Titel: Boult's Prüfer für Cylinder-Schmiermittel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1890, Band 276/Miszelle 2 (S. 380)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj276/mi276mi08_2

Boult's Prüfer für Cylinder-Schmiermittel.

Handelt es sich um eine vergleichende Prüfung verschiedener Schmiermittel, so muſs dieselbe offenbar möglichst unter denselben Bedingungen vorgenommen werden, denen die Schmiermaterialien bei wirklichem Gebrauche unterliegen, insbesondere müssen Cylinder-Schmiermittel bei derselben Temperatur geprüft werden, welche in den Wandungen des zu schmierenden Cylinders herrscht. Dieser Bedingung ist in einfachster Weise bei einem nach Industries, 1890 S. 149, von W. S. Boult in Liverpool construirten Prüfungsapparate entsprochen. Bei demselben dreht sich ein der Länge nach zweigetheilter Zapfen, dessen Hälften durch mittels Stellschrauben mehr oder weniger anzuspannende Spiralfedern auseinander gepreſst werden, im Innern eines frei beweglichen Ringes. Das Mitnehmen des letzteren wird verhütet, indem derselbe mit einem Arme an ein Dynamometer angehängt ist, so daſs sich auch das hervorgerufene Reibungsmoment leicht messen läſst. Der Körper des Ringes ist hohl und wird mit Oel angefüllt, welches durch einen untergestellten Bunsenbrenner auf die erforderliche Temperatur, die an einem in das Oel herabreichenden Thermometer abgelesen wird, gebracht werden kann. Der Ring umschlieſst den Zapfen derart, daſs er an den Stirnflächen nach innen vorspringende Leisten hat, welche das zur Prüfung zwischen Zapfen und Ring gebrachte Schmiermaterial zurückhalten. Der ausdehnbare Zapfen sitzt freigetragen an einer in zwei Lagern liegenden Welle, welche durch einen Riemen mit etwa 500 bis 600 Umdrehungen, die durch ein Zählwerk gezählt werden, angetrieben wird.

Die Anwendung dieses Apparates ist nun die folgende. Nachdem der Ring durch den Bunsenbrenner auf die erforderliche Temperatur gebracht ist, wird eine durch eine Pipette genau abgemessene Menge des zu prüfenden Schmiermateriales zwischen Zapfen und Ring gebracht und hierauf ersterer so lange in Drehung gehalten, bis das Dynamometer eine Zunahme der Reibung um 50 Proc. anzeigt. Die hierzu erforderliche Umdrehungszahl, welche an dem Zählwerke abgelesen wird, gibt dann offenbar einen Anhalt für die Beurtheilung der Schmierfähigkeit des betreffenden Materiales.

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