Titel: W. Siemens' Druckwasserpresse für Leitungsdrähte.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1889, Band 274/Miszelle 2 (S. 479–480)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj274/mi274mi10_2
|480|

W. Siemens' Druckwasserpresse für Leitungsdrähte.

Um Leitungsdrähte für Elektricitätszwecke mit irgend einem Weichmetalle zu bekleiden, wendet W. Siemens in Berlin eine Presse mit Druckwasserbetrieb an, die nach dem Amerikanischen Patente Nr. 399291 vom 30. August 1884 folgende bemerkenswerthe Eigenthümlichkeiten besitzt.

Der Druckwassercylinder A (Fig. 8 Taf. 23) besitzt einen centralen Zapfen, durch dessen Bohrung eine Röhre geschoben ist. In Folge dessen muſs der ringförmige Druckkolben E nach auſsen und nach innen Abdichtung erhalten. Auf demselben steht ein cylindrischer Behälter C frei auf, welcher das zur Umhüllung bestimmte Weichmetall enthält, und in welchem der am oberen Querstücke sich stützende Kolben S eingreift. Dieser ist mit einer trichterförmigen Stirnplatte versehen, dessen centrale Bohrung in dem Kolben S fortgesetzt ist.

Zur Bequemlichkeit der Arbeitsverrichtungen wird dieser Kolben durch einen einseitig offenen Bordring gehalten und vermöge eines kleinen Drehkrahnes H zum Ausdrehen eingerichtet, wodurch der Behälter C freigelegt und das Düsenrohr D zugänglich wird, dessen Mundstück R in der Figur vergröſsert dargestellt ist. Das durch den Behälterboden C sich schiebende Düsenrohr D ist in das durch den Druckwassercylinder geschobene vorerwähnte Rohr eingeschraubt, an welches im unteren Theile ein Gewinde angeschnitten ist. Die als Rad ausgebildete Mutter T wird mittels Kapselgehäuse M am Cylinderboden festgehalten.

Um nun eine feine Einstellung der Düse R an die Trichterplatte an S zu ermöglichen, ist ein aus dem Räderwerke G und P zusammengesetztes Differentialtriebwerk angewendet, welches durch die Kurbelwelle W mit Zeigerwerk bethätigt wird. Eine kleine Querbohrung im oberen Kolbentheile hält den Raum zwischen Cylinderstutzen und Behälterboden druckfrei. Wird nun der Druckkolben E gehoben, so muſs das aus dem Behälter C getriebene Weichmetall den durch R geführten Leitungsdraht umhüllen, wobei derselbe gleichzeitig nach oben fortgeschoben wird.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: