Titel: Neue Holzbearbeitungsmaschinen und Werkzeuge.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1891, Band 281 (S. 244–249)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj281/ar281090

Neue Holzbearbeitungsmaschinen und Werkzeuge.

(Patentklasse 38. Schluss des Berichtes S. 220 d. Bd.)

Mit Abbildungen.

Verschiedene Arbeitsmaschinen.

Maschine zur Herstellung langer und runder Löcher bei Holzarbeiten von J. Meyer-Fröhlich in Basel (* D. R. P. Nr. 55853 vom 29. Mai 1890. Fig. 28 und 29).

Textabbildung Bd. 281, S. 244
In dieser Maschine kommen drei Hauptbewegungen vor, nämlich: die rotirende, sehr schnelle Bewegung des Bohrers: die Hin- und Herbewegung des Bohrers für Herstellung der Langlöcher; die Bewegung, um den Bohrer in das Holz eindringen zu machen und zurück zu ziehen.

Die Drehbewegung des Bohrers, welcher bis 2400 Umdrehungen in der Minute macht, wird erreicht durch eine mit Schwungrad A verbundene Riemenscheibe B; diese überträgt die Kraft durch die Riemenscheiben C, D, E auf das Zahnrad F, welch letzteres wieder die bewegende Kraft einem auf der Bohrerwelle H lose aufgekeilten Zahnkolben G mittheilt, wodurch dann die Welle H und somit der Bohrer die Umdrehung erhalten. Der Zahnkolben G ist nur lose aufgekeilt, d.h. der Keil, der in der Zeichnung nur aus einer Schraube besteht, kann sich in der Nuth der Welle H leicht der Länge nach bewegen, während er die Welle mit umdreht. In der Welle H ist ein conisches Loch für den Bohrer J. Durch dieses Loch geht ein Stift y, welcher den Bohrer J mitnimmt, um das Loch zu bohren.

Der Träger K der Welle H ist an einem Schlitten a befestigt oder bildet mit demselben ein Stück und bewegt sich im Schlittenlager L hin und her. Diese Hin- und Herbewegung des Schlittens wird erreicht durch eine Handkurbel 2, welche an dem Zapfen des Schwungrades A befestigt ist und die mittels einer Zugstange z den Schlitten a hin und her bewegt. Da aber diese Hin- und Herbewegung veränderlich sein muss, um längere oder kürzere Löcher zu bohren, so kann der Kurbelzapfen mittels Schraube dem Centrum näher oder ferner gestellt werden.

Um das Eindringen des Bohrers in das Holz zu bewirken, ist an dem Arme u eines am Schlitten befestigten T-förmigen Trägers U ein Hebel t drehbar angeordnet; derselbe trägt eine Rolle N, welche in der Kerbe v der Welle H sich ebenfalls drehen kann, und ist ferner an seinem äusseren Ende mit einem hölzernen Handgriffe t1 versehen, an welchem eine Schnur p befestigt ist. Das andere Ende dieser Schnur p geht über eine am Arme u1 des Trägers U angebrachte Rolle p2 und ist an der Achse des Sperrades P befestigt. Auf der Achse des Rades P sitzt lose ein Hebel O, dessen freies Ende auf einer schrägen, verstellbar am Maschinengestell befestigten Schiene Q durch eine Rolle o aufliegt. Am Hebel O ist eine Klinke o1 angebracht, welche in die Zahnung des Sperrades P eingreift. Wenn nun der Schlitten sich rückwärts, d.h. in der Richtung des Pfeiles m bewegt, so wird der Hebel O in Folge der Steigung der Schiene Q gehoben und das Rad P durch die Klinke o etwas gedreht; dadurch wird die am Rade P befestigte Schnur p auf die Welle p1 des Rades P aufgewickelt, folglich der Hebel t angezogen und somit die Welle H und der Bohrer J gegen das Holz gedrückt. Eine am Träger U angebrachte Gegenklinke q greift ebenfalls in die Zahnung des Rades P ein, so dass dieselbe bei der dem Pfeile m entgegengesetzten Schlittenbewegung die Rückdrehung des Rades P verhindert. Durch Verstellen der Schiene Q kann die Maschine für jede Holzhärte und Bohrergrösse angepasst werden.

