Titel: Telephonischer Rufapparat der Western Electric Company.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1889, Band 272/Miszelle 9 (S. 479–480)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj272/mi272mi10_9

Telephonischer Rufapparat der Western Electric Company.

Die Möglichkeit, zwei Theilnehmer eines städtischen Telephonnetzes in eine und dieselbe Leitung hinter einander zu schalten (vgl. 1883 248 * 331), Schafft die Western Electric Company in Chicago, III., nach ihrem englischen patente Nr. 12325 vom 12. September 1887 unter Anwendung eines eigenartigen Rufapparates in der dem Vermittelungsamte am nächsten liegenden Sprechstelle. Im Inneren einer Drahtrolle ist ein Stabmagnet so aufgehängt |480| oder gelagert, daſs er sich, wenn ein dauernd gleichgerichteter elektrischer Strom durch die Rolle gesendet wird, rasch stark neigt, dabei mit dem einen oder dem anderen emporgehenden Ende gegen das eine oder das andere von zwei Stäbchen stöſst, welche von einem über dem Magnetstabe gelagerten und in leicht verständlicher Weise die Fallklappe des Rufapparates festhaltenden Stabe nach den Enden des Magnetes herabreichen, diesen Stab hebt und dadurch die Klappe zum Fallen bringt. Werden dagegen Wechselströme durch die Rolle gesendet, so geräth der Magnetstab nur in ganz unmerkliche Schwingungen.

Das Vermittelungsamt ruft nun die fernere Sprechstelle durch Wechselströme und davon merkt die nähere Stelle nichts. Letztere dagegen wird von dem Vermittelungsamte durch einen ununterbrochenen Strom gerufen, welcher die Fallklappe zum Fallen bringt und eine Lokalklingel ertönen läſst. Der Theilnehmer stellt dann einen Umschalter um, verbindet dadurch seine Sprechapparate mit dem Vermittelungsamte, legt aber zugleich die nach der entfernteren Sprechstelle weiter führende Leitung durch eine elektrische Klingel an Erde, so daſs er auch jetzt noch von dieser Stelle aus gerufen werden kann. Wenn die beiden Sprechstellen einander rufen, werden ununterbrochene Ströme benutzt.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: