Titel: Ward's elektrischer Omnibus.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1889, Band 272/Miszelle 4 (S. 334–335)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj272/mi272mi07_4
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Ward's elektrischer Omnibus.

Der elektrische Omnibus der Ward Electrical Car Company in London hat nach dem Electrician, 1889 Bd. 22 S. 611, am 2. April früh wieder eine Fahrt von Wagenschuppen der Gesellschaft (S. W., James Street, Haymarket) nach der dem Euston Station gemacht und den Rückweg durch die Great Portland Street und Regent Street genommen. Bei dem lebhaften Verkehr in diesen Straſsen hat er doch selbst die Pferde an Privatwagen nicht erschreckt oder aufgeregt. Radcliffe Ward hat, nachdem 1881 durch die Faure-Speicherbatterie die Anwendung der Elektricität für Straſsenbahnen möglich geworden war, bereits 1882 einen elektrischen Wagen auf der Leytonstone-Linie in Gang gesetzt, den Philippart, in dessen Händen die Einführung der Faure-Batterie lag, in Belgien hatte bauen und nach England schicken lassen. Bald nachher ging Ward an den Bau eines Wagens für gewöhnliche Straſsen, gab ihn aber auf wegen des Mangels guter Speicherbatterien. 1887 endlich baute er einen elektrischen Wagen, der auf den Straſsen in Brighton fuhr, und um etwa dieselbe Zeit baute auch Magnus Volk einen solchen Jagdwagen und hat kürzlich einen ähnlichen für den Sultan geliefert (vgl. 1889 271 45). Im Sommer 1888 lief zuerst ein elektrischer Omnibus in den frühen Morgenstunden durch die Straſsen Londons, mit welchem Ward unter verschiedenen Verhältnissen viele Versuche anstellte.

Nach dem Londoner Electrical Engineer vom 25. Januar 1889 * S. 70 steht der elektrische Omnibus zwischen einem gewöhnlichen Omnibus ohne Decksitze und einem Packwagen; er bietet für 12 Personen bequem Platz. Der Kutscher sitzt oder steht vorn; er hat eine kräftige Fuſsbremse zur Verfügung und einen Umschalter mit einem Widerstandsrahmen. Benutzt werden die Wagenelemente (traction cells) der Electrical Power Storage Company. Die beiden Motoren sind von Crompton und Comp. gebaute Gramme'sche Maschinen; sie besitzen Stahlketten-Uebertragung von Hans Renold in Manchester, welche Ward als am besten den Verhältnissen entsprechend erkannt hat. Der Wagen selbst ist von der Metropolitan Railway Carriage and Wagon Company gebaut, die Räder nach besonderen Angaben von Ward. Er läuft mit einer Geschwindigkeit von 9,6 bis 11km,2 in der Stunde. Ward behauptet, der Betrieb mittels Elektricität würde billiger sein als der mit Pferden.

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