Titel: Deutsche Allgemeine Ausstellung für Unfallverhütung in Berlin.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1889, Band 274 (S. 305–317)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj274/ar274045

Bergbau, Aufbereitung und Hüttenwesen auf der Deutschen Allgemeinen Ausstellung für Unfallverhütung.

(Fortsetzung des Berichtes S. 193 d. Bd.)

Mit Abbildungen auf Tafel 11.

c) Ventilatoren:

Hierher gehören

18) der von Dingler's Maschinenfabrik zu Zweibrücken gebaute, patentirte Kley'sche Ventilator, welcher auf der Grube Kreuzgräben benutzt wird;

19) der patentirte Pelzer'sche Ventilator der Grube Altenwald, welcher ein eigenthümliches Flügelrad besitzt, sowie der Doppelventilator System Pelzer, und

20) der Doppelventilator, System Guibal, welche allgemein bekannt sind. Bei dem letzteren System auf dem Kasbergschachte der Grube Von der Heydt kann jeder Ventilator sowohl für sich unmittelbar aus der Grube als auch der linke Ventilator vom rechten saugen, während beim Pelzet'schen Doppel Ventilator (Kirchheckschacht, Von der Heydt) beim Zusammenarbeiten der eine aus der Grube, der zweite aus dem ersteren saugt.

21) Wetterriſs und Wettertafel: Die Abtheilung Karl, Grube Von der Heydt, ist sehr ausgedehnt und hat eine groſse Zahl einfallender Wetterströme, dabei aber nur so viel Wetter, daſs auf den Kopf der Belegschaft wenig mehr als 2cbm kommen. Die Vertheilung der frischen Wetter geschieht sehr aufmerksam mit Hilfe des Wetterrisses und der Wettertafel.

Die Einrichtung des Risses ist auf demselben erläutert, sie gestattet mit ihren beweglichen Fahnen, welche Belegung, Fördermenge und Wettermenge an den einzelnen Betriebspunkten angeben, den Riſs selbst Jederzeit ändern und somit für längere Betriebsperioden verwenden zu können.

Die Wettertafel stellt den Stammbaum der Wetter dar und dient dem Wettersteiger zur leichteren Regelung des Wetterzuges. Auf dieselbe wird die aus dem Wetterrisse ermittelte Soll-Geschwindigkeit der |306| Wetter an den einzelnen Meſspunkten mit rother Kreide aufgetragen, das Ergebniſs der ausgeführten Messung aber mit weiſser Kreide. In solcher Weise kann einerseits der Wettersteiger, der immer nur mit Wettergeschwindigkeiten zu rechnen hat, sehr leicht etwa nothwendige Aenderungen im Wetterzuge vornehmen, andererseits auch der Betriebsführer jederzeit sich von der richtigen Wetterführung überzeugen.

d) Sicherheitslampen:

22) Schondorf'sche Sicherheitslampe mit magnetischem Verschlusse und Wenderoth's Sicherheitslampe mit doppeltem Magnetverschlusse (vgl. D. p. J., 1889 273 49).

e) Control- und Signalvorrichtungen:

23) Gerhard's Fördercontrolapparat (Fig. 5), welcher als Geschwindigkeitsmesser für Fördermaschinen dient, hat gegenwärtig folgende Einrichtung: Ein in einem guſseisernen Gehäuse senkrecht stehender Schwungkugelregulator wird durch die beiden conischen Räder a und b von der auſserhalb des Gehäuses sich befindenden Riemenscheibe c in Umdrehung gesetzt, welch letztere ihre Bewegung von einer auf der Seilkorbachse der Fördermaschine sitzenden gröſseren Riemenscheibe erhält. Die Auswärtsbewegung der an Winkelhebeln befestigten Schwungkugeln wird durch die Zugstangen d auf die verschiebbaren Muffe e übertragen, derart, daſs diese beim Stillstande der Maschine sich an ihrer höchsten Stelle befindet und beim Betriebe bezieh. Auseinandergehen der Schwungkugeln nach unten geschoben wird. Durch die Bewegung der Muffe e wird mittels des Hebels f die Achse g gedreht. Letztere geht durch die Rückwand des Gehäuses und trägt hier einen Hebel h, welcher mittels Gelenkstange den auf einem in der Rückwand befestigten Zapfen drehbaren Zeiger z bewegt. Der Zeiger ragt über das Gehäuse hinaus und gibt mit seiner Spitze auf der hinter ihm (ebenfalls auſsen an der Rückwand) befestigten Scale ii die Umfangsgeschwindigkeit des Seilkorbes an. Die Dimensionen des Apparates sind so gewählt, daſs bei seiner Aufstellung dicht neben dem Teufenzeiger (der Maschinenwärter hat dann von seinem Stande aus gleichzeitig beide Apparate vor Augen) der Zeigerweg und die Scala deutlich erkennbar sind.