Die Maschine dient auch dazu, runde Löcher zu bohren. An dem Zahnrade F ist einerseits noch eine Schmirgelscheibe S befestigt, die sich gleichzeitig mit demselben umdreht und mit welcher man bequem und ohne sich von der Stelle zu entfernen die Bohrer oder andere Werkzeuge schleifen kann. Schutz- und Vorschubvorrichtung für Abrichtehobelmaschinen von G. A. Döring in Altchemnitz (* D. R. P. Nr. 56247 vom 9. August 1890).

Der Apparat hat den Zweck, das Einführen des Holzes mit der Hand überflüssig zu machen und so die hierbei häufig vorkommenden Verletzungen des bedienenden Arbeiters zu vermeiden, ausserdem aber auch einen gleich-massigen, von der Hand des Arbeiters nicht abhängigen Vorschub und ein gleichmässigeres Abrichten zu erzielen. Zu diesem Behufe liegt über den Messern eine Platte, welche von zwei vor und hinter dem Messer liegenden geriffelten, von der Transmission bethätigten Walzen durchdrungen wird.

Fasswinde von Th. Schwellinger in Hogerswerda (* D. R. P. Nr. 56693 vom 18. October 1890. Fig. 30).

An einem als Noth- oder Spannreifen zu benutzenden schmiedeeisernen Bandreifen a ist einerseits ein Kastenstück b, andererseits eine nach drei Seiten gezahnte Zahnstange c befestigt. Letztere ist im Kastenstücke b verschiebbar, und greift in dieselbe ein ebenfalls gezahnter Mitnehmer d ein, welcher mittels seines Bolzens g durch den Hebel e bewegt wird und bei Drehung des letzteren in der angedeuteten Pfeilrichtung die Zahnstange c in das Kastenstück b einführt, wodurch der Reifen zusammengezogen wird. Um das Zurückgehen der Zahnstange c zu verhindern, befinden sich im Kastenstücke b die sperrklinkenartig |245| wirkenden Federn k k, welche in die seitliche Verzahnung der Zahnstange c eingreifen und durch Stellschrauben l regulirt werden. Der Bolzen f des Hebels e ist excentrisch gearbeitet, und zwar deshalb, damit der Mitnehmer d, welcher an den Naben des Hebels e anliegt, aus der oberen Verzahnung der Zahnstange c herausgedrückt werden kann, wenn der Keifen wieder gelöst bezieh. die Zahnstange zurückgehen soll. Dieses Herausdrücken wird ermöglicht, wenn man den Bolzen f um 180° mittels des kleinen Hebels h dreht, dessen Ausschlag durch die Stifte i i markirt ist.

Die Vorrichtung selbst wird in folgender Weise gehandhabt: Der Reifen a wird um das Fass gelegt, nachdem vorher der Mitnehmer d gelöst und die Federn k k eingestellt worden sind. Hierauf wird die Zahnstange c in das Kastenstück b eingeschoben und der Mitnehmer d wieder nach unten gedrückt. Wird nun der Hebel e in der Pfeilrichtung bewegt, so zieht man hiermit den Reifen je nach Erforderniss und schnell fest um das Fass. Soll der Reifen wieder gelöst werden, so wird der Mitnehmer d wieder gelockert, die Federn k k werden durch Zurückdrehen der Stellschrauben ausgeschaltet und der Reifen geht wieder aus einander.

Textabbildung Bd. 281, S. 245
Nabenbohrmaschine von Lohöfer und Gieseke in Berlin (* D. R. P. Nr. 56904 vom 9. Februar 1890. Fig. 31).

