Titel: Neue Maschinen und Werkzeuge zur Holzbearbeitung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1889, Band 274 (S. 241–247)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj274/ar274033

Neue Maschinen und Werkzeuge zur Holzbearbeitung.

(Patentklasse 38. Fortsetzung des Berichtes S. 206 d. Bd.)

Mit Abbildungen auf Tafel 13.

Bandsägen.

Zwecks Erzielung eines günstigen Zahneingriffes bezieh. Schnittes gibt die Kalker Werkzeugmaschinenfabrik S. W. Breuer, Schumacher und Comp. in Kalk bei Köln (* D. R. P. Nr. 47295 vom 23. Juni 1888) dem Bandsägegestelle eine schwingende Bewegung um eine normal zur Schnittfläche des Blockes liegende Drehachse.

Der Bandsägeapparat bewegt sich auf einem langen Bette gegen den zu sägenden Block vorwärts, während gleichzeitig das Blatt, durch die beiden Bandsägescheiben angetrieben, mit diesen letzteren derart in schwingende Bewegung versetzt wird, daſs dasselbe in jedem Momente an einem anderen Punkte des zu sägenden Blockes angreift. Auſserdem ist der ganze Bandsägeapparat noch während des Ganges transversal verstellbar, um entweder Abweichungen von der geraden Linie oder mehrere parallele Schnitte nach einander herzustellen; der Aufspanntisch ist von Hand drehbar zum Sägen von Curven u. dgl. Arbeiten.

Der Antrieb geschieht gemäſs Fig. 18, 19 und 20 Taf. 13 vom Deckenvorgelege aus auf eine Stufenscheibe a, welche mit der Riemenscheibe b auf ein und derselben Welle aufgekeilt ist, welch letztere in einem auf dem Ende des Bettes montirten Lagerbock d gelagert ist. Der Riemenscheibe b entspricht eine gleich groſse Riemenscheibe c, welche auf einer Welle mit der Riemenscheibe z aufgekeilt ist, welche Welle in dem auf dem anderen Ende des Bettes, dem Lagerbocke d, symmetrisch gegenüber angeordneten Lagerbocke e lagert. Auf dem Bette der Maschine bewegt sich ein Ständer mit unten angegossenem Schlitten und cylindrisch ausgebohrter Hülse F, in welch letzterer ein oben Schlitzartig offenes cylindrisches Gehäuse C drehbar und verschiebbar gelagert ist, auf dessen vorderem Ende der Bandsägeapparat mit den Rollen E und D befestigt ist und somit um die Centralachse desselben schwingen kann. In diesem Gehäuse C ist eine lange Riementrommel f (central angeordnet) gelagert. Der Ständer trägt ferner, über der Hülse f liegend und symmetrisch angeordnet, zwei Lageraugen, welche zwei Leitrollen m und n tragen. Es geht ein Riemen ohne Ende von der Riemenscheibe b über die Leitrolle m auf die Trommel f und von dieser über die Leitrolle n nach der Riemenscheibe c und von da nach der Scheibe zurück, wodurch die Trommel f am Punkte g, die Riemenscheibe c und die Leitrollen m und n ihre rotirende Bergung erhalten. Ein anderer Riemen überträgt diese Bewegung von der Trommel f beim Punkte h auf die unten im Bandsägeapparate liegende Riemenscheibe und deren Welle, mittels der darauf sitzenden Schnecke k auf das Schneckenrad l, und so auf die auf derselben Welle sitzende Bandsägescheibe D, Welche ihrerseits durch das bandförmige Blatt die obere Bandsägescheibe E mit in Bewegung setzt. Durch das Handrad o, die Kegelräder p und q und das mit letzterem auf gleicher Welle sitzende Triebrad r, welches in die Zahnstange s des cylindrischen Gehäuses C eingreift, kann man letzteres und den darauf befestigten ganzen Bandsägeapparat transversal (auch während des Ganges) verstellen. Es wird sich dann der Betriebsriemen ohne Ende auf der Trommel f seitlich verschieben, wodurch der Angriffspunkt g desselben wechselt.