Der Abwärtsbewegung der Muffe e wirkt eine schraubenförmig gewundene und über die Regulatorachse geschobene Stahlfeder entgegen. Da aber die Zunahme der Federkraft einer einfachen Feder beim Zusammendrücken nicht in gleichem Maſse wächst wie die Centrifugalkraft der Schwungkugeln, so ist noch eine zweite, und zwar gebogene Feder aus Flachstahl an zwei Zapfen kk aufgehängt, welche die Federkraft der gewundenen Feder ergänzt derart, daſs sie beim Stillstande das Bestreben hat, die Schwungkugeln von einander zu entfernen, nach einem gewissen Wege der Kugeln aber umgekehrt dieselben zusammen zu halten sucht. Hierdurch ist eine fast gleichförmige Eintheilung der |307| Scala ii ermöglicht. Ohne die zweite Feder würde der Zeiger geringere Geschwindigkeiten nicht angeben und bei gröſseren Geschwindigkeiten gleich bis an das Ende der Scala überschlagen; auſserdem gibt die zweite Feder den Zeigerbewegungen eine gröſsere Ruhe.

Ueber dem Raume des Gehäuses, welches den Regulator umschlieſst, ist durch eine Wand ein zweiter Raum abgetrennt, welchen Glasthüren bezieh. Glasscheiben abschlieſsen. In diesen Raum ragt eine, an einem mit der Muffe e verbundenen Arme befestigte Stange hinein, welche an ihrem oberen Ende einen Schreibstift trägt. Letzterer bewegt sich mit der Muffe senkrecht auf und ab und fixirt diese Bewegung auf dem Papierstreifen der Trommel l, welche zwischen zwei Stahlspitzen in dem Trommelhalter m drehbar eingesetzt und an ihrem oberen Rande verzahnt ist. In die Verzahnung greift das Triebstockrädchen n, welches durch die auf dem Gehäuse des Apparates aufgestellte Ankeruhr in Umdrehung gesetzt wird. Die Trommel macht in 12 oder auch 14 Stunden eine Umdrehung, wobei der Schreibstift in fortlaufender Weise die Anzahl der Züge aus dem Schachte und die entsprechenden Seilgeschwindigkeiten auf dem Papierstreifen aufträgt. Der Trommelumfang und dementsprechend die Länge des Papierstreifens ist so groſs, daſs die einzelnen Curven sich deutlich erkennen lassen, also der Streifen ein genaues Bild vom Betriebe der Fördermaschine nebst den Pausen gibt.

Die Streifen sind mit einem Liniennetz bedruckt, dessen Wagerecht-Linien die Geschwindigkeit des Seiles anzeigen, während die Senkrecht-Linien für die Stunden und Minuten dienen. Der Trommelhalter m ist einerseits auch in zwei Stahlspitzen drehbar eingespannt, so daſs die Trommel beim Auf- oder Ablegen eines Streifens mit dem Rahmen durch die Thüröffnung herausgedreht werden kann und sich auch wieder leicht in die durch einen Anschlagstift begrenzte Normallage zurückschieben läſst.

24) Gerhardt's Depressionsmesser (Fig. 6) mit Registrirwerk für Ventilatoranlagen: Derselbe zeigt gegenwärtig folgende Einrichtung: A und B sind zwei zusammengegossene, genau cylindrisch und beide gleich weit ausgebohrte Cylinder mit gemeinschaftlichem Boden, welche an letzterem durch die Oeffnung o mit einander in Verbindung stehen und bis zu einer gewissen Höhe xx mit Wasser gefüllt werden.

Der Cylinder B ist oben mit einem Deckel luftdicht abgeschlossen und wird mittels des Hahnes y durch eine Rohrleitung mit dem Saug-Kanal der Ventilatoranlage in Verbindung gebracht.

Der Cylinder A erhält ebenfalls einen Deckel, durch welchen die Stange des hohlen Schwimmers C lose hindurch geht und geführt wird. Durch die Oeffnung z kann die äuſsere Luft in den Cylinder A treten, ohne auf die Schwimmerstange einen merkbaren Einfluſs auszuüben.

Die Schwimmerstange ist oben in den Schreibfederhalter e eingeschraubt, |308| an welchem das eine Ende des Hebels f um einen Stift leicht drehbar angeschlossen ist, während das andere Ende desselben von der Schlinge g leicht beweglich unterstützt wird.

Auf der Welle des Zeigers h ist ein Gegenlenker angebracht, dessen Zapfen in ein Auge des Hebels f bei i greift und dadurch einerseits die senkrechten Bewegungen des Schwimmers C auf den Zeiger h überträgt, welcher die Luftverdünnung und den Ueberdruck bei Stillständen im Saugkanal bezieh. Wetterschachte innerhalb der Grenzen, wie sie beim Grubenbetriebe vorkommen, in etwas vergröſsertem Maſsstabe an der Scale J angibt, anderseits die Gradführung des Schreibfederhalters in senkrechter Richtung bewirkt, wobei die kleinen Ungenauigkeiten durch die dünne flache Feder k ausgeglichen werden.

Auſser dem Schwimmer C befinden sich keine bewegten Theile in den Cylindern bezieh. in der Wasserfüllung, wie dieses bei älteren Constructionen stets der Fall war, dieselben sind vielmehr sämmtlich in einem, über den Cylindern errichteten, mit Glasthüren verschlossenen Holzkasten, worin der Raum für die Stunden-Uhr durch die punktirt angegebene wagerechte Scheidewand dicht von dem unteren Raume abgetrennt ist, untergebracht.

