Titel: Schleif- und Riffelmaschinen für Mahlwalzen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1890, Band 276 (S. 529–537)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj276/ar276096

Schleif- und Riffelmaschinen für Mahlwalzen.

Mit Abbildungen im Texte und auf Tafel 28.

Zur Herstellung und Instandhaltung der Hartguſs-Riffelwalzen für die Müllerei werden Maschinen verwendet, deren Bauart sich in der Hauptsache einer Metallhobelmaschine mehr nähert, als derjenigen einer Drehbank mit Leitspindelbetrieb.

Obwohl der Arbeitsvorgang beim Riffeln demjenigen des Gewindeschneidens entspricht, so wird naturgemäſs wegen der groſsen Steilheit der Gewinderiffel der Hauptantrieb auf die Leitspindel verlegt und von dieser die Drehbewegung des Werkstückes der Riffelwalze abgeleitet. Weil aber bei wechselndem Walzendurchmesser auch die Riffelzahl veränderlich ist, so folgt die Nothwendigkeit einer ausgebildeten Theilvorrichtung.

Da nun in den meisten Fällen mit der Riffelhobelmaschine auch ein Schleifwerk verbunden ist, so wird je nach Anordnung und Betriebsweise desselben sich die Ausgestaltung der Maschine in erster Linie richten.

Das Haupterforderniſs für die richtige Arbeitsführung dieser, verbundenen Schleif- und Riffelmaschinen liegt in der Herstellung einer zur Wellenachse der Walze genau centrischen, geraden Cylindermantelfläche, in welche die nach steilen Schraubengängen gewundenen Riffel von sägezahnartigem Querschnitte in gleicher Theilung und in genauer Einschnittstiefe derart eingehobelt werden, daſs die Genauigkeit des umhüllenden Cylindermantels durch Verschneidung einzelner Riffelquerschnitte in keiner Weise beeinträchtigt werde.

Da aber die Achsenlage der Walze durch die auf der Maschine befindlichen Wellenlager gegeben ist, so ist der Vortheil auch leicht ersichtlich, welcher die einmalige Lagerung für beide Arbeitsvorgänge des Rundschleifens und Riffeins gewährt, obwohl eine Trennung dieser Arbeiten und die Vertheilung auf zwei gesonderte Maschinen aus Erhaltungsrücksichten und zur Schonung der feineren Mechanismen des Riffelwerkes günstig wäre.

Deshalb werden in Fabriken, die in ausgedehnterem Maſse sich Hut dem Schleifen und Riffeln von Walzen beschäftigen, gesonderte Maschinen für das Rundschleifen und Riffeln verwendet, während die leisten für den Mühlenbetrieb bestimmten Hilfsmaschinen mit Schleifund Riffelwerk zugleich versehen werden.

Bei diesen Doppelmaschinen ist das Schleifwerk entweder neben dem Riffelwerke oder auf der entgegengesetzten Seite desselben angeordnet, oder es wird bei abgehobenem Riffelwerke das Schleifwerk an dessen Stelle gesetzt.

Es werden ferner bei jenen Riffelmaschinen, bei denen die Drehbewegung der Walze mittels Versatzräder von der Bewegungsschraube |530| abgeleitet ist, vorzugsweise die Werkzeugschlitten längs der ruhig gelagerten Walze bewegt, eine Anordnung, die bei entsprechender Bettlänge die gleichzeitige Riffelung von zwei bezieh. auch drei Walzen gestattet.

Hingegen wird bei der zweiten Hauptgattung, bei welcher jene Drehbewegung der Walze mittels schräg gestellter Führungsschienen hervorgebracht wird, der Tischschlitten mit der darauf gelegten Walze gegen das feststehende Werkzeug in Hubbewegung versetzt. Gewöhnlich ist nur ein Hobelstahl im Eingriff, welcher zur leichteren Beobachtung der Schnittwirkung an die obere Scheitelstelle der Walze angelegt wird, während die gleichzeitige Verwendung von mehreren Riffelstählen an einer Walze selten versucht ist.