Die Leitrolle n (Fig. 20) betreibt eine auf der Welle derselben sitzende Schnecke und diese ein wagerecht liegendes Schneckenrad u, mit Hubscheibe versehen, welche, mit veränderlichem Hube mittels Zugstange v und Hebels w an dem cylindrischen Gehäuse C angreifend, dieses mit dem daran befindlichen ganzen Bandsägeapparate in schwingende Bewegung versetzt. Die durch den Betriebsriemen mittels der Scheibe c angetriebene Welle überträgt deren Umdrehung |242| von ihrer ferneren Riemenscheibe z auf die unten liegende Riemenscheibe x und von da durch mittels Hebels regulirbare Reibungsscheiben y und die Kegelräder α und β auf die längs des Bettes gelagerte Schneckenwelle γ, die, in ihrer ganzen Länge genuthet, eine vom Bettschlitten des Ständers mitgenommene Schnecke trägt und so das Schneckenrad bewegt, auf dessen im unteren Theil des Ständers gelagerter Welle ein Triebrad sitzt, welches sich in der im Bette befestigten Zahnstange η abwickelt und so den Vorschub des Ständers und mit ihm denjenigen des ganzen Bandsägeapparates gegen das Arbeitsstück bewirkt.

Durch die schwingende Bewegung greift das Blatt in jedem Momente an einem anderen Punkte des zu sägenden Blockes an, während, wenn es nicht schwingen würde, es mit seinen sämmtlichen Zähnen in der ganzen Dicke des Blockes zugleich angreifen würde, wodurch es des groſsen, dadurch sich ergebenden Widerstandes halber zerreiſsen müſste.

Die cylindrisch ausgebohrte Hülse F dient dem cylindrischen Gehäuse C als Führung, und ist diese letztere darin nicht nur drehbar, sondern auch verschiebbar und kann durch eine Verschiebung in der Längenachse desselben die Transversalbewegung des Sägeblattes bewirkt werden, da der ganze Sägeapparat auf dem vorderen Ende des Gehäuses C befestigt ist.

W. Gower in Wausau, Wisconsin, Nordamerika (* D. R. P. Nr. 47137 vom 29. Mai 1888) ordnet die Bandsäge am Gestelle so an, daſs sie ohne Verstellung des letzteren beiderseits desselben angebracht werden kann.

Zur Ausführung von Kreisbogenschnitten mit der Bandsäge, also etwa zur Herstellung von Radfelgen u.s.w., hat C. M. Schubert in Sornzig bei Mügeln (* D. R. P. Nr. 46130 vom 24. Juni 1888) eine Einrichtung vorgeschlagen, welche im Wesentlichen aus einem segmentförmigen, um den Mittelpunkt desselben schwingbaren Aufspanntische besteht.

Schutzvorrichtungen für Kreissägen.

Die in Fig. 21 dargestellte Schutzvorrichtung der Passauer Holzhandlung (S. Forchheimer) in Stromlänge-Passau (* D. R. P. Nr. 47302 vom 4. November 1888) besteht aus einer Schutzhaube A, welche über der Kreissäge aufgehängt ist.

An den geradlinigen Unterkanten von A sind beiderseits Flacheisen DD befestigt, an deren Enden drehbar vier Gelenkarme EEE1 E1 hängen, welche wieder paarweise unten durch Schienen D1 D1 mittels Drehzapfen verbunden sind. Es hängt also an jeder Unterkante von A ein Rechteck DED1 E1, welches sich durch die Drehbarkeit der Eckpunkte und dadurch bedingte Beweglichkeit der drei Seiten in der Längsrichtung in ein schiefwinkliges Parallelogramm verschiebt; in Folge dieser Anordnung verschieben und heben sich die unteren Schienen D1 D1. D und D1 sind noch durch die Drahtstäbe F verbunden, welch letztere in D und D1 drehbar eingehängt sind. Die Schienenrechtecke auf jeder Seite des Sägeblattes bilden also Gitter vor dem Sägeblatte. An der Einschubseite tragen die Schienen EE je einen Blechschild G, so daſs auch die schmale Seite vor dem Sägeblatte durch einen Schutzschirm GG bis auf einen Spalt in der Mitte geschlossen ist.

