Titel: Krapp's Vielfachumschalter für Telephonanlagen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1889, Band 272/Miszelle 5 (S. 335–336)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj272/mi272mi07_5

Krapp's Vielfachumschalter für Telephonanlagen.

Sebastian Krapp in Bamberg will (* D. R. P. Kl. 21 Nr. 45249 vom 3. Juli 1887) die Schwäche, welche nach seiner Ansicht bei den bisher verwendeten Vielfachumschaltern für städtische Telephonnetze (vgl. 1889 271 * 407. * 579) in der groſsen Anzahl beweglicher Contacte liegt, dadurch beseitigen, daſs er irgend welche Aenderung in der Schaltung der Leitung des gerufenen Theilnehmers entbehrlich macht und die Verbindung dieser Leitung mit der des rufenden Theilnehmers an der Leitung des letzteren allein bewirkt.

Wenn nun aber die Leitung des Gerufenen gar nicht von der Erde getrennt wird, so muſs dafür gesorgt werden, daſs die beim Sprechen verwendeten Wechselströme nicht zur Erde abflieſsen können, während doch beständig für die zum Rufen benutzten galvanischen Ströme von unveränderlicher Richtung ein Weg zur Erde vorhanden ist. Dies will Krapp dadurch erreichen, daſs er hinter dem Klappen-Elektromagnete einen Elektromagnet von polier Selbstinduction in den zur Erde führenden Draht einschaltet, der bekanntlich den ununterbrochenen galvanischen Strom ungehindert durchläſst, den in ihrer Richtung rasch wechselnden Telephonströmen dagegen den Durchgang nicht gestattet.

Ist die vom rufenden Theilnehmer gewünschte Leitung frei, so wird an der Leitung des Rufenden ein hinter dem Klappen-Elektromagnete eingeschalteter Stöpsel aus seinem durch den erwähnten Elektromagnet mit hoher Selbstinduction mit der Erde verbundenen Stöpselloche herausgezogen und in ein Loch eingesteckt, das beständig durch einen Draht mit der Leitung des Gerufenen in Verbindung steht, und damit ist die Verbindung der beiden Leitungen hergestellt.

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Da indessen der Klappen-Elektromagnet auch der rufenden Leitung während des Gespräches in der Sprechleitung eingeschaltet ist, so will Krapp eine Störung des Gespräches durch denselben dadurch hintanhalten, daſs er eine Zersetzungszelle (bestehend aus unlöslichen Elektroden aus Kohle, Platin u. dgl. und einer Flüssigkeit, z.B. Wasser, Säure u. dgl.) in einen Nebenschluſs zum Klappen-Elektromagnete einschaltet, damit die galvanischen Ströme durch den Elektromagnet gehen müssen, weil ihre elektromotorische Kraft nicht so groſs ist, daſs sie durch die Zersetzungszelle gehen könnten, wogegen die telephonischen Wechselströme ungehindert durch die Zelle gehen.

Die groſse Zahl der hierbei erforderlichen Elektromagnete und Zersetzungszellen macht es sehr fraglich, ob ein solcher Vielfachumschalter anderen vorzuziehen sein wird.

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