Die Hubbewegung der Schlitten wird nach Hobelmaschinenart mit beschleunigtem Rücklaufe und mittels Schraubenspindelbetrieb durchgeführt. Zur Bethätigung der Bewegungsspindel werden entweder stark übersetzende Stirnrädersätze, meistens aber Schneckentriebwerke eingeschaltet, wobei zur Umkehrung bei einfachem Riemen Wendetriebwerke, beim Doppelriemenbetriebe die Riemenverschiebung Verwendung findet.

Die zur Erzeugung gewundener Riffelfurchen erforderliche Walzendrehung kann, wie bereits vorher erwähnt, von der Bewegungsspindel mittels zwischengeschaltener Versatzräderwerke abgeleitet werden, oder es wird diese Drehung unmittelbar vom Schlittenhube abhängig gemacht, indem ein zur Schlittenbahn schräg liegendes Führungslineal in loth- oder wagerechter Ebene festgelegt, welches eine am Schlitten entsprechend quergeführte Zahnstange verschiebt, wodurch ein mit dem äuſseren Hülsenrohre der Theilvorrichtung verbundenes Zahnradsegment und damit die eingespannte Riffelwalze in schwingende Drehung versetzt wird.

Auf dem in das Auſsenrohr eingeschobenen Innenrohr steckt fliegend das Schneckenrad, dessen Schneckenlager am Auſsenrohre aufgekeilt ist, so daſs hierdurch eine verstellbare Kuppelung beider Rohrhülsen entsteht. Da ferner im Auſsenbund der inneren Rohrhülse die Einspannvorrichtung für die Walzenwelle vorgesehen ist, so kann hierdurch bei einer Drehung der Schneckenwelle jene Relativ Verdrehung der Walze gegen das Radsegment hervorgebracht werden, welche die Riffeltheilung bedingt.

Um aber die gewünschten Riffelzahlen zu erhalten, werden Sperrräder oder Schlitzräder von verschiedener Zähnezahl auf die Schneckenwelle gesteckt und diese nach jeder Hubvollendung des Schlittens entsprechend selbsthätig geschaltet.

Zur Schonung der Schneide wird im Rücklaufe des Schlittens das Werkzeug aus der Schnittfurche gehoben, was auch selbsthätig bewirkt wird.

|531|

Der Betrieb zweier in einer Maschine verbundener selbständiger Werke mit so sehr verschiedenen Arbeitsgeschwindigkeiten erfordert auch zwei von einander abhängige Deckenvorgelege, bei welchen die Verwendung einer dem Schlittenhube (650mm) entsprechend breite Trommel unvermeidlich ist. Wird ferner während des Schleifens eine gleiche Vor- und Rücklaufbewegung des Schlittens verlangt, so sind umständliche Verschiebungen von Riemenscheiben auf der Deckenwelle schwer zu umgehen, sofern nicht im Baue des Maschinentriebwerkes die Mittel zur Einleitung eines Geschwindigkeitswechsels besonders vorgesehen sind.

Die mittleren Umlaufszahlen und Geschwindigkeiten bei einer Schleifund Riffelmaschine mit unmittelbarem Schraubenspindelbetriebe sind folgende: erste Deckenvorgelege welle n = 140 bis 150 in der Minute, zweite Vorgelege welle an der Decke für die Walzendrehung, nur während des Schleifens im Betriebe, n1 = 65 und 35, die gleichen Umlaufszahlen erhält auch die Walze.

Die Schraubenspindel für den Schlittenbetrieb macht 47 bis 50 minutliche Umläufe bei Schleifen und Riffeln, während der Rücklauf hub beim Hobeln 140 bis 150 Umläufe erheischt.

Das Schleifrad von 300 bis 350mm Durchmesser bei 40 bis 50mm Breite erhält 1470 bis 1500 minutliche Umdrehungen, was einer Arbeitsgeschwindigkeit von 23 bis 27m in der Secunde entspricht, während beim Riffelhobeln Arbeitsgeschwindigkeiten von 10 bis 15mm/Sec. eingehalten werden.

Schleif- und Riffelmaschine von „Vulkan“ in Chemnitz (Fig. 1 bis 6 Taf. 28).

