Titel: Neuere Oeldampfbrenner.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1889, Band 274 (S. 345–351)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj274/ar274052

Neuere Oeldampfbrenner.

(Fortsetzung des Berichtes S. 155 d. Bd.)

Mit Abbildungen auf Tafel 19.

Im letzten Berichte ist über diejenigen neueren Oeldampfbrenner berichtet worden, bei denen zur Flammenbildung Preſsluft in Anwendung kommt, und welche man als Sprühbrenner bezeichnen könnte, Eine andere Gruppe bilden nun diejenigen Lampen, bei denen lediglich eine Vergasung des flüssigen Brennstoffes stattfindet, und das so erzeugte Gas mit atmosphärischer Luft zur Verbrennung gelangt. In diese Gruppe gehören das Wells-Licht (vgl. 1888 269 * 341), die Doty-Lampe (vgl. 1888 269 * 343), die Oho-Vapor-Lampe, das Beacon-Licht, die Sunlight-Lampe u.a.

Von diesen Lampenformen bildet das Wells-Licht, mit dem das Oleo-Vapor-Licht nahezu identisch ist, den Hauptvertreter. Ueber die ältere Form dieses Brenners, bei dem in einander liegende Rohre zur Vergasung des Brennstoffes zur Anwendung kommen, ist bereits beachtet worden (1888 269 * 341). Neuerdings sind nun diese in einander hegenden Rohre durch wagerechte oder geneigt und neben einander hegende Verdampfungsrohre ersetzt; auch die Brennerconstruction an der Ausströmungsstelle des Gases hat eine Abänderung erfahren (* Zusatz-Patent Nr. 45669 vom 25. April 1888). Diese neue Wells-Lampe zeigt Fig. 5 Taf. 19. Den Oelbehälter bildet der cylindrische Kessel a, in den mittels der Handpumpe B, über deren Kolben weiterhin berichtet ist, der Brennstoff durch das Rohr e aus einem Vorrathsbehälter eingefüllt wird. Hat das Oel den gewünschten Stand erreicht, so wird das Rohr e abgezogen, und durch weitere Pumpenhübe die über dem Oel befindliche Luft verdichtet, bis das Manometer j etwa 1 bis 1½at Druck anzeigt. Dann wird das Ventil f geöffnet und der flüssige Brennstoff steigt in den Rohren d und r auf, von denen das letztere den Brenner trägt, der mittels der Stopfbüchse g beliebig gewendet werden kann. Der Verdampfer k besteht aus zwei Sätzen von Röhren, deren Enden zur leichten Reinigung mit Schrauben versehen sind, und aus denen der erzeugte Oeldampf durch das Rohr k1 nach der Ausströmungsstelle m gelangt, wo es entzündet wird. Die Flamme tritt dann durch die Verbrennungskammer l hindurch, indem sie etwa die in Fig. 8 gezeichnete Form annimmt. Zur gröſseren Reinhaltung des Brenners sind bei f und m Drahtfilter eingesetzt. Bei Ingangsetzung des Beleuchtungsapparates wird der Brenner vorgewärmt, indem man mit Oel getränkte Putzbaumwolle auf der Zündschale h verbrennt. Am Oelbehälter a ist noch eine Schraube o eingesetzt, durch deren Lüftung der Druck im Kessel zum Nachfüllen von Oel vermindert werden kann (Industries, 1888 Bd. 32 S. 297).

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Einen Querschnitt durch einen modificirten Brenner zeigt Fig. 6 Taf. 19. Das Zuleitungsrohr r führt den Brennstoff zunächst in den ringförmigen Kanal r1, von wo derselbe dann durch das Rohr r2 in das Brennermundstück m gelangt, um hier entzündet zu werden. Die Flamme tritt dabei durch die Verbrennungskammer l und den Rippenheizkörper k heraus, welch letzterer die weitere Uebertragung der Flammenhitze auf den Brenner vermittelt. Zur Vermeidung der Abkühlung ist der ganze Brenner mit einem, mit Handhabe i6 und Luftlöchern i1 versehenen Mantel i überdeckt, p ist die Zündschale. Ferner kann der Brenner mit einer Windfahne ausgerüstet sein, um ihn stets in der wechselnden Windrichtung zu halten, und Windstöſse von vorn vom Brenner abzuhalten.