An dem Deckel des Cylinders B sind das Spurlager der Trommel D, welches gleichzeitig als Lagerbüchse der gemeinschaftlichen Zeigerund Gegenlenkerwelle ausgebildet ist, und das Stützzapfenlager für die Schwinge g angegossen. Das ganze Hebelwerk kann also leicht mit diesem Deckel ein- und ausgebaut werden.

Die Stunden-Uhr, welche zum Zählen der Maschinenumdrehungen mit einem groſsen Sekundenzeiger versehen wird, treibt mittels Schraubengetriebe und Schraubenrad die Trommel D in 24 Stunden einmal herum. Dabei stellt die Feder t auf Papierstreifen, welche um die Trommel gelegt werden und mit entsprechender Eintheilung versehen sind, in einer fortlaufenden Curve den Gang der Maschine dar, indem sie genau die im Wetterschachte erzielte Luftverdünnung angibt.

25) Depressionsmesser, System Ochwadt: Bei dem aufgestellten Apparate ist abweichend von früheren Einrichtungen in zwei gleich weit gebohrten, communicirenden Röhren je ein Schwimmer vorhanden, welche beide mittels Kette und Scheibe auf die Zeigerwelle wirken und von denen der eine die Schreibvorrichtung trägt. Ist der Apparat bis zur Ueberlaufschraube gefüllt, so tauchen beide Schwimmer etwa 40mm tiefer ein, als zum Schwimmen erforderlich, und dieses Mehr darf verdunsten, ehe eine Störung des Gleichgewichtes eintreten kann. Es bleibt also der Nullpunkt monatelang unverändert.

26) Gruben-Contact-Apparat mit Läutewerk für kräftigen Einzelschlag ohne Laufwerk: Bei maschinellen Seil- oder Kettenförderungen kann man von vielen Punkten des Stollens oder der Strecke aus Signale nach dem Maschinenraume geben.

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27) Elektrischer Signal-Apparat bei der Schachtförderung und Seilfahrt: An Stelle der mechanischen Signale treten bei tiefen Gruben die elektrischen. Seit 1873 ist auf den Königlichen Saarbrückener Gruben ein von Siemens und Halske in Berlin construirter magnet-elektrischer Signalapparat eingeführt, welcher sich durchaus bewährt hat.

28) Wasserstandszeiger für Dampfkessel, System Ochwadt. Der ausgestellte Wasserstands-Apparat ersetzt die gesonderten Verbindungen durch einen einzigen senkrechten Schlitz, welcher, in der Stirnwand des Kessels beginnend, sich bis an die Glasplatte fortsetzt und so gestattet, durch letztere bei jeder Höhe des Wasserspiegels bis ins Kessel-innere zu sehen. Um das Verspannen der Glasplatten zu verhindern, liegen unter den Muttern zum Anziehen derselben starke Federn.

Das Reinigen der Glasplatten erfolgt bei abgesperrtem Glase mittels einer besonderen, mit einer gewissen Hahnstellung in Wirksamkeit tretenden Bohrung durch einen kräftigen, von oben nach unten durchstreichenden Wasserstrahl und kann bei den von der Firma Richard Schwartzkopf im Betriebe ausgestellten Apparaten beobachtet werden.

Auf Grube Von der Heydt sind 21 dieser Apparate in Betrieb.

29) Anemograph auf der Grube Heinitz: Die jeweilige Geschwindigkeit des durch einen Guibal-Ventilator erzeugten Wetterstromes wird auf einem Papierstreifen graphisch dargestellt. Der Apparat steht mit einem Contact-Anemometer gewöhnlicher Construction auf der Tiefbausohle eines anderen Schachtes in elektrischer Verbindung. Die durch Vermittelung des Contact-Anemometers von der Lokalbatterie desselben gelieferten Ströme erregen den Elektromagneten A (Fig. 7) des Registrirapparates und bewirken mittels des Hebelsystemes abc ein Drehen des Rades B von rechts nach links um je einen Zahn auf einen Contact. Die Achse des Rades B trägt zwei Triebe C und D, welche mit den beiden Rädern E und F in Einklang gebracht werden können. Auf der Achse von E sitzen zwei Scheiben, von welchen die hintere eine Eintheilung von 0 bis 25° trägt und mit der vorderen Scheibe dazu dient, die Zahl der nicht zu registrirenden Contacte nach Belieben einzustellen. Hierbei wird folgendermaſsen verfahren: Man hebt mit der linken Hand den Zeiger G in die Höhe, faſst mit der rechten Hand die vordere Scheibe und dreht sie so lange von links nach rechts, bis der Zeiger über dem Theilstrich steht, welcher der Zahl der nicht zu registrirenden Contacte entspricht. Vom Theilstrich 90 an sind aus Mangel an Platz nur je 2 Zahlen markirt, so daſs man zu lesen hat 80, 90, dann 10 = 100, 11 = 110 u.s.w.