Die in stellbaren Lagern eingelegte Riffelwalze kann nur um ihre Achse schwingen bezieh. kreisen, während der Werkzeugschlitten b auf der parallel liegenden Wange a mittels einer Schraubenspindel c dadurch in Hubbewegung versetzt wird, daſs die Betriebsriemen abwechselnd auf die mittlere Triebscheibe d verlegt werden. Die Umkehrung der Schlittenbewegung wird vermöge des Stellzeuges in der Weise durchgeführt, daſs ein Anschlag e am Schlittenfuſse an die Klötzchen f der Hebelstange g am Hubende trifft, wodurch mittels der übersetzenden Hebelverbindung h, i und eines am Ausschlaggewichte befindlichen Zahnkranzsegmentes die Riemengabelschiene k verschoben wird.

Auf der Schlittenplatte b ist ein Bock l (Fig. 1 und 2) aufgeschraubt, an dessen lothrechter Wange ein kleiner Kreuzsupport m stellbar ist, welcher das Stichelgehäuse enthält.

Von der Bewegungsspindel c wird mittels Versatzräder n ein doppeltes Schneckentriebwerk o, p bethätigt, wodurch ein mit dem Gabellager r verschraubtes Radsegment q in schwingende Drehung versetzt wird. Auf das freie Wellenende der Walze ist das Theilrad s |532| gekeilt, während sich auf dem Nabenrande desselben das Gabellager r frei dreht.

Die Kuppelung zwischen r und s wird durch die Schnecke t vermittelt, auf dessen äuſserem Spindelende das entsprechend ausgewählte Schaltrad u sitzt, welches durch die Anschlagstange v und den Sperrhakenhebel w geschaltet wird, wodurch nach jedem Doppelhube die der Riffeltheilung zukommende Relativverdrehung der Walze gegen das Gabellager r bewirkt wird.

Zum Betriebe des Riffelwerkes dient die am Deckenvorgelege (Fig. 5 und 6) befindliche groſse Scheibe x für den Rücklauf des Schlittens, während die kleinere y für den Arbeitsgang bestimmt ist.

Weil während des Schleifvorganges dem Schlitten gleiche Geschwindigkeit im Vor- und Rücklaufe ertheilt wird, so müssen beide Scheiben (x, y) auf deren Welle nach links verschoben und ein Riemen verkürzt werden. Mit der Riemenscheibe z wird ferner das zweite Vorgelege getrieben, dessen breite Trommel zur Bethätigung des Schleifrades dient.

Das Schleifwerk (Fig. 3 und 4) ist aus einem Winkelschlitten A und einem Lagerschlitten B für das Schleifrad C zusammengesetzt, welches an Stelle des Riffelsupportes auf die Schlittenplatte b geschraubt wird, während an das Ende der Walzenwelle eine Riemenscheibe D gekeilt ist, welche von der Scheibe E (Fig. 6) betrieben wird.

Da dem Riffeln das Randschleifen vorangeht, so wird nach beendeter Schleifarbeit die Scheibe D abgenommen und dafür die Theilvorrichtung (Fig. 1) aufgesetzt.

Nur bei feingeriffelten Walzen müssen die alten Riffeln vollständig glatt weggeschliffen werden, während bei grober Theilung ein Abschleifen der oberen Riffelschneiden genügt.

Schleif- und Riffelmaschine von Ganz und Co. in Buda-Pest.

Die für Hartguſswalzen bis 300mm Durchmesser und 650mm Länge bemessene Maschine ist in Fig. 7 bis 11 Taf. 28 dargestellt.

An die Wange a ist ein Tischwinkel c angegossen, auf welchem ein kleiner Schlitten d stellbar gleitet. Auf diesem wird entweder der Supportarm f (Fig. 7) mit dem Stahlhalterschlitten r, s oder das Schleifwerk l1, i1 (Fig. 9) aufgeschraubt.

Während des Riffelhobelns wird auf dem Walzenzapfen eine der vorbeschriebenen ähnliche Theilvorrichtung h, l, v aufgesteckt, während die Schwingung dieser Vorrichtung dadurch hervorgerufen wird, daſs ein am Gabellager h vorgesehener Arm eine Kugel i trägt, welche in die schräg gestellte Parallelschiene m einsetzt.