Wird ein zu schneidendes Brett oder Holz an der Einschubseite der Sage behufs Durchschneidens eingeschoben, so verschiebt es das Rechteck in die Form des schiefwinkligen Parallelogramms, so daſs die Unterkante gerade um die zu schneidende Holzdicke sich hebt und diese durchläſst, wobei die gitterartige Umrahmung an beiden Seiten des Sägeblattes und die Schilde GG1 den Arbeiter vor jeder Berührung mit dem Sägeblatte beim Schneiden schützen. Die Verlängerung E2 der Schienen E dient zum Heben der Gitter mit der |243| Hand, wenn man beim Stillstande etwas unter dem Gitter zu thun hat. Die Verlängerungen E2 können noch durch einen Bügel H verbunden werden, wenn man haben will, daſs sich beide Gitter gleichzeitig heben; besteht die Verbindung beider Gitter durch den Bügel H nicht, so hebt sich, wenn schmälere Bretter geschnitten werden, nur das vom Brette geschobene eine Gitter. Man kann auch Federn anbringen, um das Herunterfallen der Gitter nach dem Durchgange des Holzstückes oder Brettes zu beschleunigen.

Schränken und Schärfen.

Das Schränkeisen von C. Fuhrmann in Düsseldorf (* D. R. P. Nr. 47298 vom 21. August 1888) dient zum gleichzeitigen Schränken zweier Zähne.

Das in Fig. 22 und 23 gezeichnete Werkzeug braucht nur immer nach einer Seite gedreht zu werden, da es bei der einmaligen Drehung immer einen Zahn nach rechts und den anderen nach links setzt, so daſs der dritte Zahn durch die Drehung in gleicher Richtung wieder nach rechts und der vierte nach links gebogen wird. An dem Schränkeisen ist eine Stellvorrichtung angebracht, durch welche ein gleichmäſsiges Schränken der Sägezähne herbeigeführt wird. Das Schränkeisen besteht aus dem mit einem Hefte versehenen Metallschafte. Derselbe ist oben an der Arbeitsstelle getheilt, so daſs hier die beiden Druckbacken b und c gebildet sind, welche sich gegenüber stehen. Das Schränkeisen wird nun so in die Sägezähne eingesetzt, daſs der Backen b an der einen Seite des ersten Zahnes und der Backen c an der anderen Seite des zweiten Zahnes anliegt. Wird nun das Schränkeisen entsprechend gedreht, so werden die Zähne in der gewünschten Weise verbogen bezieh. geschränkt. Um nun die Drehung zu begrenzen, so daſs eine gleichmäſsige Schränkung aller Zähne herbeigeführt wird, wurde der Arm d angebracht, welcher durch die Klemmschraube e gehalten wird. Derselbe ist mit der Stellschraube s versehen, welche bei der Drehung des Schränkeisens an das Sägeblatt trifft.

Bei dem selbsthätigen Sägenschränkapparate von M. Püschner in Görlitz (* D. R. P. Nr. 46345 vom 7. August 1888) wird der Hauptkörper der Maschine aus zwei Theilen AA1 (Fig. 24 und 25) gebildet, welche durch eine eingelassene, mittels Schrauben an den beiden Stücken befestigte Schiene H zusammengehalten werden. Schiene H ist über das Stück A1 hinaus verlängert und trägt auf einem Bolzen F einen Doppelhebel f, von welchem aus die Bewegung der Schränkstücke erfolgt. Seitlich am Theile A ist eine cylindrische Fortsetzung B, auf welcher ein Curvenstück B1 mit Kurbel C lose, durch eine Mutter gehalten, aufsitzt und welche die Drehachse des Hebels b trägt. Auf dem oberen Ende des letzteren ist eine Rolle s aufgesetzt, gegen welche das Curvenstück B1 drückt. Das untere Ende von b trägt einerseits einen Stift b1, welcher in das Auge des Hebels e paſst, andererseits eine Oese, in welcher die Schraube b3 stellbar ist. Um den Ausschlag des Hebels e einstellen zu können, ist eine Schraube e2 vorgesehen, welche den Angriff des Stiftes b1 in e auf längere oder kürzere Ausdehnung bestimmt. In gleicher Weise wird der Hub des Winkelhebels c durch Stellung der Schraube b3 vergröſsert oder verringert. Der Hebel e ist mit dem Winkelhebel e1 gekuppelt, dieser einerseits mit dem Doppelhebel f, andererseits mit g2. Von f aus überträgt der Hebel f1 die Bewegung auf g1. g1 g2 sind Ansätze zweier Cylindersegmente, welche um je ein Mittelstück k drehbar sind. Letztere sind durch Schrauben k1 in den Körpern AA1 befestigt, so daſs sie der Drehung nicht folgen können. Auf den Cylindersegmenten, welche in A und A1 eingepaſst sind, sind Schränkstücke mittels Schrauben befestigt. Macht der Hebel b eine Schwingung in Richtung des in Fig. 25 gezeichneten Pfeiles, so werden mittels der Hebel ee1 ff1 die Stücke um kk gedreht, und die Schränkstücke drücken die Zähne in der erforderlichen Weise nach den Seiten. Bei weiterer Bewegung weichen die Schränkstücke zurück, und Schraube b3 stöſst gegen Winkelhebel c. Dieser hebt mittels des Stiftes d den mit Gewicht beschwerten Hebel D, so daſs die blinke D1 bewegt wird, wodurch das Sägeblatt weiter geschoben wird.

