Titel: Die elektrische Beleuchtung der Pariser Ausstellung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1889, Band 273/Miszelle 3 (S. 239–240)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj273/mi273mi05_3

Die elektrische Beleuchtung der Pariser Ausstellung.

Nach den Mittheilungen, welche H. Fontaine in einem Vortrage der internationalen Gesellschaft der Elektriker gemacht hat (vgl. Industries vom 19. April 1889 * S. 378), sind die Gesammtkosten, welche die jetzige Pariser Ausstellung der französischen Regierung und der Stadt Paris verursacht, auf 40000000 M. zu schätzen. Von den 50000 Ausstellern werden im Mittel 2400 M. gezahlt, so daſs die Kosten im Ganzen auf 160000000 M. steigen. Die Einnahmen aus Ausstellungen hängen u.a. von der Zahl der Stunden ab, während welcher dieselben besucht werden können. Ohne künstliche Beleuchtung würde die Stundenzahl der Pariser Ausstellung 1620 betragen, durch die elektrische Beleuchtung erhöht sich dieselbe auf 2520, und es vermindern sich dadurch die stündlichen Kosten von 100000 auf ein wenig über 60000 M. Trotzdem hat die Verwaltung die elektrische Beleuchtung nicht auf eigene Kosten hergestellt, auch bezahlt sie für das Licht nicht einen festen Preis, wie für Wasser, Dampf, Gas u.s.w., sondern sie überläſst den Ausstellern die Hälfte der Einnahmen von Abendbesuchern, für die der Eintrittspreis in der Woche 1,6 M., Sonntags 0,8 M. beträgt, bis zum Betrage von 2880000 Mk., darüber hinaus nimmt der Staat mehr.

Die Beleuchtung ist einer Reihe von Firmen überlassen worden und bietet prächtige Gelegenheit zu Vergleichen. Die Maschinenhalle mit 77000qm Bodenfläche und 2000000cbm Inhalt wird von Bogenlampen von verschiedener Gröſse erleuchtet. Die gröſsten (von 60 Ampère, mit 25mm Kohlen) hängen in 4 Gruppen zu 12 Lampen dicht unter dem Dachfirst. Ferner sind 86 Lampen von 25 Ampère in 5 Längsreihen vertheilt und hängen etwa 15m über dem Boden. Die Seitengallerien der Maschinenhalle und die anliegenden Räume erhalten 276 Lampen zu 8 Ampère in 5m Höhe über dem Boden. Auſserdem liefern Woodhouse und Rawson 8 Glühlampen zu 200, Garnot 10 zu 250, Jarriant 360 zu 8 und Crompton 160 zu 8 Kerzen.

Der den Eisenbahnausstellungen eingeräumte Nebenraum von nahezu 600qm Bodenfläche wird durch 5 Lampen zu 25 Ampère und 30 zu 8 Ampère |240| von Borssat erleuchtet, während der groſse Mitteldom von der Société Gramme mittels 48 Glühlampen von 500 Kerzen beleuchtet wird. Verschiedene andere Nebenräume und Höfe erhalten eigene Anlagen. Die offenen Räume werden vorwiegend mit Gleichstrom und Jablochkoff-Kerzen beleuchtet, worein sich die Pariser Edison Co., die Rothschild-Deprez-Gruppe, Ducommun und die Société l'Eclairage Electrique theilen. Der groſse Springbrunnen wird von der Pariser Gramme Co. mit 48 Bogenlampen erleuchtet, die etwa 250 brauchen. Ein zweiter Springbrunnen wird mit 18 Bogenlampen zu 60 Ampère beleuchtet.

Fontaine gibt folgende Zusammenstellung, in der 1 Carcel = 10 Kerzen gesetzt sind; streng genommen ist 1 Carcel nur = 9,6 Kerzen, wodurch die Lichtmenge auf etwa 1700000 Kerzen herabsinkt.

51 Bogenlampen zu 60 Ampère 510000 Kerzen
100 25 350000
10 15 20000
726 8 726000
97 Jablochkoff-Kerzen 38800
16 Sonnenlampen 16000
72 Glühlampen zu 500 Kerzen 36000
10 250 2500
3500 10 35000
6500 5 32500
–––––––––––––––
Summe 1766800 Kerzen.

Noch weiter ins Einzelne gehende Mittheilungen enthält der Electrician, Bd. 23 S. 5.

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