Bei den bis jetzt gebräuchlichen Nabenbohrmaschinen wurde die Spindel a schräg gestellt, wenn in eine Nabe ein conisches Loch gebohrt werden sollte; in Folge dessen wurde an der Stelle, wo die Spindel durch die Grundplatte ging, erstere stets so bedeutend abgenutzt, dass bald eine Ergänzung eintreten musste.

Dieser Uebelstand soll durch die vorliegende Construction beseitigt werden.

Zu diesem Behufe wird in die Grundplatte b eine Kugel c eingesetzt, durch welche die Spindel a hindurchgeht. Durch eine Verschraubung d wird die Kugel c in ihrem Lager gehalten, so dass, wenn zum Bohren eines conischen Loches in einer Nabe die Spindel a schräg gestellt wird, die Kugel c sich um so viel verdreht, dass die Achse mit derjenigen der Spindel a zusammenfällt. Durch diese kleine Bewegung der Kugel c erhält die Spindel a eine Geradführung und verhindert, dass sich dieselbe an der Durchgangsstelle durch die Grundplatte b abschleift.

Kistennagelmaschine von J. M. Webster in Liverpool, England (* D. R. P. Nr. 57014 vom 2. October 1890. Fig. 32). Das Zuführen (Speisen) von Nägeln erfolgt aus einem geeigneten Gefäss durch einen oder mehrere sich bewegende Magnete.

Textabbildung Bd. 281, S. 245
Die zu verwendenden Nägel sind in einem Kasten A von geeigneter Form enthalten; B sind die permanenten Magnete, durch welche die Nägel aus dem Kasten A genommen und in die Schlitzrinne übergeführt werden. Die Magnete sind hufeisenförmig und jeder. an einem nicht magnetischen Balancestück B* befestigt, welche um Stifte B1 drehen. Die Stifte B1 werden durch ein Paar endlose Ketten B2, welche über zwei Paar Kettenräder B3 B4 laufen, getragen. Auf der Welle b des oberen Kettenräderpaares B3 sitzt ein Sperrrad, in das eine Sperrklinke eingreift, die an. einer Schnurscheibe drehbar angeordnet ist. Ueber die letztere läuft eine Schnur, deren eines Ende an einem Hebel befestigt ist, welcher mit einem Tritthebel verbunden ist. Beim Niedertreten des letzteren veranlasst die Schnur, dass sich die Schnurscheibe und dadurch auch das Sperrad und die Kettenräder B3 B4 um einen Theil des Umfanges drehen, wodurch die Magnete B B mit den Ketten B2 eine bestimmte Strecke zurücklegen. Ein an dem anderen Ende der Schnur angehängtes Gewicht dient dazu, die Schnurscheibe und das Sperrad in ihre Anfangslage zurückzubringen, sobald der Druck gegen den Tritthebel aufhört. Die Schnur gleitet über die Schnurscheibe, wenn ein Magnet durch irgend eine Ursache festgehalten und am Vorwärtsschreiten verhindert sein sollte.

Textabbildung Bd. 281, S. 245
Auf der Trieb welle b, zwischen den Kettenrädern B3, ist eine Holzrolle G aufgekeilt, über welche die Magnete laufen. Diese Holzrolle ist zum Theil von einem Streifen Metallblech überdeckt, welches über die Innenseite der Rolle G nach der tiefer liegenden Kettenradwelle b1 reicht und so gestaltet ist, dass es die Magnete B führt und verhindert, dass letztere zu plötzlich in diejenige Oeffnung |246| fallen, welche zwischen den beiden Seiten der geneigten, V-förmig gestalteten Rinnen H gelassen ist. Es werden vielmehr die freien Enden der Magnete langsam nach abwärts bewegt und zwischen die Seiten der Rinnen gezogen, an welchen sie: gleiten, so dass die Nägel allmählich ausser Berührung mit den Magneten kommen, von denen sie bisher gehalten wurden. Die Nägel werden von den Rinnen H aufgenommen und in denselben an ihren Köpfen aufgehängt, so dass ihre Bolzen durch den Schlitz zwischen den Seiten wänden hindurchreichen, aus welchen die Rinne gebildet ist.