Um ein seitliches Abweichen von D1 zu verhindern, ist eine Blattfeder d1 auf den Hebel D aufgeschraubt.

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Die Sägenschärfmaschine von Holst und Fleischer in Christiania (* Oesterreichisch-Ungarisches Privilegium vom 18. November 1888) besteht aus einem tragbaren mit einem Fuſse versehenen Gestelle, welches eine in zwei Richtungen verstellbare Schmirgelscheibe und deren Antriebsvorrichtung trägt. Das Gestell wird vor das zu schärfende Gatter gebracht und die Arbeit vollzogen, ohne daſs die Sägen aus dem Rahmen entfernt werden.

Die selbsthätige Sägenschärfmaschine von Fr. Schmaltz in Offenbach a. M. (* D. R. P. Nr. 45747 vom 8. Januar 1888) arbeitet mit einer umlaufenden Schmirgelscheibe, welche auf einen mit Gegengewicht versehenen Hebel in Körnerspitzen nach allen Seiten verdrehbar gelagert ist, so daſs sie eine verschiedenartige Neigung annehmen kann (Fig. 26).

Die Schmirgelscheibe wird durch Schnurlauf F und Leitrolle vom Vorgelege aus getrieben und soll etwa 1200 Umdrehungen in der Minute machen. Von dem gleichen Vorgelege wird durch einen weiteren Schnurlauf und Leitrolle eine Welle a mit einer Geschwindigkeit von 80 bis 110 Umdrehungen in der Minute angetrieben, welche auf der rechten Seite des Gestelles angebracht ist, rechtwinklig zum Vorgelege steht und die beiden Kurbelscheiben A und B trägt. Scheibe A bewirkt den Vorschub der Sägen, Scheibe B die Auf- und Abwärtsbewegung der umlaufenden Schmirgelscheibe. Die zu schärfenden Sägen werden mittels verschiedener an der Vorderseite des Gestelles anzubringenden Einspannvorrichtungen in geeigneter Weise befestigt.

Die Gattersägenblätter spannt man in den Schlitten G; derselbe läſst sich auf der Schiene H leicht hin und her bewegen und kann durch ein schmiedeeisernes Parallelogramm mittels Fuſstrittes auf- oder abwärts, je nach Breite der Sägen, in die richtige Höhe ein- und durch eine Stellschraube festgestellt werden.

Zum Einspannen der Kreissägeblätter dient ein wagerechter Dorn, auf welchen das Sägeblatt gesteckt und mittels eines auſsen conischen Ringes festgeklemmt wird. Um Kreissägenblätter von verschiedenem Durchmesser bearbeiten zu können, sitzt diese Einspannvorrichtung auf einer senkrechten Stange, auf welcher sie verschoben und in jeder Höhe festgestellt werden kann.

