Titel: Blair und Blickensderfer's Stromzuführung an elektrischen Straſsenbahnen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1889, Band 274/Miszelle 5 (S. 335–336)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj274/mi274mi07_5

Blair und Blickensderfer's Stromzuführung an elektrischen Straſsenbahnen.

Eine eigenthümliche, für Blair und Blickensderfer in Chicago vor Kurzem patentirte Zuführung des elektrischen Stromes zu dem Motor einer Straſsenbahn beschreibt der Londoner Electrical Engineer vom 9. August 1889, * S. 109, nach dem Street Railway Journal folgendermaſsen. Diese Zuführungsweise erfordert weder einen oberirdischen Leiter, noch eine in einem Kanäle liegende |336| Leitung. Der Eisenbahnwagen bildet selbst zugleich den Contactwagen; an ihm ist nämlich eine flache Contactschiene unterhalb des Gestells angebracht, welche sich über die ganze Länge des Wagens erstreckt. In etwas hinter dieser Länge zurückbleibenden Entfernungen sind Elektromagnete oder Solenoide angebracht, und entlang der ganzen Bahn liegt ein unterirdischer Leiter, von dem ein Draht nach jedem Solenoid abgezweigt ist; das zweite Ende der Solenoidbewickelung ist zugleich mit einer Contactfeder und mit einem weichen Eisenstücke verbunden, das auf einer Feder neben dem Kerne angebracht ist. Wenn nun der Wagen sich einem Solenoid nähert, drückt das erste Rad vorübergehend einen Stift nieder, der die erwähnte Contactfeder mit einer zweiten und durch diese mit der Erde (oder einer Rückleitung) verbindet. Dadurch ist der Stromweg geschlossen, und durch die Wirkung des so durch das Solenoid gesendeten, nur kurzen Stromes geht der Kern des Solenoids empor, zieht aber zugleich auch das weiche Eisenstück an sich heran und schlieſst den Strom auf einem anderen Wege dauernd, sobald die am oberen Ende des Kerns angebrachte Contactrolle die Contactschiene am Wagen berührt, von welcher aus der Strom durch den Motor und zur Erde (oder zu einer Rückleitung) geführt wird. Bevor die Contactrolle die Schiene verläſst, ist die letztere schon mit der Rolle am Kerne des nächsten Solenoids in Berührung getreten.

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