Titel: Verfahren zur Vergleichung der Erstarrungspunkte verschiedener Talgsorten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1891, Band 279/Miszelle 11 (S. 120)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj279/mi279mi05_11

Verfahren zur Vergleichung der Erstarrungspunkte verschiedener Talgsorten.

Finkener hat für die angezeigten Beobachtungen folgenden Apparat construirt. In einem viereckigen Buchenholzkasten von 70 mm lichter Weite, 144 mm lichter Höhe und 9 mm Wandstärke ist auf der Mitte des Bodens ein Kork befestigt, auf welchem in einer kleinen Vertiefung der Kolben steht. In seinen Hals ist ein Thermometer eingeschliffen, in dessen Schliff parallel zur Achse eine Rinne eingeschliffen ist, so dass die über dem Talg befindliche Luft in dem Kölbchen mit der äusseren Atmosphäre immer unter gleichem Druck steht. Die Klappen des Deckels des Kästchens halten das Thermometer. Bei der Benutzung des Apparates wird Folgendes beobachtet: Eine Durchschnittsprobe von 150 g des zu untersuchenden Talges wird in einer unbedeckten Porzellanschale auf einem Wasserbade zum Schmelzen gebracht und noch eine halbe Stunde auf dem siedenden Wasserbade stehen gelassen. Dann wird damit der Kolben gefüllt und in den Kasten gestellt und alle zwei Minuten der Stand des Thermometers beobachtet und aufgeschrieben, wenn es auf 50° C. gesunken ist. – Bei hartem Talg fällt das Thermometer nach einiger Zeit langsamer, bleibt einige Minuten stehen, steigt wieder, erreicht einen höchsten Stand und sinkt abermals. Dieser höchste Stand ist der Erstarrungspunkt. Bei weichem Talg fängt das Thermometer nach einiger Zeit langsamer zu fallen an, bleibt mehrere Minuten auf einem sich nicht ändernden Stand stehen und sinkt dann weiter. Der beobachtete höchste, sich auf einige Zeit nicht ändernde Stand gibt den Erstarrungspunkt an.

Ein Vergleich des nach diesem Verfahren ermittelten Erstarrungspunktes dreier verschiedener Talgproben mit dem nach der Zollinstruction festgestellten gab folgendes Resultat:

Nach Finkener's Verfahren Nach der Zollinstruction
Talg I
Talg II
Talg III
41,3°
43,3°
39,4°
40,2°
41,5°
38,5°

Mittelwerthe

(Mittheilungen aus den Königl. Versuchsanstalten zu Berlin, 1890 Heft III S. 153.)

H.

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