Die Bandsägen werden nur auf einen Bolzen gelegt, der in senkrechter Richtung, den verschiedenen Breiten der Sägen entsprechend, verstellbar ist. Zu beiden Seiten der Maschine sind zur besseren Lagerung der betreffenden Bandsäge zwei Führungsrollen aufgestellt.

Sämmtliche Sägen werden mittels Feder gegen den kleinen Support B schwach angedrückt.

Ein kleines Gebläse, vom Schnurlaufe F angetrieben, saugt hinter der Schmirgel Scheibe den Schmirgelstaub ab.

Den Vorschub der Sägen bewirkt die mit verstellbarem Kurbelzapfen versehene Kurbelscheibe A mittels Hebelübersetzung durch einen Sperrhaken, der direkt in die Sägezähne eingreift.

Die Auf- und Abwärtsbewegung der Schmirgelscheibe erfolgt durch Kurbelscheibe B mittels verstellbaren Kurbelzapfens und Hebelübersetzung.

Durch das Verstellen der beiden Kurbelzapfen und der beiden Kurbelscheiben gegen einander läſst sich jede Zahnform schärfen bezieh. herstellen. Stellt man z.B. bei einer kleinen Zahnentfernung den Kurbelzapfen der Kurbelscheibe B auf groſsen Hub, so wird die Zahnform eine spitzwinklige, weil die Schmirgelscheibe beim Emporsteigen allzu schnell im Verhältnisse zum Vorschubtempo den Zahnrücken berührt. Stellt man dagegen den Hub an der Kurbelscheibe B kleiner, so wird die Geschwindigkeit der Aufwärtsbewegung der Schmirgelscheibe eine geringere und in Folge dessen die Zahnform eine stumpfwinklig. Im Allgemeinen soll der Hub der Schmirgelscheibe nicht |245| kleiner werden als zwei Zahnhöhen, weil sonst der Zahn eine zu sehr abgerundete Spitze erhält. Ist eine Säge mit weiterer Verzahnung zu schärfen, so muſs der Hub an Kurbelscheibe A dementsprechend vergröſsert werden. Um dann aber eine ganz bestimmte praktische Zahnform zu erreichen, muſs dementsprechend selbstverständlich auch der Hub an Kurbelscheibe B vergröſsert werden.

Durch Verstellen dieser beiden Hübe allein wird nicht immer die gewünschte Zahnform erzielt. Die Aufwärtsbewegung der Schmirgelscheibe muſs früher oder später im Verhältnisse zum Sägenvorschube erfolgen können; dies erlangt man durch Verstellen der Kurbelscheiben A und B gegen einander.

Um gleichzeitig mehrere Zähne derselben Säge schärfen zu können, benutzt C. Metzmacher in Bliedinghausen bei Remscheid (* D. R. P. Nr. 45642 vom 8. Mai 1888) einen Rahmen, in welchem eine entsprechende Anzahl dreikantiger Feilen in der gewünschten Entfernung und Stellung von einander zwischen Backen festgeklemmt werden. Der Rahmen erhält Handgriffe. Die hier zu benutzenden Feilen haben cylindrische Enden, welche aufgerauht werden, so daſs sie sich in die weich gefütterten Backen sicher eindrücken können.

Um Kreissägen während des Schärfens einzuspannen, benutzt A. Erdmann in Hamburg (* D. R. P. Nr. 47303 vom 6. November 1888) Klemmbacken, deren einer an einen Tisch festgeschraubt ist, während der andere durch eine Bügelfeder von letzterem stets abgedrängt wird, wobei ein Excenterbügel den Schluſs beider Backen und das Festspannen des Blattes bewirkt.

Hobel- und Fräsmaschinen.

Th. Küpper in Bonn (* D. R. P. Nr. 45310 vom 30. Mai 1888) bringt sine Holzhobelmaschine in Vorschlag, deren Messerwelle senkrecht steht, während die Messer in wagerechter Ebene umlaufen und arbeiten (Fig. 27).

Auf einer Welle a sitzt eine Scheibe b, welche mit conischen Rändern c versehen ist. Im Inneren dieses Randes stehen radial und geneigt zur Achse a die Messer d, welche am Rande c angeschraubt sind. Die Messer d sind mit Einern Schlitze versehen, um dieselben nachstellen zu können, wenn die Schneiden durch Schleifen abgenutzt sind. Das Nachstellen während des Betriebes der Maschine geschieht durch Heben der Welle a.