Da nun die Walze W mit der eben erwähnten Theilvorrichtung sich mit dem Tischschlitten b gegen das feststehende Werkzeug sowohl, als auch gegen die schräge Linealführung verschiebt, so wird in |533| Folge der gleichzeitig erfolgenden Drehung der Walze eine gewundene Riffelfurche entstehen.

Der beschleunigte Rücklauf des Tischschlittens ist nur durch Verlegung der Riemenscheibe D (Fig. 11) in die Lage C zu ermöglichen, während das Schleifrad i1 vom ersten Vorgelege durch F betrieben wird, so daſs die am Nebenvorgelege befindliche Trommel G nur die Kreisung der rund zu schleifenden Walze besorgt, wozu der langsam laufende Riemen auf die Bordscheibe h1 (Fig. 10) gelegt wird. Die Umkehrung der Schlittenbewegung wird nach bekannter Art mittels Knaggen g und Hebel werke, welche die Riemengabelschiene und dadurch die Betriebsriemen p, q (Fig. 8) verlegen, bewirkt.

Schleif- und Riffelmaschine der Maschinenfabrik Oerlikon bei Zürich (Fig. 12 bis 15 Taf. 28).

Um den Wechsel der Schlittengeschwindigkeit ohne die umständliche Verlegung der Riemenscheiben am Deckenvorgelege zu erhalten, ist bei der obgenannten Maschine eine Ausschaltung im Wendegetriebwerke vorgesehen.

Nach Industries, 1889 Bd. 7 * S. 341, liegt das Schleifwerk auf der einen und das Riffelwerk auf der anderen Seite des Schlittenbettes auf kurzen Querwangen verschiebbar angeordnet, so daſs dadurch das Gesammtbett im Grundriſs eine Kreuzform erhält. Auf dem die Führungswange weit überragenden langen Schlittentische C (Fig. 12 und 13) ist die Riffelwalze A mit den Lagern B und der Theil- und Drehvorrichtung aufgesetzt, während das Leitlineal F an einem seitlichen Ansätze E des Bettes D mittels Kreisschlitzschrauben angestellt wird. In F greift mittels eines Gleitbockes die lothrecht geführte Zahnstange G ein, welche bei eintretender Hubbewegung des Schlittentisches C die Walze A vermöge eines Zahnbogens abwechselnd in Rechts- und Linksdrehung nach Maſsgabe der jeweiligen Schräglage des Leitlineals bringt.

Durch diese Verdrehung des Zahnbogens wird auch das auf derselben Hülse, jedoch an der Auſsenseite des Stützlagers gekeilte Gabellager in Schwingung versetzt, wodurch das an dem Sperrhaken des stellbaren Böckchens H treffende Sperrrad verdreht und hiermit vermöge Winkelräder die Schnecke und das auf der inneren Hülse gekeilte Theilrad gesteuert wird. Am Innenbord dieser inneren Hülse befindet sich die Einspannvorrichtung für den Walzenzapfen, sowie zur Erleichterung der Riffeleintheilung der Maschine ein zweites Theilrad beigegeben ist.

Der auf der erhöhten Querwange K verschiebbare Schlitten trägt das Schneidstahlgehäuse, welches eine Schiebereinrichtung besitzt, mit welcher das Zurückstellen des Schneidstahles während des Rücklaufhubes selbsthätig ermöglicht wird, wozu das am Schlittentische angebrachte Böckchen mit der stellbaren Anschlagleiste, sowie eine ebensolche am Stützlager der Theilvorrichtung dienen.

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In dem Bettgehäuse, auf welchem das Schleifradlager gleitet, ist das in Fig. 14 und 15 dargestellte Triebwerk für die im Schlittenbett befindliche Treibspindel U angeordnet.