Der Kolben der Pumpe B in Fig. 5 besitzt als neue Einrichtung eine verschiebbare Manschette, welche zugleich als Dichtung des Kolbens und als Ventilplatte wirkt. Dieser Theil der vorliegenden Lampenconstruction, welcher der Firma Wallwork und Comp., Union Bridge Iron Works, und A. C. Wells in Manchester unter Nr. 45761 vom 25. April 1888 patentirt ist, ist in Fig. 7 Taf. 19 zur Darstellung gebracht. b2 ist die Stange des sich im Pumpenstiefel b1 bewegenden Kolbens. Dieser Kolben besteht aus einer Platte b6, welche Löcher b7 hat und über einen unten vortretenden Zapfen der Kolbenstange b2 geschraubt wird. Diese Platte hat einen geringeren Durchmesser als der Stiefel im Lichten und bewegt sich mit der Kolbenstange auf und ab. Eine zweite, mit groſsen Durchbrechungen b3 versehene Platte b4 ist mit einem centralen Ansätze versehen, mit welchem sie fest gegen Platte b6 geschraubt wird, so daſs ein Zwischenraum zwischen b6 und b4 verbleibt. Ueber b4 und vom Rande dieser Platte geführt, ist die Ledermanschette b5 gelagert, welche zur Dichtung des Kolbens im Stiefel dient. Diese Manschette ist lose um b4 gelagert, so daſs dieselbe sich beim Auf- und Abgange des Kolbens zwischen b6 und b4 hin und her schiebt.

Beim Hube des Kolbens entgegengesetzt der Pfeilrichtung legt sich der obere Rand der Manschette auf Ringplatte b4 und gibt dadurch die Bohrungen b7 der oberen Platte b6 frei, in Folge dessen die Flüssigkeit durch b7, am inneren Manschettenrande vorbei und durch die Oeffnung b3 der unteren Platte b4 unter den Kolben gelangt.

Beim Niedergange des Kolbens legt sich, wie die Figur zeigt, der obere Rand der Manschette gegen Platte b6 und verschlieſst dann die Durchbrechungen b7 dieser Platte. Die Manschette b5 dient also zugleich als Ventil und als Kolbendichtung.

Das am Ende des Stiefels sitzende Pumpenventil besteht aus einer mit Dichtungsplatten versehenen Scheibe m, welche mit einem im unteren Querarme m3 geführten Ansätze m4 versehen ist; der Querarm m3 ist an Ansätzen m2 des Körpers m1 befestigt. m5 ist eine Spiralfeder, welche die Ventilplatte gegen den Ventilsitz drückt.

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Der Brenner kann natürlich mit dem Oelbehälter je nach dem Zwecke, für den die Lampe bestimmt ist, verbunden sein. So ist z.B. für hohe Aufstellung des Brenners das Rohr d (Fig. 5) nicht fest mit dem Oelbehälter verbunden, sondern an einem Ständer des Behälters drehbar, so daſs der Brenner zur Ingangsetzung, Reinigung u.s.w. umgelegt werden kann, oder der Brenner hängt an einem über einer Rolle gelegten Seile, zur beliebigen Höheneinstellung. In diesem Falle ist das Rohr r mit dem Oelbehälter durch eine Anzahl Kniegelenkrohre verbunden (vgl. die englischen Patente Nr. 17218 (1887), 2352 (1888), 14049 (1888).

Was den Betrieb der Wells-Lampe betrifft, so dauert nach der Revue industrielle, 1889 Nr. 27 S. 262, das Anwärmen des Brenners etwa 7 bis 8 Minuten; für Lampen von 1000, 2000, 3000 und 3500 Kerzenstärke beträgt der Brennstoffverbrauch etwa 3,5, 5 bis 6 und bis 10l in der Stunde. Ein Apparat der mittleren Gröſse wiegt etwa 100 bis 105k einschlieſslich 45k Oel, und ermöglicht einen ununterbrochenen Betrieb von 15 bis 16 Stunden. Das Gewicht dieser Gröſse gestattet eine bequeme Transportirbarkeit mit Hilfe von zwei Mann, wobei der Betrieb natürlich nicht unterbrochen zu werden braucht. In Frankreich sind derartige Apparate beispielsweise in den Häfen von Boulogne und Calais im Gebrauche.