Es wird angenommen, daſs sämmtliche Hebel in der durch Fig. 7 veranschaulichten Ruhestellung sich befinden und der Zeiger G z.B. auf 40 steht. Da in dieser Lage Rad E und Trieb C in Eingriff sind, so wird E und damit auch der Zeiger G nach rechts gedreht, und nach dem 40. Contacte der Hebel d durch Zeiger G und Hebel f ausgelöst. |310| Das Rad E fällt, durch das Gewicht H getrieben, in seine Ausgangsstellung zurück, der Trieb D kommt in Eingriff mit Rad F und der Wagen mit Stift fängt an zu registriren.

Die viertelstündige Auslösung des Wagens geht folgendermaſsen vor sich. Auf der die Uhr mit dem Registrirapparate verbindenden Transmissionsachse, die jede Stunde eine Umdrehung macht und mit Hilfe eines Gegengewichtes das Papier um 20mm vorwärts schiebt, sitzt ein vierfaches Excenter, auf welchem der Stift g des Hebels h gleitet. Während der viertelstündigen Bewegung wird der Stift g vom Excenter nach unten gedrückt, fällt je am Ende einer Viertelstunde in den nächstfolgenden Einschnitt des Excenters und löst mittels des Stiftes i den Hebel d wieder ein. Damit wird der Wagen frei und fährt in seine Anfangsstellung zurück.

Will man eine beliebige andere Contactzahl nicht auf den Wagen wirken lassen, so hat man einfach den Zeiger G auf die betreffende Zahl der Scala einzustellen. Dabei ist jedoch zu beachten, daſs diese Einstellung nur dann geschehen kann, wenn Trieb E und Rad C auſser Eingriff sind, d.h. wenn der Wagen seine Function übernommen hat.

Die Schnurrolle K trägt einen Stift l, auf welchem der Hebel m bei gleichzeitiger Schlieſsung des Contactes mn so lange aufliegt, als der Wagen mit Stift eine gewisse Stelle des Papieres nicht überschritten hat. In 10 Secunden vor Schluſs der Viertelstunde wird durch die Uhr ein zweiter Contact hergestellt; nur wenn beide Contacte zugleich geschlossen sind, d.h. die Minimalcontactzahl nicht erreicht ist, kann die Glocke in Thätigkeit kommen. Sobald die Glocke ausgelöst ist, läutet sie fort, bis man den Draht an der Glocke niederzieht.

f) Sprengstoffe und Zündmaschine.

30) Verwendung von brisanten Sprengstoffen in Verbindung mit Wasserpatronen auf Grube Dudweiler: Seit einem Jahre wird an solchen Arbeitspunkten, die sehr trocken und reich an Kohlenstaub sind, oder wo ein Auftreten von Schlagwettern befürchtet wird, ausschlieſslich mit Gelatinedynamit in der Form von Wasserpatronen geschlossen. Beim Herrichten der letzteren, von denen eine im Modell vorliegt, wird zu jedem Sprengschusse stets nur eine einzige der nicht über 18mm dicken Gelatinepatronen verwendet, die daher in fünf verschiedenen Längen (bis zu 310mm) vorräthig gehalten werden. In die Gelatinepatrone wird am unteren Ende ein Holzpflöckchen gesteckt, oben das Zündstäbchen eingeführt und sodann die Patrone mit dem unteren Ende vorne in die wasserdichte Papierhülse gebracht. Diese Hülse hat 30mm Durchmesser bei 430mm Länge und wird, nachdem die Patrone eingeführt, voll Wasser gegossen, dann am offenen Ende mit einem Lettenstöpsel verschlossen und dort so fest zugebunden, daſs beim Abwärtsdrehen der Patrone kein Wasser ausflieſst. Durch das Holzpflöckchen, das Zündstäbchen |311| und den dieses umgebenden Lettenstöpsel wird die Gelatinepatrone in einfacher Weise im Inneren der Hülse festgehalten und bleibt bei jeder Richtung des Bohrloches von Wasser umgeben. Der Lettenpfropfen dient gleichzeitig den ersten Besatznudeln als Widerlager.

Auf vorgenannter Grube, wo das Wasserschieſsen eine ausgedehnte Anwendung gefunden hat, ist man bisher mit dem Erfolge in jeder Weise zufrieden: Bei vorschriftsmäſsigem Herrichten der Patrone und vorschriftsmäſsigem Besetzen des Loches kann die Gefahr einer Entzündung schlagender Wetter durch den Sprengschuſs als ausgeschlossen gelten. Nicht zu verkennen ist aber, daſs es beim Schieſsen mit Wasserpatronen vor allem auf die genaue Durchführung des Wasserbesatzes und die vorschriftsmäſsige Herstellung der Patrone selbst ankommt. Die Controle dieser Durchführung ist allerdings sehr erschwert. Auf Grube Dudweiler sucht man sie dadurch herbeizuführen, daſs man das Besetzen und Wegthun der Bohrlöcher besonders angelernten „Schieſshauern“ übertragen hat; diese allein sind im Besitze einer elektrischen Zündmaschine, haben, wenn nur eben möglich, selbst die Wasserpatronen jedesmal herzurichten, müssen sich aber auf alle Fälle vor dem Besetzen zunächst erst überzeugen, daſs die Herrichtung der Patrone vorschriftsmäſsig erfolgt ist.

