Titel: Neues optisches Glas.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1889, Band 273/Miszelle 4 (S. 479)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj273/mi273mi10_4

Neues optisches Glas.

Ueber ein neues optisches Glas, das in Schweden seit Kurzem hergestellt werden soll, haben schon mehrfach kleinere Notizen die technische Literatur durchlaufen. Nach einer Notiz im Diamant, 1889 S. 347, ist das neue Glas absolut durchsichtig, sehr hart und nimmt eine vorzügliche Politur an. Es wird dies durch geringe Zusätze von Phosphor und Bor erreicht, von Stoffen, welche bisher niemals in der Glasfabrikation Verwendung fanden. (Diese Angabe ist wohl auf einen Irrthum zurückzuführen, indem Bor oder Phosphor, als solche dem Glassatze zugesetzt, sich entweder verflüchtigen oder Färbungen hervorrufen würden; es soll wohl heiſsen Borsäure und Phosphorsäure, Körper, mit denen Schott auch gute Erfolge erzielt hat. Vgl. 1889 273 129. D. Ref.)

Die werthvollste Eigenschaft der neuen Glasmasse soll darin liegen, daſs sich daraus mit Leichtigkeit vollkommen achromatische, d.h. keine störenden Farbenränder zeigende Linsen herstellen lassen. Die bisher gebrauchten Mikroskoplinsen gestatten das Erkennen von 1/16000mm; die neuen Linsen sollen 1/8200000mm noch erkennen lassen, also mehr als 500mal so leistungsfähig sein als die bisher gebräuchlichen Gläser (!). Daſs der Besitz eines solchen Glases allerdings bedeutende Umwälzungen hervorrufen würde in jenen Wissenschaften, deren Entwickelung auf die Brauchbarkeit optischer Instrumente angewiesen ist, liegt klar auf der Hand; vorläufig müssen wir die Nachricht etwas vorsichtig aufnehmen.

Zg.

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