Eine Kopfführung H2 kann mit dem unteren Ende einer jeden Rinne H verbunden und oberhalb derselben angeordnet werden.

Die eine Seite einer jeden der Rinnen ist mit der tieferliegenden Rinne J aus einem Stück hergestellt oder an derselben befestigt, während die andere Seite mit einer Stange H3 verbunden ist, welche an ihrem Ende abwechselnd um eine kurze Strecke bewegt werden kann. Letzteres zu dem Zwecke, beide Seiten H von einander zu entfernen und dadurch den Schlitz zwischen denselben zu vergrössern, so dass nur gleichartige Nägel in den Rinnen weiter geführt werden, während unvollkommene Nägel durchfallen.

Eine solche Bewegung der Stange H3 kann erzielt werden durch einen kleinen Keil oder einen geneigten, nach aussen springenden Anschlag an einer der Ketten B2 von derselben. Dieser Keil tritt hinter oder gegen einen Arm K, der mit der Stange H3 verbunden ist.

Bei einer solchen Verbindung gleitet der Arm K und die Stange H3 in geringem Maasse nach der einen Seite. Die Rückbewegung der Stange H3 wird durch eine Feder erzielt. Die normale Weite des Schlitzes zwischen den Seiten kann mittels einer Stellschraube regulirt werden.

A1 ist ein biegsames Band, welches quer über die Maschine gespannt ist und gegen das die Enden der Magnete fallen, damit sie nicht heftig gegen die im Gefäss A aufgespeicherten Nägel schlagen. Die Nägel werden, während sie an ihren Köpfen in den Abstreifrinnen aufgehängt sind, durch die vereinigte Einwirkung der Schwere und des Zitterns der Maschine veranlasst, nach abwärts in die Ablieferrinnen zu gleiten. Letztere werden gebildet aus zwei feststehenden Platten J J, welche im Winkel zu einander gestellt sind und in geeigneter Entfernung von einander liegen, so dass der Bolzen des Nagels zwischen ihnen hindurchgreifen kann.

Die Platten J sind an Querstangen J1 J2 befestigt, die wiederum an den Seitenrahmen J3 der Maschine sitzen. Das untere Ende einer jeder dieser Rinnen J wird selbsthätig und in bestimmten Zeitabschnitten durch einen Ansatz geöffnet und geschlossen, welcher an einem Schieber L sitzt, der in festen Führungen hin und her gleitet. Dieser Schieber wird in seiner Längsrichtung durch eine gebogene Stange L2 bewegt, welche an dem Werktische F befestigt ist und gegen einen Arm L1 an dem Schieber drückt, wenn sich der Werktisch nach der mit Nuthen versehenen Nagelplatte F1 hin bewegt.

Die Bewegung des Schiebers nach rückwärts wird durch eine Feder erzielt, die in der Zeichnung nicht dargestellt und direct unterhalb des Schiebers angeordnet ist. Der Schieber L wird so sicher in einer Richtung bewegt; sollte aber irgendwo ein fehlerhafter Nagel zwischen den Ansatz und das Ende der Rinne J eingepresst werden, so wird durch die federnde Verbindung des Schiebers L mit den anderen Theilen der Vorrichtung eine Verletzung der Maschine vermieden. Bei den in den Zeichnungen dargestellten Anordnungen ist die Stange L mit drei Ansätzen versehen, und zwar dient je ein Ansatz für jede Rinne, und an jeder dieser Rinnen ist ein U-förmiger Absetzmagnet angeordnet. Jeder der letzteren gleitet hinter dem anderen Ende seiner entsprechenden Rinne hin und her und wirkt in folgender Weise:

Wenn der Tritthebel in seiner oberen Stellung ist, ist das untere Ende einer jeden Rinne J geschlossen. Durch Niedertreten des Tritthebels bewegt die gebogene Stange L2 den Schieber L. Ein Nagel wird durch den Magnet angezogen und tritt in einen senkrechten Schlitz, welcher nur so gross ist, dass er einen einzigen Nagel aufnehmen kann. Sobald man den Tritthebel wieder freigibt, werden der Schieber L und die Magnete M mit dem festgehaltenen Nagel zurückgezogen, indem die vorher angegebene Feder zur Wirkung kommt, und die Theile des Mechanismus nehmen ihre frühere Lage wieder ein. Während dieser Bewegung wird der von dem Magnet M gehaltene Nagel durch den Finger eines röhrenförmigen Nagelgebers N freigegeben und fällt durch diesen Nagelfreigeber N in ein biegsames Rohr N1 nach abwärts, welches den Nagel in ein trichterförmig gestaltetes Rohr N2, die sogen. Düse, überführt, von welchem er an die mit Nuthen versehene Stange F1 abgegeben wird, die an dem Tisch vor den Treibstangen oder Hämmern P angeordnet ist.

Die Spitze jeder Düse N2 ruht mit ihrem eigenen Gewichte in dem Boden der Vertiefung, über welche sie gelegt ist, um das Fallen des Nagels zu verhindern, welcher über die Kante der genutheten Stange F1 hinausschiesst.

Das obere Ende jeder Düse N2 ist drehbar und durch eine Stange Q gehalten. Die Federn Q4 dienen dazu, unter gewöhnlichen Verhältnissen die unteren Enden der Düse nach vorwärts zu halten und in Berührung mit der genutheten Stange F1 zu bringen. Durch diese Anordnung wird erreicht, dass, wenn der Tisch vorwärts gegen die Treiber oder Hämmer P drückt, die Hebel sich um ihre Drehpunkte drehen und die anderen Enden aus der genutheten Nagelplatte herausgehoben werden, um den Nagelkopf freizugeben.

Auf solche Weise kann durch abwechselndes Niederpressen und Freigeben des Tritthebels ein Ausheben der Nägel aus dem Kasten A durch die Magnete bewirkt und ein Abliefern dieser Nägel in die Rinnen H H1 erzielt werden, von wo aus die Nägel nach abwärts in die Rinnen J gleiten. Aus letzteren werden die Nägel einer nach dem anderen von einem Freigeber N herausgenommen und veranlasst, in Folge ihres Gewichtes durch das biegsame Rohr N1 und die Düse N2 auf die genuthete Nagelstange F1, zu fallen, wo dieselben dann in der Lage sind, um in diejenigen Holzstücke, welche zusammengenagelt werden sollen, eingetrieben zu werden.

Prägemaschine für Holzstäbe von J. Heckhausen und Weies in Köln (* D. R. P. Nr. 56553 vom 29. October 1890. Fig. 33).

Die in demselben Sinne umlaufenden Prägewalzen 0, 2 und 3 sind mit Gravuren versehen; unter bezieh. zwischen diese Prägewalzen wird das Arbeitsstück 1 gelegt. Nun wird der Rahmen 11 so um seine Achse 12 gedreht, nachdem |247| die Stellschrauben 15 und 16, soweit erforderlich, zurückgestellt sind, dass die Oberseite der Unterlaufswalze 8, welche auf Achse 9 befestigt ist, parallel zur Unterseite des Arbeitsstückes 1 steht. Darauf wird die Walze 8 auf Achse 9 so nach rechts oder nach links verschoben (was sich nach vorheriger Ausziehung des Keiles 21 leicht bewirken lässt), dass das Arbeitsstück möglichst auf der Mitte der Walze 8 ruht, worauf Walze 8 wieder mittels Keiles 21 befestigt wird.