31) Elektrische Zündmaschine für bergmännische Arbeiten: Die Wirkungsweise der leicht beweglichen ausgestellten Maschine beruht auf Anwendung der Reibungselektricität (drei neben einander angebrachte Scheiben aus Hartgummi). Zum Ansammeln der Elektricität dient eine Leydener-Flasche. Das Innere der Maschine besitzt ein wasserechtes Gehäuse.

g) Verschiedenes.

32) Verbesserter Fleuss'scher Athmungsapparat: Derselbe besteht aus dem Filterkasten, dem Luftkissen, der Gesichtsmaske, dem Sauerstoffcylinder nebst vier Verbindungsschläuchen.

Als 33) kommen noch die Radsätze, Patent Halmay (D. R. P. Nr. 25006) in Betracht, die eine gröſsere Sicherheit des Betriebes gewähren, insofern, als die Räder dieser Sätze stets auf den Schienen Reiben und dadurch ein Entgleisen des Wagens möglichst vermieden wird. Da sie leichter beweglich sind als die früheren Radsätze, so wird auch das Arbeitspersonal mehr geschont.

34) Als Wohlfahrtseinrichtung würden die Kaffeeschänken zu erwähnen sein, welche auf den Gruben Dechen und Heinitz hergerichtet sind und sich eines reffen Zuspruches seitens der Arbeiter erfreuen sollen.

6) Bergwerksgesellschaft „Gneisenau“ in Derne bei Dortmund.

Die reichhaltige Ausstellung ist durch eine gedruckte Beigabe erläutert.

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Von allen Grubenarbeiten kann man das Abteufen von Hand als die gefährlichste Arbeit bezeichnen, während man beim Abteufen von mehr als 58 Schächten nach dem Verfahren Kind-Chaudron's auch nicht eine einzige schwere Verletzung von Arbeitern zu beklagen hat (vgl. wegen des älteren Kind-Chaudron'schen Verfahrens Staſsfurt S. 196).

Zum ersten Male hat Chaudron bei den Schächten der Zeche Gneisenau ein neues Cüvelirungsverfahren angewendet, welches das Abteufverfahren unter Wasser in bemerkenswerther Weise billiger macht und daher eine häufigere Anwendung desselben ermöglicht.

Anstatt die mit einem Gleichgewichtsboden versehene Cüvelage beim Einsenken stets mit dem Kopfe oberhalb des Wasserspiegels im Schachte zu halten, hat Chaudron den Gedanken gehabt, die Cüvelage oben mit einem Deckel zu verschlieſsen, sobald ihre Höhe die entsprechende Höhe des Theiles vom Schachte erreichte, welche zu cüveliren nöthig war und dann die Cüvelage einzusenken.

Nachdem der zwischen der Cüvelage und dem Schachtstoſse frei gebliebene Raum mit Cement betonirt worden und dieser die nöthige Festigkeit erlangt hat, sümpft man das Wasser mit dem Kübel, baut den Deckel, die Gleichgewichtsröhren und den falschen Boden aus und bringt dann am Fuſse der Cüvelage noch eine Anschluſscüvelage an, um die Dichtigkeit des Schachtes sicher zu stellen.

Auf dem Schachte II der Zeche Gneisenau hat man diese Anschluſscüvelage bis zu einer gewissen Teufe im Kohlengebirge verlängern müssen, um einen Wasserzufluſs von etwa 1cbm in der Minute zu bezwingen, welchen man im Sandsteine, welcher das Zwischengebirge der Kohlenflötze I und II bildet, angefahren hatte.

Am Kopfe der Cüvelage werden Keilkränze angebracht, welche die Cüvelage mit dem Schachtstoſse verbinden sollen.

An dem ausgestellten Modelle kann man sich das Einsenken der mit dem Deckel versehenen Cüvelage klar machen.

Ganz besonders bemerkenswerth ist die durch ein Modell in 1/10 natürlicher Gröſse dargestellte Seilfahrteinrichtung mit Briart'scher Schachtführung. Letztere besteht aus starken Schienen, welche durch I-Träger verbunden sind. Diese sind in der Mitte des Schachtes auf 3 bis 4m,5 Entfernung angebracht. Die Schienen haben eine Länge von 9m.

Die aus zwei Etagen bestehenden Förderkörbe werden nur auf ihrer längeren durch stählerne Schuhe, welche an den Körben gut befestigt sind, geführt. Diese Führungsschuhe umfassen den Kopf der Schiene, jedoch derart, daſs genügender Spielraum zum freien Gleiten derselben längs den Führungsschienen bleibt.

Die in zwei parallelen Längsreihen laufenden Schienen sind unter sich und mit den Trägern durch zwei starke geschmiedete Stahlklauen verbunden, welche den Fuſs der Schiene unterhalb und oberhalb eines |313| jeden Trägers fassen. Das Ganze ist durch Schrauben fest angezogen. Ein Guſsstüek, welches als Verbindungsstück dient und zwischen die Schienen gesteckt wird, wird ebenfalls durch Schrauben gehalten. Dasselbe hat den Zweck, das Biegen der Schienen zwischen den Trägern zu vermeiden und die Festigkeit der Verbindung zu erhöhen. Die Schienen liegen dann noch in Einschnitten von 10mm Tiefe, welche in entsprechenden Entfernungen in die Träger eingelassen wird; es erleichtert dies das Einbauen der Führung und verhindert jede seitliche Ausbiegung der Führungsschienen.

