Titel: Chenoweth's Herstellung von Röhren für elektrische Leitungen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1890, Band 276 (S. 452–453)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj276/ar276079

Chenoweth's Herstellung von Röhren für elektrische Leitungen.

Nach dem Journal of the Franklin Institute, 1889 S. 230, hat das Franklin Institute eine Anzahl seiner Mitglieder mit der Prüfung der von Alexander Crawford Chenoweth erfundenen Röhren für Elektricitätsleiter beauftragt und nach der Prüfung ist die Ertheilung des John Scott Legacy Premium and Medal an Chenoweth beantragt worden. Die Masse, woraus die Röhre hergestellt werden soll, wird in bildsamem Zustande um einen oder mehrere walzenförmige Kerne aufgelegt und letztere herausgenommen, wenn die Masse erhärtet ist. Das Wesentlichste ist eben der Kern. Derselbe besteht aus einem Streifen galvanisirten Eisens von 25mm Breite und einer Nr. 27 der Lehre gleichenden Dicke, welcher spiralförmig gewunden wird und so eine Röhre bildet. Diese Röhre wird steif gemacht, entweder indem sie rund um einen gespaltenen Holzkern gewickelt wird, oder indem Papier auſsen um ihn geleimt wird. Die bildsame Masse wird auſsen auf diese Röhre gepackt und dann der Spiralstreifen herausgezogen. Das herumgelegte Papier zerreiſst ganz leicht und gestattet die Entfernung des Streifens. Wurde ein Holzkern benutzt, so wird er zuerst herausgenommen, und dann läſst sich der Streifen leicht entfernen.

Soll Papier zur Versteifung verwendet werden, so wird der Streifen erst spiralförmig um eine Docke gewickelt, das Papier auſsen fest aufgeleimt und das Ganze mit einem wasserdichten Firniſs überzogen; dann wird die Docke herausgenommen und es bleibt eine dünne Röhre, welche steif genug ist, um die Cementpackung um sich herum aufzunehmen. Mehrere solche Röhren werden an einander gelegt und die Enden der Streifen durch Wirbel mit einander verbunden. Einige Tage nach dem Umgieſsen des Cementes ist dieser erhärtet und der ganze Streifen läſst sich in beträchtlicher Länge auf einmal herausziehen.

Wird ein Holzkern benutzt, so wird derselbe aus zwei halbcylindrischen Hälften hergestellt, die durch einen dünnen Eisenstreifen von einander getrennt sind. Die Auſsenseite wird mit einer Mischung aus Thon, Speckstein und Wasser angestrichen. Längen von 4 bis 6m werden mit Cement umkleidet und dann erst der Eisenstreifen und darauf die Holzkerne herausgezogen, der Spiralstreifen dagegen bleibt bis nach dem Erhärten und soll bis zu Längen von 120m herausgezogen werden können, wozu der Erfinder einen besonderen Haspel anwendet.

Es wird eine Mischung aus 1 Th. hydraulischem Cement und 2 Th. Sand bevorzugt. Die Kosten einer Röhre von 0m,1 Durchmesser sollen sich auf 6 Cents für 1 Fuſs (85 Pf. für 1m) belaufen. Eine aus 4 Röhren bestehende Leitungsführung ist nur halb so theuer als bei Herstellung aus creosotirtem Holz und nur ein Sechstel so theuer als |453| bei Anwendung von in eine Masse eingehüllten Eisenröhren; es kommen dann nur 3 Cents auf jede Röhre für 1 Fuſs.

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