Titel: Verfahren zur Darstellung von Thonerdehydrat und Alkalialuminat.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1890, Band 275/Miszelle 3 (S. 287–288)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj275/mi275mi06_3
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Verfahren zur Darstellung von Thonerdehydrat und Alkalialuminat.

Bisher wurde gewöhnlich zur Darstellung von Thonerdesulfat und anderen Aluminiumsalzen aus Bauxit u.s.w. das Rohmaterial mit Soda oder Natriumsulfat und Kohle geglüht, das hierbei gebildete Aluminat ausgelaugt, und nun die Lösung durch Einleiten von Kohlensäure zersetzt. K. J. Bayer machte die Beobachtung, daſs eine Aluminatlösung sich in NaHO und Al2(OH)6 zersetzt, wenn man unter Bewegung der Flüssigkeit gefälltes Thonerdehydrat zusetzt. Die Zersetzung schreitet fort, bis die Menge der noch in Lösung befindlichen molekularen Mengen von Al2O3 und Na2O sich wie 1 : 6 verhalten. Das auf dieser Beobachtung beruhende Verfahren der Darstellung von Thonerde ist in mehreren Ländern patentirt. Der Niederschlag soll krystallinisch sein und sich leicht filtriren lassen. Kieselsäure und Phosphorsäure fallen nicht mit der Thonerde.

Die nach dem neuen Verfahren bei der Zersetzung des Aluminats resultirende alkalische Lösung wird durch Eindampfen möglichst hoch concentrirt und dann direkt wieder mit Bauxit eingedampft und calcinirt, wobei die noch in der Lauge vorhandene geringe Menge Thonerdehydrat durchaus nicht stört.

Ein Vortheil des neuen Verfahrens besteht in dem Wegfall aller Apparate für die Erzeugung und das Einleiten von Kohlensäure. Weitere Vortheile soll das neue Verfahren dadurch bieten, daſs alle Thonerde des Bauxit u.s.w. sicher in Lösung gebracht wird, während beim Aufschlieſsen mit Soda immer ein gewisser Theil der Thonerde ungelöst im Rückstande bleibt; da kein kohlensaures Natron vorhanden, ist beim Schmelzen auch keine Kohlensäure zu vertreiben, was einer Ersparniſs an Zeit gleichkommt.

Der zur Ausführung des neuen Verfahrens nöthige einfache Zersetzungsapparat besteht aus einer Reihe von aufrechtstehenden Cylindern aus Eisenblech mit Rührern, die so mit einander durch Röhren verbunden sind, daſs die Aluminatlösung sämmtliche Cylinder nach einander durchflieſst. Gröſse und Anzahl der Cylinder, sowie die Schnelligkeit des Zulaufens richten sich nach der Menge der zu zersetzenden Laugen (Oesterreichisch-Ungarisches Patentblatt, 1889 Nr. 6).

Zg.

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