Diese Führung ist also widerstandsfähig, leicht einzubauen, und die Entfernung zwischen den Führungsschienen bleibt constant. Sie stellt eine Trennung der beiden Fördertrumes her und ist an den Füllörtern nicht unterbrochen.

Durch die auf der Zeche Gneisenau zum ersten Male getroffenen Dispositionen ist das Schachtgeviere unnöthig geworden, die Schachtmündung ist vollständig frei, so daſs die Reparatur und Controle der Förderschale nebst Zwischengeschirr erleichtert ist. Das eiserne Seilscheibengerüst findet in einiger Entfernung von der Schachtmündung seine Stützpunkte; die 6m Durchmesser besitzenden Seilscheiben liegen über der Hängebank, der Schacht ist von allen Seiten zugänglich. Derselbe ist mit Geländer, Schachtthüren und Aufsetzvorrichtungen nach System Stauss versehen. Die von der Friedrich-Wilhelms-Hütte in Mühlheim a. d. Ruhr erbaute, 600 besitzende Fördermaschine ist für eine Dampfspannung von 7at construirt. Die Seiltrommeln haben 8m Durchmesser und 1m,50 lichte Breite, so daſs die verhältniſsmäſsig nahe Lage der Maschine am Schachte auf die Seilführung keinen Einfluſs hat. Die Kraft-Brialmont'sche Steuerung ist einfach und so angeordnet, daſs der Maschinist die Hängebank übersehen und dort vom Schachte aus jederzeit controlirt werden kann. Die Fördermaschine ist noch versehen mit einer Dampf- und einer Handbremse, einem Teufenanzeiger, einem Weidtmann'schen Geschwindigkeitsmesser, Sicherheitsventilen an den Dampfcylindern, zwei Hebelstutzen zum Festhalten der Seiltrommeln und einem Schwartzkopf'schen Sicherheitsapparate.

Der Weidtmann'sche Geschwindigkeitsmesser zeichnet jeden Seilhub, jede Bewegung des Förderseiles, die Geschwindigkeit desselben an jeder Stelle, jede Ruhepause und Controlstriche bei Revision durch Beamte auf.

Die zweistöckigen Förderkörbe fassen 20 Mann. Bei der Hypersiel'schen Fangvorrichtung, bei welcher die Fangklauen durch eine Spiralfeder bewegt werden, liegen alle beweglichen Theile in Rothguſsschalen. Für den Fall der Noth ist ein Nothdampfkabel mit doppeltem Vorgelege, Handbremse und zwei Sperrklinken vorhanden. Das Seil ist für eine Bruchbelastung von 100000k construirt. Elektrische Signale nebst Telephon Verbindung zwischen Hängebank und Füllort sollen eingerichtet werden.

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Hinsichtlich der Wasserhaltung, der Verladung (teleskopartige Rutschen) und Separation der Kohlen, der Brücke nach der Bergehalde, der Dampfkesselanlage, der Beleuchtung (vorwiegend elektrisch), der Aus- und Vorrichtungsarbeiten der Wetterführung in der Grube, der Wasch-, Speise- und Wohnräume sind überall die neuesten Fortschritte der Technik zur Sicherheit und zum Wohle der Arbeiter berücksichtigt.

Erwähnt sei noch das Modell, welches einen Bremsberg mit einem selbsthätigen Verschluſs nach dem Systeme Tomson darstellt.

7) Mansfeld'sche Kupferschiefer bauende Gewerkschaft.

Die Mansfeld'sche Gewerkschaft führt bekanntlich einen sehr alten berühmten Bergbau auf dem nur 8 bis 20cm mächtigen Kupferschieferflötze, dem untersten Gliede der Zechsteinformation, welches das Harzgebirge bandförmig mit verschiedenen Unterbrechungen umlagert und in welchem die Kupfererze fein vertheilt als Kupferglanz, Buntkupfererz und Kupferkies auftreten. Sie enthalten zugleich Schwefelsilber. Da die Erzführung im Wesentlichen von schädlichen Beimengungen (Wismuth, Antimon) frei ist, so ist das dargestellte Kupfer sehr rein. Der Gehalt des Flötzes beträgt durchschnittlich 2 bis 3 Proc. Kupfer und 0,001 bis 0,012 Proc. Silber (auf 1t Kupfer 4 bis 6t Silber).

A) Bergbau. Was den Bergbau anbetrifft, so sind seitens der Gewerkschaft folgende Gegenstände zur Anschauung gebracht:

1) Zweietagiger Förderkorb mit Seilführung und Fangvorrichtung.

Die ausgestellten beiden Förderkörbe repräsentiren zwei Systeme der Förderkorbführung im Schachte, und zwar a) Führung durch Seile, b) Führung durch Leitbäume.