Die Messer sind so gestellt, daſs stets nur die äuſsersten Kanten der Hobeleisen d arbeiten, oder daſs die Schneiden-Hobeleisen einen Kreis bilden, demnach also mit der ganzen Schneidefläche das Werkstück bearbeiten.

Die Hobeleisenscheibe b wird oben durch eine Scheibe f verdeckt, welche auf die Welle a aufgekeilt ist und mit dieser umläuft. Das Werkstück g wird durch zwei Druckwalzen h und i auf den Tisch gepreſst, damit dasselbe beim Bearbeiten nicht ausweichen und keine Späne in die Messer fallen können.

Die Doppelfräsmaschine von Ernst Kirchner und Co. in Leipzig-Sellershausen (* D. R. P. Nr. 45934 vom 1. Juli 1888) gestattet das Arbeiten mit zwei Fräsern, die von zwei Seiten auf das zwischen den Fräsern liegende Arbeitsstück einwirken, jedoch kann dieselbe ohne Weiteres so eingestellt werden, daſs mit nur einem Fräser gearbeitet Werden kann und dabei eine unbeschränkt groſse Arbeitsfläche geboten ist.

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Das Gestell der Maschine trägt die Tischplatte A (Fig. 28), unter deren vorderem Theil sich auf- und abstellbar die Fräserwelle B befindet. Unter der Tischplatte A ist der Tragarm C angeordnet, welcher sich umschlagen läſst zwecks Erreichung einer freien Arbeitsfläche für nur einen Fräser oder einer bequemen Einlage der Arbeitsstücke. Der Arm C ist bei a drehbar, und befindet sich ferner am Gestell der Anschlagknaggen D. Der obere Fräser befindet sich an der Welle b, welche im vorderen Theile des Armes C gelagert und mittels Scheibe E angetrieben wird. Die Einstellung der Höhenlage des oberen Fräsers läſst sich mittels Stellspindel c herbeiführen. Um jedoch während des Arbeitens den oberen Fräser schnell ausrücken bezieh. emporheben zu können, ist eine besondere Auslösung angebracht.

Letztere ist wie folgt eingerichtet: Der Zapfen F gleitet in einem Schlitzloche d des Deckels G, der unbeweglich ist und gleichzeitig als Lagerdeckel dient. Durch Verdrehung des Hebels h bezieh. der Büchse t wird Zapfen F in dem Schlitze bewegt, und durch Wirkung des letzteren die Büchse i nebst der Fräserspindel b emporgehoben. Ist der Fräser in tiefster Stellung, so wird der Zapfen F in seiner Stellung durch eine federnd wirkende Haltevorrichtung H gesichert (Fig. 29).

Um mit der Maschine kleine, runde Gegenstände bearbeiten zu können, wird der Tisch der Maschine mit einer geschlossenen Grundplatte versehen, auf welcher, durch eine Schraubspindel verschiebbar, ein in Gleitbahnen geführter Bock angebracht ist. Am Bock befindet sich eine Stellspindel, deren Achse mit jener des Arbeitsstückträgers zusammenfällt. Letzterer ist drehbar angeordnet und läſst sich mittels Schneckenrades und einer Schneckenkurbelwelle langsam verdrehen. Die Entfernung der Arbeitsstückträgerachse von jener der Fräserwelle läſst sich durch Gesammtverschiebung des Bockes auf der Platte mittels einer Spindel bewerkstelligen.

Die etwas umständlich zusammengesetzte Universal-Holzbearbeitungsmaschine von R. Pötzsch in Klein-Zschocher bei Leipzig (* D. R. P. Nr. 43025 vom 16. März 1887) besitzt in einem Gestell neben einander eine Säulenfräse und eine Bandsäge, aus deren Tisch noch eine Fräse hervorragt. Unter dem Gestell der Säulenfräse liegt die Hobelmaschine, deren Messerwelle Bohrer, Stemmer und Kreissägen tragen können.

