Titel: Pappfüllung für Thüren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1890, Band 275/Miszelle 2 (S. 382)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj275/mi275mi08_2

Pappfüllung für Thüren.

Ueber die Vorzüge, welche die Verwendung der sogen. Oel- oder Stanzpappe bei Herstellung von Thüren bietet, berichtet die Zeitschrift für Bauhandwerker Folgendes:

Die Pappe wird in zugeschnittenen Stücken zu Füllungen verwendet und in den wie gewöhnlich aus Holz gefertigten Rahmen eingesetzt. Abgesehen von ihrer groſsen Widerstandsfähigkeit besteht der Vorzug der Pappe darin, daſs sie den Schall weit weniger leitet als Holz. Dabei nimmt die Pappe gut Oelfarbe an und wird dadurch unempfindlich gegen Feuchtigkeit. Die Zusammensetzung einer Thür mit Pappfüllungen bleibt im wesentlichen dieselbe wie mit Holzfüllung, jedoch kann der gesammte Rahmen, da die Möglichkeit gegeben ist, die Füllungen gröſser zu machen, schmäler und dafür stärker gemacht werden, so daſs seine eigene Neigung zu schwinden und sich zu werfen möglichst beschränkt wird. Die Pappfüllung wird ebenfalls in die Falze des Rahmens, und zwar möglichst tief eingeschoben; auch können auf der Füllung selbst Schmuckformen durch aufgeleimte Leisten erzielt werden.

Besonders gut eignen sich Pappfüllungen für Tapetenthüren, die bekanntlich in vielen Fallen den Vorzug vor den Thüren mit voller Bekleidung verdienen, weil sie billiger sind und die Zimmerwände nicht unangenehm unterbrechen. Solche Thüren erhalten nur auf einer Seite versenkte Füllungen, auf der anderen Seite liegen diese bündig mit dem Rahmen und werden übertapeziert. Bei Anwendung von Holz macht sich dessen üble Eigenschaft zu schwinden und zu reiſsen durch die in der Tapete entstehenden Risse und Fugen recht unangenehm bemerkbar. Bei einer Thür mit Pappfüllungen kommt das nicht vor, hier wird die Pappe in einen offenen Falz eingelegt und mit breit- und flachköpfigen Nägeln befestigt. Die Fugen und Nagelköpfe werden, soweit nöthig, mit einem Kitt aus Leim und Kreide glatt verstrichen; die betreffende Stelle wird vor dem Tapezieren mit einem Papier- oder Zeugstreifen überklebt und so äuſserlich unbemerkbar gemacht. Die Befürchtung, daſs sich die Pappe, weil nur auf einer Seite mit Papier bezogen, krummziehen oder ausbauchen möchte, ist bei der Stärke und Steifigkeit der hierzu benutzten „Kofferpappe“ ausgeschlossen.

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