Titel: P. Schoop's Neuerungen an galvanischen Elementen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1890, Band 278/Miszelle 4 (S. 526–527)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj278/mi278mi11_4

P. Schoop's Neuerungen an galvanischen Elementen.

Am 23. März 1890 ist Dr. Paul Schoop in Zürich für Oesterreich-Ungarn ein Patent ertheilt worden auf die Verwendung gallertartiger, eine möglichst feste Masse bildender Elektrolyte, welche aus bekannten flüssigen Elektrolyten durch Zusatz eines gelatinirenden Mittels, wie Wasserglas, erhalten werden, und auf die Verwendung gallertartiger Elektrolyte in Speicherbatterien, bestehend aus einer Mischung von Schwefelsäure, Wasser und Wasserglas mit oder ohne Zusatz eines Bindemittels, sowie auf die hiernach ermöglichte Verwendung einer sehr porösen Elektrodenmasse, wie dieselbe durch Anwendung von porösem Blei zum Zweck der Erstellung von Speicherelementen ausgeführt wird.

Aus den gewöhnlichen, bekannten Elementen mit einer oder mehreren Flüssigkeiten lassen sich dadurch die Scheidewände eliminiren, daſs den betreffenden Lösungen Stoffe zugesetzt werden, welche eine Versteifung der Flüssigkeit bewirken. Nicht zu verwenden sind aber hierbei solche Körper, welche ein sehr geringes Leitungsvermögen haben, wie z.B. Gyps, Sand, ferner solche, welche mit der Zeit einer freiwilligen Zersetzung oder einer solchen durch die Masse des Elektrolyts (Säure, Salz oder Alkali), wie z.B. Gelatine, Leim, unterliegen.

Zur verdünnten Schwefelsäure setzt man Wasserglas, z.B. auf 3 Vol. verdünnte Schwefelsäure von 1,200 spec. Gew. 1 Vol. Wasserglaslösung von 1,200 spec. Gew. Bindemittel, wie z.B. Asbest, Cellulose, können der Mischung ebenfalls zugesetzt werden, ohne wesentliche Beeinträchtigung der Leitungsfähigkeit derselben. Dadurch wird die Mischung in eine feste gallertartige Masse verwandelt, welche den Strom gleich gut leitet, wie der ursprüngliche flüssige Elektrolyt. Einer Salzlösung, z.B. Salmiaklösung, wird einfach Wasserglas zugesetzt oder eine Mischung von Wasserglas mit einer Säure.

Man gieſst in die Mischung von 2 Vol. Salzsäure etwa 20 Proc., und 2 Vol. Wasserglaslösung von 1,200 spec. Gew. 4 Vol. Salmiaklösung von beliebig gewünschter Concentration. Auch alkalische Flüssigkeiten lassen sich gelatiniren, indem z.B. eine Eisenoxydulsulfatlösung mit Wasserglas versetzt wird.

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