Mit dem Wells-Lichte ist, wie bereits erwähnt, das Oleo-Vapor-Licht, mit Ausnahme der neuesten Construction, in allen wesentlichen Punkten identisch, und erübrigt daher ein Einsehen auf die constructive Seite. Die Lampen werden in Leuchtstärken von 1000 bis 5000 Kerzen von Ingenieur E. Grube in Hamburg in den Handel gebracht, und entnehmen wir über den Betrieb einer mit 400 M. ausgezeichneten Lampe Glaser's Annalen f. G. u. B. (1889) folgende Angaben. Der betreffende Apparat wog leer 68k und normal gefüllt etwas über 100k, so daſs er von zwei Mann unter Zuhilfenahme von Tragstangen leicht transportirbar ist. Zum Anwärmen des Brenners zur Ingangsetzung des Apparates waren etwa 8 bis 10 Minuten erforderlich, und lag die Flamme 2m über dem Aufstellungsorte der Lampe. Für jedes Meter gröſserer Höhenlage der Flamme als 2m ist eine Verstärkung des Luftdruckes im Oelbehälter um etwa 1/10at nöthig; der anfängliche Druck beträgt etwa 1⅓ bis 1½at. Die etwa 40cm lange Flamme brennt mit schönem, hellem und nicht so grellem Lichte wie bei elektrischer Beleuchtung, ohne Rauchentwickelung; die Verruſsung des Brenners ist eine geringe, so daſs eine Reinigung erst nach etwa 12 stündigem Gebrauche nöthig wird. Die Lampe verbraucht in der Stunde 6l Theeröl; der Oelbehälter nimmt etwa 501 Oel auf, so daſs also eine einmalige Füllung für eine Brennzeit von etwa 8 Stunden zureichen würde. Dabei kann während der Benutzung des Apparates ohne Weiteres Oel nachgepumpt werden, Während ein Nachpumpen von Luft etwa alle 2 Stunden erforderlich |348| wird. Bei einem Preise des Theeröles von 6,5 Pf. stellen sich die Kosten für eine einstündige Brennzeit auf rund 40 Pf.

Die Verwendung von Erdöl gibt eine wesentlich längere und auch weiſsere Flamme, der Apparat verbraucht aber von diesem Oele 9 bis 101 in der Stunde; es empfiehlt sich daher, auch mit Rücksicht auf den ungefähr dreifachen Preis des Erdöls, in erster Linie die Verwendung von Theeröl. Diese Oleo-Vapor-Lampe ist selbstverständlich ebenso witterungssicher als die anderen Beleuchtungsarten.

Dem Brenner hat E. Grube neuerdings zur bequemeren und vollständigeren Reinigung die in Fig. 8 und 9 Taf. 19 dargestellte Construction gegeben (* D. R. P. Nr. 48191 vom 1. November 1888). Der Vergasungskörper A besteht aus Ringen R, deren Anzahl beliebig ist, und welche wiederum jeder aus zwei Hälften r und r1 zusammengesetzt sind. Von den letzteren besitzt der eine Theil r einen ringförmigen conischen Ansatz t, welcher in den conisch ausgedrehten Rand des Theiles r1 faſst und in denselben eingeschliffen ist.

Die einzelnen Theile R sind unter sich, wie Fig. 9 zeigt, durch Kanäle u verbunden und werden von dem Oele in der Pfeilrichtung (Fig. 4) durchströmt.

An die äuſsersten Theile des Körpers A sind Lappen x angegossen, welche zur Befestigung der Ringe an einander dienen. Die einzelnen, Theile werden entsprechend der Fig. 8 auf einander gelegt, so daſs die conischen Ansätze t in die entsprechend ausgedrehten Ränder fassen, und mittels der Schrauben s fest gegen einander gezogen. Zur Reinigung des Brenners werden nur die Schrauben s gelöst, und wird derselbe in seine einzelnen Theile zerlegt.

Eine weitere Neuerung liegt in der Anbringung eines Flüssigkeits-Standsanzeigers (* D. R. P. Nr. 48238 vom 18. December 1888). Zum Erkennen des Flüssigkeitsstandes im Druckkessel können Gläser nicht benutzt werden, weil dieselben leicht verschmieren und an Durchsichtigkeit verlieren. E. Grube hat deshalb eine Schwimmeranordnung gewählt, und zwar einen Reductionsschwimmer, welcher nicht wie der gewöhnliche Schwimmer einer Scala gleich der vollen Differenz des höchsten und niedrigsten Flüssigkeitsstandes bedarf. Dieser Schwimmer s (Fig. 10 Taf. 19) ist in einem unten offenen Rohre r gelagert, ragt mit einer Stange d zum Kessel a heraus und wird durch eine Feder f entlastet. Je höher daher die Flüssigkeit im Kessel a steht, um so mehr wird die Feder f sich ausdehnen. Da das Gewicht des Schwimmers so groſs gewählt wird, daſs ohne Mitwirkung der Feder der Schwimmer nicht von der Flüssigkeit getragen wird, so ergibt sich eine Schwankung im Stande oder in der Bewegung des Schwimmers, welche zu dem Wechsel im Stande der Flüssigkeit im Kessel reducirt wird. Es genügt daher eine bequeme und kurze Scala b zum Erkennen des Flüssigkeitsstandes.

