Titel: Behandlung feuchter Wände.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1889, Band 272/Miszelle 2 (S. 48)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj272/mi272mi01_2

Behandlung feuchter Wände.

Bekanntlich hält man die in den Umfassungsmauern fertiger Gebäude vorhandene Feuchtigkeit von dem inneren Wand verputz dadurch ab, daſs der Putz von den Wänden abgeschlagen wird, und nachdem die Fugen 1 bis 2cm tief ausgekratzt und die Mauern mit dünnflüssigem Asphalt bestrichen sind, der neue Putz, sobald der Asphalt vollständig angetrocknet ist, aufgebracht wird. Das Auskratzen der Fugen allein genügt aber nicht, um das Haften des Putzes auf der durch den Asphaltüberzug geglätteten Fläche zu bewirken. Es ist vielmehr erforderlich, daſs, sobald der Asphalt aufgestrichen ist, der Ueberzug mit reinem scharfen Sande, ungefähr zwei Hände voll auf 1qm Fläche, beworfen wird. Die Sandkörner trocknen mit dem Asphalt an und geben der Fläche diejenige Rauhheit, welche nöthig ist, um das feste Anhaften des Putzes zu ermöglichen. Ferner soll auch darauf aufmerksam gemacht werden, daſs bei Anwendung dieses Dichtungsmittels, und zwar dann, wenn der Putz aus gewöhnlichem Kalkmörtel gefertigt ist, in den trocken gemachten Räumen der Asphaltgeruch mehrere Jahre lang mehr oder minder stark wahrnehmbar ist, und daſs dadurch die Bewohnbarkeit eines solchen Raumes, mindestens innerhalb des ersten Jahres, in Frage gestellt werden kann. Wenn dagegen der Putz in der Stärke von 15 bis 18mm aus Troßmörtel hergestellt ist, so wird das Durchdringen des Asphaltgeruches in die Zimmer beinahe gänzlich verhütet. Bei freistehenden Giebelwänden, namentlich solchen, die viel vom Schlagregen zu leiden haben, müssen nicht nur die inneren Wandflächen des Giebels und bei vorhandenen Fenstern auch die Leibungen der Fensternischen in der angegebenen Weise mit der Dichtungsschicht versehen werden, sondern dieselbe ist auch auf die an die Giebel anstoſsenden Theile der Seitenwände in etwa 1 bis 2m Breite auszudehnen (nach Centralblatt der Bauverwaltung durch Sprechsaal. 1889 Bd. 22 Nr. 4).

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