Die Förderkorbführung durch Seile ist auf den neuen Tiefbauanlagen Eduard-Schacht II, Otto-Schacht III und Freiesleben-Schacht III eingeführt, nachdem bereits auf den älteren Tiefbauanlagen Lichtloch 81, Schacht I, Freieslebenschacht I und Ernst-Schacht III günstige Erfolge mit derselben erzielt worden waren.

Die Förderkörbe auf Eduard-Schacht II sind mit der in natura ausgestellten Fangvorrichtung versehen, welche sich durch Einfachheit auszeichnet und dabei mindestens eben solche Sicherheit für das Fangen des Korbes gewährt, als andere bekannte Fangvorrichtungen. Zur Führung des Förderkorbes dienen zu beiden Seiten desselben je zwei Eisenseile von 33mm Durchmesser, welche am Fördergerüste aufgehängt und im Schachttiefsten durch Belastungsgewichte gespannt werden.

Am oberen und unteren Ende des Förderkorbes befestigte zweitheilige Büchsen geben demselben die nothwendige Führung im Schachte. In den oberen Führungsbüchsen sind Stahlkeile (Fangkeile) eingepaſst, mittels welcher die Führungsseile fest angeklemmt werden können. Die Fangkeile, die durch Hebel mit der Königstange in Verbindung stehen, sind bei gespannter Tragfeder so weit aus den Führungsbüchsen herausgezogen, |315| daſs die Führungsseile lose durch dieselben gehen können. Sobald ein Seilbruch erfolgt, leitet die Tragfeder die Fangwirkung dadurch ein, daſs sie die Königstange zurückzieht, und somit die Fangkeile an die Führungsseile preſst; das weitere Festklemmen wird durch das Eigengewicht des Förderkorbes und eventuell der Ladung bewirkt.

Die Verbindungsstücke zwischen Seil und Förderkorb, sowie die Theile der Fangvorrichtung sind durchweg aus bestem Holzkohleneisen Jon mindestens 42k Bruchfestigkeit für 1qm angefertigt, die durch laufende Zerreiſsversuche an Probestücken festgestellt wird.

Um dem Förderkorbe eine gröſsere Steifigkeit und besseren Halt gegen Zerknicken zu geben, sind die Seitenwände aus 1mm,5 starkem Stahlbleche ausgeführt.

Als Aufsetzvorrichtungen sind auf der Hängebank hydraulische Caps (System Frantz), auf der Schachtsohle einfache Hebelcaps in Anwendung.

2) Einetagiger Förderkorb mit Holzführung und Fangvorrichtung für Lichtloch 81, Schacht III.

Die verschiedenen Mängel der White und Grant'schen Excentervorrichtung haben die Aufmerksamkeit auf die von C. Wolf in Zwickau construirte Fangvorrichtung (D. R. P. Nr. 24195) gelenkt. Dieser Fangvorrichtung liegt der Gedanke zu Grunde, durch eine mit Rechts- und Linksgewinde versehene Spindel, welche durch ein gegen die Leitbäume gedrücktes Reibungsrad in Umdrehung gesetzt wird, zwei Bremsbacken zeitlich an die Leitbäume zu pressen. Als Aufsetzvorrichtung kommt für diesen Förderkorb zum ersten Male die von Hantel und Lueg in Düsseldorf construirte mechanische Aufsetzvorrichtung (Fig. 8 bis 10) mit gutem Erfolge zur Anwendung. Die genannte Firma construirt dieselbe folgendermaſsen:

Die Stütze a, welche aus Stahl gefertigt ist, hat am Kopfe eine Schiefe Ebene b und ist mit dem wagerechten Schlitze c und dem gezeigten Schlitze d versehen.

Im Schlitze c führt sich der Rothguſsstein e, der lose auf den in den Böcken g drehbar gelagerten Welle f sitzt. Im Schlitze d gleitet der mit der Stahlrolle h versehene Bolzen t, welcher die an beiden Seiten der Stütze a angebrachten und mit der Welle f verkeilten Hebel k mit einander verbindet. Diese letzteren werden von dem mit einer Einklinkvorrichtung versehenen Handhebel m in wagerechter Lage gehalten. An dem Rahmen der Förderschale sind die stählernen Gegenstützen l angenietet, mittels welcher die Schale auf der schiefen Ebene b der Stützen a aufruht.

So lange die Hebel k durch den Handhebel m in der in Fig. 8 gezeichneten Stellung gehalten werden, kann die Stütze a unter der Last der Schale nicht ausweichen, weil der Bolzen i ein Verschieben derselben in wagerechter Richtung nicht zuläſst, die Schale sitzt also auf (Fig. 8).

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Sobald nun mit Hilfe des Handhebels m die Welle f mit den Hebeln k zurückgedreht wird, wobei der Bolzen i mit der Rolle b in dem Schlitze d aufwärts rückt, so wird durch das Schalengewicht ein selbsthätiges Verschieben der Stützen a nach auswärts eingeleitet, sie gleiten auf der Grundplatte des Lagerstuhles g so weit zurück, bis die Schale sich abwärts bewegen kann (Fig. 9).