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Von dem Wells- und dem Oleo-Vapor-Lichte unterscheidet sich nun die tragbare sogen. Sunlight-Lampe dadurch, daſs die Vergasung des Brennstoffes nicht im Brenner selbst, sondern im Oelbehälter stattfindet. Der Apparat besteht nach Industries, 1888 Bd. 5 S. 253, aus einem Fessel, unter dem eine Feuerung angeordnet ist. Ein Schornstein veranlaſst den nöthigen Zug, und innerhalb des Schornsteines ist ein dünnes Rohr nach aufwärts geführt, das mit einem Absperrventile und oberhalb des Schornsteines mit einer kleinen Verbrennungskammer versehen ist. Der Kessel ist mit Manometer und Sicherheitsventil ausgerüstet, das bei etwa 3k für 1qc abbläst. Zur Transportirbarkeit ist der ganze Apparat auf Rädern gelagert. Zur Ingangsetzung wird der Oelkessel geheizt und bleibt das Absperrventil des zur Verbrennungskammer führenden Rohres geschlossen, bis eine Pressung von etwa ⅓k für 1qc Weicht ist. Dann wird derselbe geöffnet und das Gas nach Auslassen der Luft entzündet. Eine derartige Lampe von etwa 2500 Kerzenstärke verbraucht 101 gewöhnliches Theeröl in der Stunde und 1 bis 1½ Centner Koks in 10 Stunden. Das Licht war hell und beständig und wurde eine Kreisfläche von etwa 180m Radius derart beleuchtet, daſs man überall bequem lesen konnte. Zufolge der Vergasung des Brennstoffes fand auch keine Rauchentwickelung statt. Die Lampen werden von der Gaseous and Liquid Fuet Supply Company, 25 Marketstreet, Manchester, in Gröſsen bis zu 10000 Kerzenstärke hergestellt, und besitzen eine Oelfüllung für einen etwa zehnstündigen Betrieb.

Von den neueren Dampfbrennerformen ist ferner noch der Brenner von A. v. Wurstemberger und Comp. und J. Schweizer in Zürich (vgl. 1888 269 * 341) zu nennen (* D. R. P. Nr. 46522 vom 24. April 1888). Die in Fig. 11 Taf. 19 dargestellte Lampe ist speciell für gewöhnliches Erdöl construirt, kann aber auch für andere, insbesondere leichte Oele Verwendung finden.

Der Brenner besteht aus dem cylinderförmigen Dome D, welcher mit einer Kappe h, die verschiedenartig geformt sein kann, bedeckt ist. Diese ist gasdicht auf den Conus i aufgeschliffen, und zwar so, daſs sich bei p eine kreisförmige Rinne bildet, aus welcher feine Oeffnungen o durch die Kappe nach auſsen führen. Der Dom ist an seinem oberen Ende bei n durchbohrt und auſserdem an seiner Auſsenwand mit Längsrinnen m versehen, welche durch ein Schraubengewinde ersetzt werden können. Diese Führungen stellen eine Verbindung zwischen dem oberen Kappenraume k und dem Ringraume p her. Das Erdöl wird durch das Steigrohr g auf geeignete Weise (durch Anschluſs bei c an eine Druckluftleitung) dem Dome D zugeführt, nachdem derselbe mittels einer Weingeistflamme o. dgl. vorgewärmt worden ist.

Die erzeugten Dämpfe gehen durch die Oeffnung n und die Rinnen m nach dem Ringraume p, von wo sie durch die Oeffnungen o ins Freie austreten und zur helleuchtenden Flamme entzündet werden.

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Die erzeugte Hitze erwärmt die Kappe und den oberen Theil des Dornes, wodurch die durch die Rinnen nachströmenden Gase erhitzt und zur vollkommenen und rauchlosen Verbrennung vorgewärmt werden.

Auſserdem wird ein Theil der Wärme durch Leitung auf den unteren Theil des Dornes D übertragen. Hierdurch wird die weitere Verdampfung des Erdöles in D gesichert, und zwar kann eine Ueberproduction von Gas nicht stattfinden, indem die Ausströmungsöffnungen so bemessen sind, daſs dann ein Gegendruck im Dome entsteht, durch welchen das Erdöl weiter nach unten bezieh. nach kälteren Theilen des Dornes getrieben wird, wodurch eine Verlangsamung der Verdampfung eintritt.