Beim Rundschleifen wird der Betriebsriemen auf die Scheibe N (Fig. 12 und 14) gelegt, welcher vermöge eines Schneckentriebwerkes O, P das mit dem Schneckrade P verbundene Winkelrad Q, welches lose auf der durchgehenden Welle läuft, treibt. Durch das Zwischenrad B wird das Winkelrad S, und durch Eingriff der Verschiebungsmuffe W das Winkelrad T im Rechts- oder Linksgange bethätigt. Die Verstellung der mittels Federkeiles mit der Triebwelle T verbundenen Zahnkuppelungsmuffe W erfolgt durch Anschlagknaggen des Tischschlittens, welche auf den Winkelhebel (Fig. 13) wirken.

Indem die an der Theilvorrichtung vorgesehenen Einspannschrauben für die Walzenwelle gelöst bleiben, wird am entgegengesetzten Wellenende die von der Deckentrommel bethätigte Riemenscheibe für das Rundlaufen der Walze aufgekeilt oder aufgeschraubt.

Hingegen wird während des Riffelhobelns derselbe Betriebsriemen, der die Scheibe N trieb, auf die Scheibe X (Fig. 15) gelegt, das Schneckenrad P von dem Hülsenrade Q abgeschoben und das Winkelrad S zurückgestellt. Dieses Rad S ist mit dem gröſseren Rade S1 verbunden, beide aber auf die Zahnhülse gekeilt, welche auf der Trieb welle T lose geht.

Der Betrieb wird nun in der Weise durchgeführt, daſs im Arbeitsgange des Schlittens die Kuppelungsmuffe W nach rechts an diese Zahnhülse gestellt wird, so daſs der Riemen X durch Vermittelung der ins Langsame übersetzenden Räderwerke Y, Z und V, S1 die Radwelle T in langsamer Gangart bethätigt, während im Rücklaufe des Schlittentisches diese Bewegung durch den Eingriff der Räder R, Q bei linksseitig eingerückter Muffe unmittelbar von der Riemenscheibe X bewerkstelligt wird.

Hoerde's Schleif- und Riffelmaschine (Fig. 16).

An jeder Seite der geraden Wange ist je ein Winkelsupport angeschraubt, auf welchem der Riffelstahlträger bezieh. das Schleifradlager verschiebbar ruhen, während der Tischschlitten mit den Walzenlagern von einer Schraubenspindel getrieben wird, die in der Längsachse der Wange durchgelegt ist.

Das an der Stirnseite der Wange befindliche Triebwerk derselben besteht aus zwei parallelen Querwellen, die in einem gewissen Abstande von einander abliegen, und an ihren einseitigen Verlängerungen je eine feste Doppelscheibe tragen, deren Durchmesser derart bemessen sind, daſs sie die Scheiben am Deckenvorgelege ergänzen und dadurch gleiche Riemenspannung gewähren.

Da ferner je eine Scheibe dieser beiden Triebwellen sich gleichen, |535| so folgt daraus die Leichtigkeit, mit welcher eine gleich groſse Vor- und Rücklaufgeschwindigkeit beim Rundschleifen mittels einfacher Riemenverlegung erhalten werden kann, während ohne Weiteres der gewünschte Unterschied in der Schlittengeschwindigkeit beim Riffeln durch entsprechende Wahl der Scheibendurchmesser zu erzielen ist.

Fig. 16., Bd. 276, S. 535

Jede Querwelle treibt ein gesondertes Schnecken trieb werk, deren lose umlaufende Schneckenräder vermöge einer zwischen denselben eingelegten Zahnkuppelungsmuffe abwechselnd die Bewegungsspindel bethätigen.

Am anderen freien Ende der Bewegungsspindel wird ein Stirnrad aufgesteckt, welches durch Hilfe von Versatzrädern eine zweite Schraubenspindel an der Wangenlängsseite treibt, welcher die Rolle einer langen Schnecke zufällt und die frei durch eine Aussparung des Supportwinkels geführt ist.

Da diese Spindel die Drehvorrichtung des wandernden Tischschlittens mittels eines doppelten Schneckentriebwerkes in Thätigkeit setzt, so ist an derselben nur so viel Gewinde angeschnitten, als es durch den Tischhub bedingt ist.