Soll die Unterlaufswalze nun in senkrechter Richtung gehoben oder gesenkt werden, so lässt sich das erreichen durch Drehung der Schraube 14, welche das Lager 18 und damit Achse 12 des Rahmens 11 beeinflusst. Ist die Walze 8 richtig gegen das Arbeitsstück 1 gelagert, dann werden die Schrauben 15 und 16 gleichmässig gegen den Rahmen 11 angepresst. Auf diese Art ist die Walze 8, deren Achse in den Seitentheilen des Rahmens läuft, fest und unverrückbar gelagert.

Bei der erforderlichen Führung des Arbeitsstückes 1 ist zu berücksichtigen, ob die Prägung ganz bis an den Fuss des Arbeitsstückes reicht oder ob zwischen der Unterlaufswalze 8 und dem Arbeitsstücke 1 noch ein freier Raum bleibt. In der Zeichnung ist letzterer Fall angenommen, und in diesem Falle geschieht die Führung durch verstellbare Ringe 10. Lassen diese Ringe sich aber, weil die Prägung bis zum Fusse reicht, nicht anwenden, dann ist das Arbeitsstück auf seiner Unterseite ausgekehlt oder genuthet, und in diese Nuth greift der verstellbare, auf Walze 8 festgestellte Ring 19, wodurch das Arbeitsstück sicher geführt wird. Durch Versetzen sowohl der Ringe 10, als des Ringes 19 lassen sich Druckregulirungen des Arbeitsstückes nach rechts oder links bewirken.

Textabbildung Bd. 281, S. 247
Sollte sich für gewisse Fälle noch eine Drehung des Rahmens 11 um eine senkrechte Achse erforderlich zeigen, so ist das leicht dadurch zu bewirken, dass man den Fusspunkt 20 des Gestelles 13 zapfenförmig endigen und in einem Fusslager sich bewegen lässt.

Werkzeuge für Holzbearbeitung.

Der Hobel von D. Meyer in Emden (* D. R. P. Nr. 56388 vom 18. October 1890. Fig. 34 und 35) bezweckt eine leichte Abführung der Späne aus dem Spanloche.

a ist das Gestell des Hobels, b der Schneidemeissel, c der Deckmeissel, d der Befestigungskeil und e die Verbindungsschraube der beiden Meissel.

Die Meissel sind wie gewöhnlich schräg in den Hobel eingelegt, so dass sie von hinten gesehen einen spitzen Winkel mit dem Gestelle bilden und ausserdem noch gegen die Seiten wände des Gestelles schräg gestellt, so dass eine Kante des Meissels gegen die andere vorsteht. Der Deckmeissel c ist nun so abgeschliffen, dass entgegengesetzt der vorstehenden Kante b1 des Schneidemeissels eine erhöhte Kante c1 stehen bleibt.

Steht nun, wie in dem gezeichneten Hobel, die rechte Kante des Schneidemeissels vor, so wird der Span von rechts nach links herübergedrängt. Hier drängt er nun gegen die erhöhte Kante c1 des Deckmeissels und wird von derselben gehoben, so dass er sich windschief stellt und, ohne die Seiten wände zu berühren, frei aus dem Hobel gelangt.

Textabbildung Bd. 281, S. 247
Man kann den Hobel auch in gleicher Weise herstellen, wenn das Schneide- und Deckmesser aus einem Stücke besteht.

Gehrungslade von E. Reiss in Düsseldorf (* D. R. P. Nr. 57839 vom 3. Februar 1891. Fig. 36).

Beim Einschneiden von Gehrungen in Bretter oder Leisten, welche mit einer der Längskanten nach oben gerichtet waren, wurde bisher eine Vorzeichnung vorgenommen und dann mit der Säge nachgeschnitten. Diese Arbeit war ziemlich zeitraubend und die Arbeitsstücke wurden auch ungleichmässig, so dass dieselben oft noch nachgearbeitet werden mussten.

