Titel: Gläserne Dachziegel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1890, Band 275/Miszelle 2 (S. 430)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj275/mi275mi09_2

Gläserne Dachziegel.

Um die Verwendbarkeit gläserner Dachziegel zu vergröſsern und die aus der ungleichförmigen Dicke derselben entstehende Feuergefährlichkeit zu beseitigen, schlägt „Diamant“ vor, nur blasenfreie oder gerippte Glasziegel zu verwenden. „Um sich aber auch bei Anwendung von gekrümmten oder mit Blasen durchsetzter Ziegel vor Feuersgefahr zu schützen, überziehe man die nach innen gekehrten Flächen, wie dieses für die Fensterscheiben in Pulvermühlen vorgeschrieben ist, mit weiſser Farbe, wodurch dieselben das Aussehen von matt geschliffenem Glas erhalten. Zur Herstellung dieser Farbe reibt man Bleiweiſs in einer Mischung von drei Vierteln Firniſs und einem Viertel Terpentinöl und setzt der Mischung als Trockenmittel gebrannten weiſsen Vitriol und Bleizucker zu. Die Farbe muſs äuſserst dünn angemacht und auf die Glasflächen mit einem breiten Anstrichpinsel so gleichmäſsig als möglich aufgetragen werden.

Wenn das Glas einer Erneuerung des Anstriches bedarf, so muſs der alte Anstrich zuvor durch Anwendung einer starken Lauge beseitigt, oder ein Gemisch aus 2g Salzsäure, 2g weiſsem Vitriol, 1g Kupfervitriol und 1g Gummi arabicum mittels eines Pinsels auf die alten Anstrichflächen getupft werden. Der Lichtdurchlaſs wird durch diesen Anstrich nur mäſsig beeinträchtigt. Der Glasziegel aber gewinnt dadurch an Verwendbarkeit und wird sich die verdiente Werthschätzung in erhöhtem Maſse erwerben.

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