Durch Vorwärtsbewegung des Handhebels m wird die Stütze a in die ursprüngliche Lage (Fig. 8) gebracht. Die aufwärts gehende Schale öffnet die Aufsetzvorrichtung selbsthätig, indem die Stützen a durch die an die Schale angenieteten Gegenstützen l um die Welle f aufwärts gedreht werden, weshalb der Schlitz d in der Stütze a concentrisch zur Welle f nach unten fortgesetzt ist (Fig. 10). Nach dem Durchgange der Schale fallen die fast ausbalancirten Stutzen durch ihr Eigengewicht zurück und dieselbe setzt wieder auf (Fig. 8).

3) Förderseil proben und Behandlung der Schachtförderseile. Rücksichtlich Haltbarkeit und Dauer haben die seit 16 Jahren benutzten Förderseile aus Guſsstahldraht bis jetzt nur günstige Resultate zu verzeichnen. Nach den von der Ober-Berg- und Hüttendirektion zu Eisleben den ausgestellten Gegenständen beigefügten Erläuterungen, ist kein einziger Fall im Laufe der Jahre vorgekommen, daſs durch Seilbruch bei der Mannschaftsförderung Verunglückungen eingetreten sind. Auf die Haltbarkeit der Seile ist unter anderem folgendes von Einfluſs: Völlige Vermeidung des Uebereinanderrollens bei Rundseilen, möglichst groſse Durchmesser der Seilkörbe wie Seilscheiben, gleiche Durchmesser von Seilkorb und Seilscheibe, Vermeidung der Seilreibung an den Kanten der Seilscheibenkränze beim Auflaufe des Seiles auf die Seilscheibe, centrisches Laufen von Seilkörben und Seilscheiben; keine zu groſse Entfernung zwischen Seilkorbmittel und Schacht u.s.w.

4) Betonirung des Förderquerschlages in der II. Tiefbausohle auf den Freiesleben-Schächten zum Schütze gegen nachfallendes Gestein. Ein Querschlag ist auf etwa 1000m Länge mittels einer aus 1 Th. Portlandcement 2½ Th. Steinschlag und 4½ Th. Kies bestehenden 15 bis 20cm starken Betonmasse betonirt.

5) Guibal-Ventilator auf Eduardschacht. Derselbe zeigt den bisherigen Ausführungen gegenüber folgende Abweichungen:

Zunächst ist der Verbindungskanal vom Wetterschachte nach dem Ventilator stark ansteigend und mit möglichst sanften Umbiegungen geführt, um die durch plötzliche Uebergänge und scharfkantige Umbiegungen verursachten Wirbel des Luftstromes und dadurch hervorgerufenen Effectverluste möglichst zu vermeiden.

Ferner ist aus gleichem Grunde das Flügelrad von der Achse ausgehend mit einem guſseisernen Conus armirt, der so gestaltet ist, daſs die zu beiden Seiten aus den Saugkanälen eintretenden Luftströme nach den Schaufeln sanft übergeführt werden.

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Bei den älteren Ausführungen ohne diesen Leitconus treffen beide Saugströme auf einander und werden durch das Armsystem hindurchgepeitscht.

Es ist leicht ersichtlich, daſs dadurch ein Rückstau entsteht, welcher den Effect vermindern muſs.

Ferner wurde der Ventilator zur Erhöhung der Betriebssicherheit mit zwei Dampfcylindern bezieh. Dampfmaschinen ausgerüstet, eine für den Betrieb, die andere als Reserve.

Entsprechend den weiten Grenzen, innerhalb deren der Ventilator arbeiten soll – 30 bis 60 Touren in der Minute – wurden die Cylinderdimensionen nicht gleich groſs genommen.

Für die geringere Beanspruchung bei 30 Touren und niedrige Depression ist ein Cylinder von 300mm Durchmesser, für die gröſsere Tourenzahl bei höherer Depression ist der zweite Cylinder 400mm, bei 700mm Hublänge ausgeführt.

6) Modell eines Hauses zur Aufbewahrung von Dynamit: Der Vorrathsraum hat massive Umfassungen, leichtes Pappdach auf Bretterschalung und ist mit einem Erdwalle bis zur Höhe des Dachfirstes umgeben. Der Zugang zum Vorrathshause bildet eine gebrochene Linie.

Zur Sicherung gegen Blitzschlag ist neben dem Häuschen ein freistehender Blitzableiter aufgestellt, dessen Fangstange mitten über dem Dache angeordnet ist.

Das Vorrathshäuschen selbst enthält im Inneren zwei von einander getrennte, verschlieſsbare Abtheilungen, von denen die von auſsen zugängliche Abtheilung zur Vertheilung der Sprengstoffe, die andere zur Aufbewahrung derselben dient.

Alles Nagelwerk, sowie die Thürbeschläge sind aus Kupfer und die Thürschwellen aus Holz hergestellt; auſserdem sind die Fuſsböden beider Abtheilungen mit Haardecken belegt.

Da die Temperatur in Räumen zur Aufbewahrung von Sprengöl-Präparaten nicht unter + 8° C. betragen darf, so ist im genannten tauschen eine Dampfheizung eingerichtet. Der Dampf hierzu wird dem Dampfkessel der Schachtförderanlage entnommen und der Heizschlange durch besondere Rohrleitung zugeführt.

(Fortsetzung folgt.)

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