Titel: Telephoniren zwischen Paris und London.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1891, Band 279/Miszelle 9 (S. 120)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj279/mi279mi05_9

Telephoniren zwischen Paris und London.

Im Anschluss an die in D. p. J. 1889 274 575 erwähnten Versuche hat W. H. Preece die günstigsten Abmessungen berechnet (vgl. Elektrotechnische Zeitschrift, 1889 646), welche einem Kabel zu geben wären, das zum Telephoniren zwischen London und Paris in den Kanal zu versenken wäre. Die Entfernung zwischen London und der Küste ist 70, zwischen Paris und der Küste 180 engl. Meilen; die Kabellänge beträgt 21 Knoten. Die Rechnung ergab 0,097 engl. Zoll als Durchmesser des Leiters im Kabel und 0,102 engl. Zoll als äusseren Durchmesser des Kabels; vorausgesetzt ist dabei, dass die aus Hin- und Rückleitung bestehenden Landlinien aus einem 180 k für eine Meile wiegenden Drahte hergestellt werden. Danach wurde beschlossen, dass ein Kabel mit 72 k Kupfergewicht und 135 k Isolatorgewicht verlegt werden solle, dessen Anfertigung Siemens Brothers übertragen wurde. Da aber die französische Regierung die Landlinien aus einem 270 k (anstatt 180 k) wiegenden Drahte herstellte, so ging das Product R × K. (Widerstand × Capacität) von 7500 auf 5900 herab. Jede Kabelader besteht aus sieben gleichen Kupferdrähten, wiegt 72,5 k für eine Seemeile (1851 m) und hat für eine Seemeile bei 24° C wenigstens 7,478 und höchstens 7,632 Ohm Widerstand. Die Isolirschicht besteht aus drei abwechselnden Lagen von Chatterton-Compound und Guttapercha; sie wiegt 135 k, der ganze Leiter also 207 k. Vier solche Leiter werden mit bestem Jutegarn umgeben und erhalten darüber eine Schutzhülle aus 16 Drähten von je 0,71 mm Dicke, von 1570 k Bruchfestigkeit jeden Drahtes und bei mindestens zehn Windungen auf 6 engl. Zoll (152 min). Der Betrieb soll Mitte Februar 1891 eröffnet werden und ein Gespräch von fünf Minuten 20 Francs kosten.

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