Textabbildung Bd. 281, S. 247
Bei Benutzung der gezeichneten verstellbaren Schneidlade ist ein Vorzeichnen nicht mehr erforderlich und es kann ein ungrader, falsch winkliger oder zu tiefer Schnitt nicht vorkommen. Die Schneidlade besteht aus den Backen b, an welchen die aus Stahl bestehenden Führungsschienen a angebracht sind. Zwischen den Backen b liegen Stellschienen c, welche durch Stellschrauben c1 festgehalten werden. Die Stellschienen c sind mit Maasseintheilung versehen, so dass die Backen je nach Dicke oder Anzahl der zwischen ihnen eingespannten Bretter eingestellt werden können. Soll die Schneidlade benutzt werden, so wird |248| eines, meist aber mehrere der Bretter oder Leisten aufgestellt und die Schneidlade darauf gesetzt. Zuvor kann die Stelle durch eine Linie markirt werden, an welcher der Schnitt vorgenommen werden soll. Beim Schneiden führen die Führungsschienen a die Säge so, dass dieselbe genau den gewünschten Winkelschnitt macht. An der Säge ist die Schiene s verstellbar angeordnet, welche Führungsstangen trägt. Diese werden in dem Sägenrande h geführt und können durch die Stellschrauben e festgestellt werden. Je nachdem nun der Schnitt tief oder weniger tief werden soll, wird die Leiste hoch oder niedrig gestellt. Sobald der Schnitt tief genug ist, trifft die Leiste s auf den Führungsschienen a auf, wodurch das Zutiefeinschneiden unmöglich wird. Die Führungsstangen können mit Maasseintheilung versehen werden.

Textabbildung Bd. 281, S. 248
Gehrungssäge von E. Schievenbusch in Köln (* D. R. P. Nr. 56541 vom 3. August 1890. Fig. 37 und 38).

Auf dem auf Füssen a ruhenden Auflegebrett B ist an der hinteren Seite der Anschlag b angebracht, gegen welchen die zu schneidenden Leisten o. dgl. angedrückt werden. Dieses Andrücken, welches bisher von Hand geschah und für den mit der Säge Arbeitenden sehr lästig war, erfolgt bei diesem Apparate durch die beiden in Führungen mittels der Spindeln s hin und her beweglichen Spannbacken c, welche, um ein gutes Festhalten des zu schneidenden Stückes zu ermöglichen, an ihrer vorderen Seite mehrere Spitzen tragen.

Auf den unter dem Auflegebrett liegenden und dasselbe tragenden Rahmen r ist der halbkreisförmige Gradbogen d befestigt, welcher auf seiner vorderen halbkreisförmigen Kante mehrere Einschnitte e besitzt, durch welche die Gehrungslinien bestimmt werden.

In dem Mittelpunkte dieses Halbkreises d ist auf einem an dem Rahmen r angebrachten Ansätze r1 die Tragstange f drehbar gelagert, welche auf dem Halbkreise geführt wird und die beiden Führungen g g trägt, so dass sie sich in Uebereinstimmung mit denselben um ihren Mittelpunkt drehen muss. Diese Tragstange f ist mit den beiden senkrechten Führungen g g aus zwei rechtwinklig umgebogenen Stücken, die aus Flach-, Winkel- oder -Eisen bestehen können, so zusammengesetzt, dass zwischen den beiden Stücken zur Aufnahme der Arretirungsschiene i bezieh. der Führungsbacken für Sägeblatt und Sägerücken genügend Raum vorhanden ist.

Die Arretirungsschiene i, welche durch den an ihrem vorderen Ende angebrachten Handgriff i1 zwischen den beiden Theilen der Tragstange f nach vorn bewegt werden kann, trägt unter ihrem vorderen Theil eine Rundstange i2, die beim Vorziehen der Schiene f gegen die vordere Wand bei f1 anstösst und dadurch das Vorschieben begrenzt. Diese Stange i2 trägt eine Spiralfeder i3, welche die Rückbewegung von f bewirkt und den auf der oberen Fläche der Schiene f sitzenden Ansatz f2 in einen der Ausschnitte e von d treibt und darin festhält.