Einen mehrflammigen, mit Ligroin, Benzin, Weingeist oder Fuselölen gespeisten Dampfbrenner von K. v. Ehrenwalten und C. Fabricius in Wien stellt Fig. 12 Taf. 19 dar (* D. R. P. Nr. 45726 vom 6. März 1888).

Der in einen mit Füllschraube und Sicherheitsventil versehenen geschlossenen Behälter A eingefüllte flüssige, leichte Kohlenwasserstoff (Ligroin, Benzin, Weingeist oder Fuselöl) wird durch den Saugdocht a der Retorte B zugeführt. Diese enthält einen Cylinder b, welcher am besten aus einem Gemenge von 8 Th. Asbestwolle, etwa 1 Th. Schlackenwolle und etwa 1 Th. Holzasche hergestellt wird und den flüssigen Brennstoff aufsaugt.

An der Auſsenseite dieser Retorte B ist eine zum Anwärmen des Brenners und Einleiten der Vergasung dienende Zündschale C angebracht. Die entwickelten Gase steigen auf und gelangen zur Düse d des Centralrohres D, sowie durch die Zweigröhren E zu den Düsen d1 der um das Centralrohr herum angeordneten Brennerträger D1. Die Ausströmungsöffnung der Düse d ist durch eine Spindel e geschlossen, welche durch das dem Cylinder b als Auflage dienende Rohr f aus Drahtgewebe und durch das Metallrohr f1 mit Flügelmutterverschluſs f2 hindurchgeht und mittels Getriebes gG bethätigt wird. Die Ausströmungsöffnungen der Düsen d1 der seitlichen Brennerrohre D1 sind ebenfalls durch Spindeln e1 regelbar.

In das centrale Rohr D ist das Ende eines Rohres H mit nach abwärts gerichteter Mündung eingeführt, welches an seinem unteren Ende einen die Retorte B umgebenden Hohlring h trägt, der an seiner Oberseite mit feinen Ausströmungsöffnungen versehen ist und die Retorte umgibt. Ueber der Mündung des Rohres H ist im Centralrohre D eine Spindel I angebracht, welche oben in einer Drahtöse i1 und an ihrem unteren Theile in dem Rohre H geführt wird. Das untere Ende der Spindel I trägt ein Regulirkegelventil i, welches durch die Feder i2, die sich einerseits auf die Drahtöse i1, andererseits auf die an der Spindel I angebrachte Metallscheibe i3 stützt, von der Mündung des Rohres H abgehoben gehalten wird.

Wurde nämlich auf die früher angegebene Weise diese Vergasung eingeleitet, so strömt das entwickelte Gas in dem Brennerrohre D nach |351| aufwärts und ein Theil gelangt durch das Rohr H in den Hohlring h, wo es durch die Oeffnungen ausströmt und sich an der Flamme des in der Schale C brennenden Weingeistes entzündet. Die Erhitzung der Retorte B erfolgt nun durch die Flamme des entzündeten Gases, und es wird also ein Theil des vergasten Leuchtstoffes zur Bewirkung der weiteren Gasbildung verwendet.

Erfolgt diese Gasentwickelung zu heftig, so bewirkt der im centralen Rohre D mit gröſserer Geschwindigkeit aufsteigende Gasstrom ein Heben der Scheibe i3 und des damit verbundenen Ventiles i, so daſs die Mündung des Rohres H theilweise oder ganz geschlossen wird, was zur Folge hat, daſs weniger oder gar kein Gas durch das Rohr H dem Hohlringe h zuströmt und die, die Erhitzung der Retorte B bewirkende Stamme verkleinert wird.

Sowohl das centrale Rohr D als die seitlichen Brennerrohre D1 sind nach Art der Bunsen-Brenner mit Oeffnungen d2 versehen, welche durch entsprechende Oeffnungen besitzende, drehbare Hülsen nach Beheben theilweise oder ganz geschlossen werden können.

An die Oeffnungen der Hülse K des Centralrohres D können nach abwärts reichende Rohre h angeschlossen werden, welche von der, die Vergasung bewirkenden Flamme erhitzt werden, so daſs die dem Centralrohre zuströmende Luft in erwärmtem Zustande mit dem Gase in Berührung kommt. Auf den Rohren D und D1 können Gasbrenner beliebiger Construction befestigt, ja selbst Gasglühlichtbrenner aufgesetzt werden, da bei entsprechender Regulirung des in die Brenner einzuleitenden Luftquantums ein derartiger hoher Hitzegrad erzielt werden kann, daſs der Glühkörper in Weiſsglut geräth.

Kn.

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