Titel: Minoggio's elektrische Bogenlampe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1890, Band 276/Miszelle 5 (S. 477–478)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj276/mi276mi10_5
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Minoggio's elektrische Bogenlampe.

Minoggio vermag die Höhe seiner Bogenlampe (vgl. Armengaud, Publication Industrielle, Bd. 32 * S. 404) zufolge der eigenthümlichen Anordnung derselben ziemlich gering zu halten. Er wendet nämlich eine Welle an, an welcher beide Kohlenträger hängen und zwar der Träger der oberen, positiven Kohle mittels eines um die Welle gewickelten und mit dem einen Ende an ihr befestigten Seidenbandes, der untere Träger dagegen mittels zweier Seidenfäden, deren jeder mit dem einen Ende an der Welle, mit dem anderen an einem Bremshebel befestigt ist, zwischendrin aber um eine an einer Trägerstange befestigte Rolle läuft. Senkt sich der obere Träger durch sein Gewicht, so hebt er zugleich den unteren, jedoch nach den Gesetzen für die lose Rolle nur um den halben Betrag der Senkung des oberen Trägers. Der Bremshebel ist an dem einen Ende drehbar gelagert und kann auf eine Bremsscheibe wirken, welche auf die schon erwähnte Welle aufgesteckt ist; am freien Ende trägt er den Anker eines Elektromagnetes, dessen Rollen in den Hauptstromkreis eingeschaltet sind.

Brennt die Lampe nicht, so zieht eine Spiralfeder den Anker und den Bremshebel nach oben; die beiden Kohlen berühren sich. Läſst man den Strom zu, so zieht der Elektromagnet den Anker nach unten, der Bremshebel legt sich also auf die Bremsscheibe, senkt aber bei seinem Herabgehen zugleich die untere Kohle soweit, daſs sich der Lichtbogen entzünden kann. Mit wachsendem Kohlenabstande wird der Strom schwächer, endlich wird der Anker abgerissen, die Bremsscheibe wird frei, die Welle kann sich drehen und die Kohlen nähern sich einander wieder, bis der Strom wieder kräftig genug ist und die Bremse wieder anlegt.

Mittels zweier Schrauben läſst sich der Anker in die richtige Entfernung von dem Querstücke des Bremshebels bringen, woran er befestigt ist. Eine dritte Schraube begrenzt die Entfernung, auf welche er sich von den Elektromagnetpolen entfernen kann. Die Spannung der Abreiſsfeder läſst sich natürlich auch reguliren.

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