Ueber die zum Fräsen und Kehlen benutzten Messer läſst sich A. Gerson im Praktischen Maschinenconstructeur, 1889 * S. 44 ausführlich aus, indem er zunächst den in der Praxis oft verwischten Unterschied zwischen Kehlen und Fräsen feststellt, um sodann auf deren Formgebung einzugehen.

Der Unterschied zwischen dem Fräsen und dem mittels Maschinen ausgeführten Kehlen des Holzes ist kein genereller, sondern er wird bei übereinstimmender Wirkungsweise des Werkzeuges nur durch die Form und die Führung des bearbeiteten Holzstückes bedingt. Kehlen nennt man in der mechanischen Holzbearbeitung das Fräsen gerader, leistenartiger Holzstücke unter Zuhilfenahme einer selbsthätigen Holzzuführung. Als Fräser werden gemeinhin die aus einem soliden Stücke bestehenden Werkzeuge, als Kehlmesserköpfe aber diejenigen Werkzeuge bezeichnet, die nach Art der Hobelmesserköpfe gearbeitet sind, bei denen also die schneidenden Organe abgenommen werden können und die nur in einer einzigen Drehrichtung nach rechts oder nach links arbeiten. Nur das letzterwähnte Moment kann als kennzeichnend angesehen werden; denn auch beim Fräsen können, wie sehen werden, Werkzeuge mit abnehmbaren Messern, sogen. Fräsmesserköpfe oder Fräsköpfe, vortheilhaft zur Anwendung kommen. Das gesammte Gebiet der einschlägigen Werkzeuge wird man am zweckmäſsigsten eintheilen m dasjenige der einseitig wirkenden und dasjenige der zweiseitig wirkenden Werkzeuge. Da beim Kehlen, beim Profiliren eines geraden Holzstückes, die Arbeitsrichtung von vornherein so gewählt werden kann, daſs von Anfang bis |247| zu Ende in der erforderlichen Weise mit den Fasern des Holzes gearbeitet wird, so ist ein Wechsel dieser Arbeitsrichtung nicht nöthig, und einseitig wirkende Werkzeuge entsprechen deshalb dem Bedürfnisse. Dieselben können aber selbstredend aus einem einzigen Stücke gearbeitet werden, wenn man dies auch aus Gründen ökonomischer Herstellung und bequemer Instandhaltung, vielleicht mit Ausnahme regelmäſsiger Werkzeuge zur Anfertigung der Nuthen und Spunde, nicht thun wird. Beim Fräsen geschweifter Kanten, die bald abfallend, bald steigend durch die Fasern des Holzes gehen, muſs die Drehrichtung des Werkzeuges, der Richtung der Contour zu den Holzfasern angepaſst werden und muſs man entweder zwei gesonderte Werkzeuge von gleichem Profil, jedoch entgegengesetzter Drehrichtung zur Verfügung haben, oder ein zweiseitig arbeitendes Werkzeug auf einer Spindel benutzen, deren Drehrichtung man im gegebenen Augenblicke wechseln kann. Die letzterwähnte Arbeitsweise ist die gewöhnliche.

Seiner Natur nach ist das Fräsen bezieh. Kehlen nichts anderes als ein schnell auf einander folgendes kreisförmiges Schneiden mittels eines entsprechend profilirten Messers, und es sind nur verschwindend kleine Theile der Schnittbahnen, aus welchen sich das endgültige Profil zusammensetzt. Wie stets beim Schneiden des Holzes, gilt als hauptsächliche Regel, daſs mit der Härte des Holzes sowohl der Schneidenwinkel als auch der Anstellungswinkel zunimmt.

In der nachfolgenden Zusammenstellung sind nur die fast ausschlieſslich zum Fräsen und Kehlen benutzten rotirenden Werkzeuge berücksichtigt. Man verwendet auch in ganz seltenen Fällen, und zwar zum Herstellen feiner Leisten aus edlen Holzarten, feststehende, ebene Werkzeuge, welche am Ende mit dem Profile versehen sind und fast senkrecht zum Holze stehen, das in einer Geradführung mittels Zahnstangengetriebe unter allmählicher Nachstellung des mehr kratzenden als schneidenden Werkzeuges vorwärts bewegt wird.

(Fortsetzung folgt.)

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