Titel: Asbest-Kork-Kunstholz.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1890, Band 277/Miszelle 4 (S. 46–47)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj277/mi277mi01_4

Asbest-Kork-Kunstholz.

Nach dem österreichisch-ungarischen Privilegium vom 1. Mai 1890 besteht das Asbest-Kork-Kunstholz von Zeman in Tismitz aus 50 Th. Sägespäne oder Korkmehl, 20 bis 30 Th. Asbestpulver oder Infusorienerde und 20 bis 30 Th. gebrannter Magnesia, welche untereinander innig gemengt mit einer Lösung von Chlormagnesium von 25 bis 28° B. oder schwacher Salzsäure zu einem steifen Brei angerührt werden, welcher in Formen, wie solche zur Herstellung von Cementplatten üblich sind, ausgegossen wird. Die abgeformten Platten werden an der Luft getrocknet und sodann mit einer aus 65 Th. Paraffin, 10 bis 20 Th. Creosot, 5 bis 15 Th. weichem Wachs und 5 bis 15 Th. Terpentin bestellenden Imprägnirungsmasse getränkt.

Das so erhaltene Asbest-Kork-Kunstholz erhärtet in sehr kurzer Zeit und erreicht den Härtegrad 6, soll sich aber trotzdem wie natürliches Holz sägen, hobeln, bohren und poliren lassen. Durch die Imprägnirungsmasse ist das Kunstholz gegen Säuren und Fäulniſs geschützt, vollkommen feuer- und wasserbeständig, wegen seiner groſsen Dichte zur Aufnahme von Wasser gänzlich ungeeignet und zeigt bei geringem Gewicht und groſser Elasticität bedeutende Widerstandsfähigkeit gegen Druck und Stoſs.

Zufolge dieser Eigenschaften wird das Asbest-Kork-Kunstholz zur Herstellung von Bauten, insbesondere Lagerhäusern, Fabrikgebäuden und Baracken, für Fuſsböden, Wandbekleidungen, Bedachungen, für Ornamente und |47| verschiedene Kunstgegenstände, hauptsächlich aber als Pflaster empfohlen, da die aus Kunstholz hergestellten Platten eine mäſsig rauhe Oberfläche besitzen und gleichzeitig billiger zu stehen kommen als die glatten Chamotte- und Cementplatten. (Vgl. 1889 272 527.)

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