Titel: Siemens und Halske's Universal-Anzeiger.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1890, Band 276 (S. 410)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj276/ar276071

Siemens und Halske's Universal-Anzeiger.

Mit Abbildungen auf Tafel 20.

Der nach dem Centralblatte für Elektrotechnik, Bd. 12 * S. 22, in Fig. 15 und 16 dargestellte elektrische Anzeiger (Indicator) von Siemens und Halske in Berlin soll die Veränderungen irgend welcher Gröſse, wie der Potentialdifferenz an zwei Punkten eines Stromkreises, des Wasserstandes in einem Behälter, der Schnelligkeit der Bewegung in Wasserläufen und Aehnliches auf beliebige Entfernungen anzeigen.

Für die Anzeige von Schwankungen in der Potentialdifferenz zwischen zwei Leitern A1 und A2 zweigt man nach Fig. 15 an diesen Drähten zwei Schleifen ab. Die eine Schleife M1 L1 (die Regulatorschlieſsung) enthält hinter einander geschaltet die Rollen s1 und s2 der Elektromagnete und die Ankerwickelung eines Elektromotors A. In der von M2 und L2 abgehenden zweiten Schleife (der Meſsleitung oder eigentlichen Indicatorschlieſsung) liegen die Rolle E, die Widerstände w und der Contact h des Zeigerwerks. Der Anker der Rolle E trägt einen Balken H, der bei seiner Bewegung in Folge der Aenderungen der Potentialdifferenz zwischen A1 und A2 die eine oder die andere der Rollen s1 und s2, deren Wirkungen für gewöhnlich sich aufheben, kurz schlieſst, wodurch die zweite das Uebergewicht über die andere bezüglich ihres Einflusses auf den Anker des Motors A bekommt und letzteren in jenem Sinne, welcher der Aenderung der Potentialdifferenz zwischen A1 und A2 entspricht, bewegt und durch h eine Anzahl der Widerstände w in die Schlieſsung von E einschaltet, oder aus derselben ausschaltet, die Stromstärke auf die normale Gröſse und H in die wagerechte Stellung zurückbringt. H bleibt nun stillstehen und der Zeiger Z gibt die herrschende Potentialdifferenz zwischen A1 und A2 an.

In Fig. 16 ist der Grundgedanke auf einen elektrischen Wasserstandsanzeiger angewendet. Das Solenoid E in Fig. 15 ist hier durch die beiden Elektromagnete E1 und E2 ersetzt, welche sich mit entgegengesetzten Polen gegenüberstehen und zwischen welchen sich ein Anker z befindet. Letzterer schlieſst eine der Rollen s1 und s2 kurz, je nachdem er von E1 oder E2 angezogen wird. Dies tritt aber ein, je nachdem der Schwimmer Q durch Rolle und Zeiger den Widerstand W1 vermehrt, oder verringert und damit die Gleichheit der von der Batterie V in die beiden Zweige gesandten Ströme stört. Der Anker des Motors A geräth nun in Bewegung und steht erst still, wenn der Zeiger h in dem zweiten Zweige den Widerstand jenem im anderen Zweige wieder gleich gemacht hat.

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