Die Schaltung zur Erzielung der Riffeltheilung wird durch ein auf der Schneckenspindel sitzendes Theilrad besorgt, welches an das erste Schneckenrad durch einen in dessen Randbord eingelegten Zahn gekuppelt wird.

Wird dieser durch einen Anschlag ausgelöst, der Schlitten aber weiterbewegt, so wird bei dieser Weiterbewegung eine Relativverdrehung zwischen Schneckenrad und Schaltrad eintreten, die sich nach der Theilung des letzteren richtet.

Schleif- und Riffelmaschine von Escher, Wyſs und Co. (Fig. 17).

Um gleichzeitig eine Walze schleifen und eine riffeln zu können, ist diese die Modellnummer 13 führende Maschine bestimmt. Während |536| die Walzen sich in festgelegten Lagern drehen oder schwingen können, bewegen sich beide Supportwinkel gleichzeitig durch den Betrieb einer gemeinschaftlichen Leitspindel an Seitenleisten der Wange. Wie aus dem Schaubilde Fig. 17 leicht ersichtlich, liegt zwischen den zwei ungleich groſsen und gegensätzlich umlaufenden Betriebsriemenscheiben, die lose auf der Spindelverlängerung kreisen, die gezähnte Kuppelungsmuffe, welche durch eine längsseitsliegende Anschlagstange verschoben wird.

Fig. 17., Bd. 276, S. 536

Werden beide Walzenwellen durch ein Zwischenglied fest verkuppelt und das Schleifwerk durch einen Riffelsupport ersetzt, so können auf einer solchen Maschine ganz wohl zwei Walzen gleichzeitig geriffelt werden.

Die Dreh- und Schaltvorrichtung dürfte aus dem Vorhergehenden als bereits erklärt anzusehen sein.

Riedinger's Riffelmaschine (Fig. 18).

Fig. 18., Bd. 276, S. 536

Die Bahn für den Werkzeugschlitten liegt auf der Wangenoberseite, und während der Lagerwinkel mit der Theil- und Drehvorrichtung auf die Hinterseite der Wange fest verlegt ist, kann auf derselben Seite das |537| zweite Stützlager der jeweiligen Walzenlänge angepaſst werden. Der Betrieb des Schlittens erfolgt nach Hobelmaschinenart mit Schraubenspindel, an deren Ende Winkelräder die Bewegung auf die Drehvorrichtung abzweigen.

Turner's Riffelmaschine.

Bemerkenswerth ist diese Maschine (Englisches Patent Nr. 7983 vom Jahre 1884) nur insofern, daſs für jede Walze drei Riffelstähle vorgesehen sind, die an einem festen Brückenbogen angeordnet gleichzeitig zur Wirkung gelangen, während die am Schlitten tische gelagerte Walze sich drehend gegen die Schneidstähle bewegt.

Philippot, Schneider und Jaquet in Straſsburg haben die Zahl der gleichzeitig wirkenden Riffelstähle in ihren Maschinen beträchtlich vergröſsert (D. R. P. Nr. 26230).

Riedinger's Walzenschleifmaschine (Fig. 19).

Bei dieser Schleifmaschine ist eine Trommel am Decken Vorgelege dadurch überflüssig gemacht, daſs die Walzendrehung vermöge eines Räderwerkes hervorgebracht wird, welches mit dem Schlittentische wandert und von einer langen Keilnuthwelle betrieben ist, über welche sich das Getriebe desselben schiebt.

Fig. 19., Bd. 276, S. 537

Von dieser Welle aus wird aber auch durch ein als Wendegetriebe wirkendes Räderwerk die an der Tischunterseite lagernde Spindel bethätigt, welche in einer am Bette feststehenden Mutter einsetzt.

Das auf einer Querwange und in einem Lagerschlitten laufende Schleifrad wird selbstverständlich unmittelbar vom Deckenvorgelege betrieben.1)

Pr.

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Ueber Walzenriffelmaschinen vgl. Oerlikon, 1881 240 * 93. v. Hößle, 1882 243 * 374. Oerlikon 455. E. Pfaff, 1882 244 * 22. Sondermann und Stier, 1884 253 * 19 und Philippot u.s.w., 1884 253 * 20.

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