Titel: Ueber die Preise von Kleinkraftmaschinen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1889, Band 274/Miszelle 3 (S. 570–571)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj274/mi274mi12_4

Ueber die Preise von Kleinkraftmaschinen.

insbesondere der Gaskraftmaschinen, denen Prof. Brauer in Darmstadt gelegentlich der Münchener Ausstellung eingehende Aufmerksamkeit gewidmet hat, machte er jüngst im Localgewerbe-Verein zu Darmstadt folgende Angaben. Die Preistabellen der verschiedenen angeführten Maschinen ergeben, daſs angenähert die Preise für eine Maschinengattung den Quadratwurzeln aus der Stärke der Maschinen proportional sind; demgemäſs sind die Preise in folgende übersichtliche Formeln zu fassen, worin die Maschinen stärke in Pferd, P den Preis in Mark bedeutet.

Körting
Sombar
Adam

Otto stehend
Simplex
Otto liegend

P = 1125√


P = 1225√
P = 1285√
P = 1325√
Friedrich
Hoffmeister
Lilienthal
Buschmann
Otto Zwilling
Lehmann
P = 1325√
P = 1400√
P = 1500√
P = 1550√
P = 1700√
P = 1840√

Die Zeitschrift der „Müller“ macht hierzu folgende beachtenswerthe Bemerkung:

Genaue durchschnittliche Zahlen lassen sich über die Anschaffungskosten wie über die Unterhaltung von Kraftmaschinen nicht geben, da diese Kosten vollständig von den Verhältnissen abhängen, unter denen die Maschinen arbeiten müssen. Es ist entschieden unrichtig, wenn behauptet wird, daſs Gasmaschinen billiger arbeiten als Dampfmaschinen, vielmehr muſs immer betont werden, daſs Kleindampfmaschinen mit Zwergkesseln von etwa 3 ab jedenfalls nicht theurer arbeiten als Gasmaschinen, daſs dieselben den letzteren aber unter allen Umständen überlegen sind, wenn nur eine theilweise Ausnutzung der Kraftleistung verlangt wird, wie dies in Kleinbetrieben oft vorkommt. |571| Ein Gasmotor hat einen verhältniſsmäſsig erheblich höheren Gasverbrauch, wenn er nicht voll angestrengt wird. Ferner ist zu beachten, daſs eine Steigerung der Leistung bei Dampfmaschinen leicht möglich, bei Gasmaschinen unthunlich ist.

Wir sind jedenfalls die letzten, welche den Gasmaschinen ihren Nutzen und ihren Werth absprechen wollen; wir wehren uns nur gegen die Behauptung, daſs durch die Gasmaschinen die Kleindampfmaschinen ein für allemal abgethan seien. Dies ist ganz gewiſs nicht der Fall. Vielmehr ist die Kleindampfmaschine in vielen, sehr vielen Fällen der Gasmaschine weit überlegen. Die letztere wird als Modemaschine gar häufig ohne weitere Prüfung der vorhandenen Verhältnisse vorgezogen und zu spät erkannt, daſs eine Dampfmaschine besser am Platze gewesen wäre.

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