Titel: Lineff's elektrische Straſsenbahn.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1890, Band 278/Miszelle 7 (S. 527–528)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj278/mi278mi11_7

Lineff's elektrische Straſsenbahn.

Die in D. p. J. 1888 268 47 beschriebene Anordnung der Stromzuleitung für elektrische Straſsenbahnen besitzt zwar wesentliche Vorzüge vor anderen Stromzuführungen, doch ist jene Anordnung Lineff's nirgends zur Anwendung gekommen, weil immerhin bei ihr noch der nach der Stromleitung führende Schlitz unentbehrlich war. Daher hat Lineff eine neue Anordnung ohne Schlitz gewählt. Bei dieser liegt der Strömleiter in einem mechanisch ganz geschlossenen Kanäle, ist aber magnetisch durch eine Eisendecke hindurch zugänglich, ähnlich wie in Holroyd Smith's englischem Patente Nr. 17018 von 1886. Am Wagen ist nach den Industries vom 4. Juli 1890 * S. 18 ein Magnet angebracht, welcher mit den beiden an seinen Enden befindlichen guſseisernen Rädern auf einer glatten Schiene läuft, die aus Längen von 0m,9 besteht. Auf jeder Seite der Räder reichen in der Schienenrichtung sich verlängernde Schuhe bis auf 3mm über die Schiene herab und auf dem nach auſsen liegenden Schuh reicht an jedem Ende eine Stromzuführungsbürste auf die Schiene herab, weil die Räder zu schmal sind, um guten Contact zu machen. Neben dieser Schiene, welche oben flach mit dem Erdboden verläuft, liegt ganz unter dem Erdboden eine mit ihr durch Messingbolzen verbundene niedrigere; die Fuſsflächen beider stoſsen an einander und bilden die Decke des aus Asphalt hergestellten Kanals. In letzterem liegen auf thönernen Isolatoren zwei kupferne Leiter und auf diesen ein etwa 3mm dicker und 57mm breiter Streifen galvanisirten Eisenblechs. Wenn nun der Magnet darüber hin läuft, so hebt sich der Streifen zum Theil bis an die etwa 8mm über ihm liegenden Schienen empor und setzt diese in leitende Verbindung mit den Leitern. Mit der einen, höheren Zuleitungsschiene allein war eine zu starke Erregung des Magnetes erforderlich; durch die Hinzufügung der zweiten, ganz versenkten, sind die Schwierigkeiten beseitigt. Die Stöſse der Schienen in den beiden Reihen neben einander sind etwas gegen einander versetzt. Der Motor lief ohne sichtbare Funken. Eine Batterie muſs auf dem Wagen mitgenommen werden für den Fall, daſs man vorübergehend den Stromkreis unterbrechen muſs, um den Blechstreifen niedergehen zu lassen.

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