Titel: Tafelgeschirre aus Metallschlacken.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1889, Band 273/Miszelle 5 (S. 479–480)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj273/mi273mi10_5

Tafelgeschirre aus Metallschlacken.

Gegenwärtig sollen in groſsem Maſsstabe in dem Staate Colorado der Vereinigten Staaten Amerikas Tafelgeschirre aus Metallschlacken erzeugt werden. In den Gold-, Silber- und Kupfer-Schmelzhütten, welche die Stadt Argo umgeben, wird jährlich eine kolossale Menge von Metallschlacken erzeugt. Nach |480| langem, vergeblichem Sinnen, diese Abfälle zu verwerthen, hat man neuerdings angefangen, diese Schlacken nochmals einzuschmelzen, um alle möglichen Tafelgeschirre und Ziergefäſse daraus herzustellen. Trinkgefäſse, Schüsseln, Teller, Schalen, Vasen, Krüge u.s.w. aus diesem Materiale bilden gegenwärtig einen beliebten Luxusartikel in den Vereinigten Staaten.

Da die geschmolzenen Schlacken sich sehr flüssig erweisen, so lassen sich die zartesten Formen daraus gieſsen. Die hergestellten Gegenstände nehmen sich ganz reizend aus, und die wellenförmigen, in herrlichen Farben schillernden Flammen und Linien, welche das Material durchziehen, geben demselben eine Auſsenfläche von opalartigem oder onyxähnlichem Aussehen, Dazu kommt noch, daſs die Geschirre aus dem metallischen Glase groſse Widerstandsfähigkeit gegen Zerbrechen zeigen, welche nach Scientific American sogar der des Guſseisens nahe kommen soll.

Die Schlacke soll zunächst bei intensiver Hitze geschmolzen und dann in Wasser abgelassen werden. Nach dem Abkühlen wird die Schlacke mit einem sauren Zuschlag versehen, nochmals eingeschmolzen und gegossen. Die als färbende Zusätze verwendeten Metalloxyde sind Geheimniſs der Fabriken. Jedenfalls verdient die neue Industrie auch bei uns volle Beachtung (Bayerisches Industrie- und Gewerbeblatt).

Zg.

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