der Feder bei der Drehung nach links den Kreisbogen m beschreiben, vorausgesetzt, daſs die Feder keine Dehnung erleidet. Bringt man aber den Block R durch Drehen der Schraube h in die geringste Entfernung vom Centrum der Riemenscheibe, so müſste unter derselben Voraussetzung der Endpunkt der Spiralfeder den Kreisbogen c beschreiben. Da jedoch in Folge der Verbindung der Feder mit dem Hebel L der als Endpunkt der Feder betrachtete äuſserste Zapfen des Hebels L nach x gelangt, so folgt, daſs die Feder durch den Ausschlag der Gewichte W und W1 mehr gedehnt wird, wenn sich R in der innersten, der Maschinenwelle zunächst liegenden Stellung befindet, als wenn man R in der in der Fig. 4 gezeichneten Lage läſst. So hat man es mit Hilfe der Schrauben h und h1 in der Hand, den Spiralfedern die gewünschte Spannung zu geben und damit das richtige Einwirken der Gewichte W und W1 auf die Excenterscheibe bei leichter und schwerer Belastung der Maschine zu veranlassen, so daſs die Umdrehungszahl der letzteren dabei nur um ein Minimum variirt.

Um die Stöſse zu mildern, welche in den Regulatortheilen durch die Veränderlichkeit in der Belastung der Dampfmaschine unfehlbar hervorgerufen werden würden, verbindet man das Ende des einen Gewichtshebels L mit dem Puffer D. Dieser besteht aus einem Cylinder und Kolben; die Kolbenstange ist auſserhalb des Cylinders bei d drehbar am Arme der Riemenscheibe verzapft, so daſs der Cylinder des Puffers dem Kreisbogen, welcher vom Endpunkte des Hebels L1 beschrieben wird, frei folgen kann. Der Cylinder ist mit Glycerin gefüllt, und der Kolben hat kleine Löcher pp, durch welche die beiden Kolbenseiten mit einander verbunden sind. Haben nun die Hebel L und L1 bei plötzlicher Entlastung der Maschine die Tendenz, von der gezeichneten in die punktirte Stellung zu gelangen, so gestattet der Puffer diese Veränderung der Lage derselben nur allmählich, da das Glycerin durch die Oeffnungen pp nur langsam auf die gegenüberliegende Kolbenseite gelangen kann.

Bei einer im Iron, 1889 * S. 244, beschriebenen Maschine der Phönyx Iron Works in Meadville, Philadelphia, wird der in Fig. 20 dargestellte Schwungradregulator benutzt, dessen Construction aus der übersichtlichen Zeichnung unmittelbar verständlich wird.

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