Mit dieser Arretirungsschiene ist sowohl vorn als auch hinten der eine Arm von drehbar gelagerten Winkelhebeln m verbunden, deren andere Arme unter die untere Fläche der Führungsbacken für das Sägeblatt, sobald dieses entsprechend tief heruntergegangen ist, zu liegen kommt. Zieht man die Schiene f nach vorn, will man also die Säge in eine andere Gehrungslinie bringen, so heben diese Winkelhebel die Führungsbacken und somit die Säge selbst an, wodurch das Sägeblatt beim Verschieben die Platte nicht streift. In den senkrechten Führungen g g liegen die Führungsbacken, von denen zwei und zwei über einander liegen; sie sind durch eine Schraube n so mit einander verbunden, dass durch Drehen dieser Schraube die Entfernung der beiden Backen von einander, der Breite der Säge entsprechend, vergrössert oder verkleinert werden kann. Hierdurch ist, weil der Rücken mit seiner unteren Kante auf den oberen Führungsbacken aufliegt, die Möglichkeit geboten, dass die Sägezähne nie gegen die Führungsansätze anstossen können.

Während der in den unteren Backen vorhandene Schlitz in seinem oberen Theil so weit ist, dass das Sägeblatt genau darin passt, ist sein unterer Theil, wo also die Zähne des Blattes geführt werden, erweitert. Dadurch wird ebenfalls eine Verletzung der Zähne vermieden. Der Schlitz in den oberen Führungsbacken ist gleich der Stärke des Rückens. Auch kann durch das Verstellen der beiden Backen gegen einander die Säge bis zum schmälsten Blatt ausgenutzt und muss trotzdem stets senkrecht geführt werden, was bis jetzt nicht möglich war.

Die Führungen g g werden durch die Flachschiene n1 mit einander verbunden, wodurch denselben gleichzeitig eine grössere Stabilität gegeben wird.

Auf der Verbindungsschiene n1 ist ein durch eine Feder immer nach unten gedrückter Fangarm drehbar gelagert, dessen unteres nasenförmiges Ende n2 beim Hochschieben der Säge über den Rücken derselben greift und so die Säge hochhält.

Textabbildung Bd. 281, S. 248
Bohrkopf von C. Buck in Brockdorf in Holstein (* D. R. P. Nr. 57134 vom 17. October 1890. Fig. 39).

Die zur Aufnahme des Bohrers dienende Höhlung h ist an ihrer Mündung der Form des ersteren angepasst, nach oben aber erweitert. In diese Erweiterung dringen von entgegengesetzten Seiten des Bohrkopfes eine Befestigungsschraube a und eine Stellschraube b ein.

Die Befestigungsschraube a durchdringt mit einem |249| Zapfen z den mit einer entsprechenden Oeffnung versehenen Bohrer und sichert denselben einerseits gegen Herausfallen, andererseits drückt dieselbe mittels ihres Bundes gegen den Bohrer und ermöglicht so ein Verstellen desselben. Zur Feststellung in jeder beliebigen Lage dient die diametral zur Schraube a angeordnete Stellschraube b, deren Spitze am oberen Ende gegen den Bohrer drückt. Um auch eine Verstellbarkeit in der zu der Richtung rechtwinkligen zu ermöglichen, können noch zwei weitere Stellschrauben angeordnet sein, welche zwischen ihren Spitzen den Bohrer unverrückbar festhalten.

Sturzbohrer von J. Watrobski in Biala, Galizien (* D. R. P. Nr. 55855 vom 14. Juni 1890. Fig. 40).

Der Sturzbohrer ist gleichsam die Hälfte eines Centrumbohrers und gestattet auf diese Weise, mit verhältnissmässig schmalem Werkzeug ziemlich grosse Löcher zu bohren. Das Loch ist nämlich immer doppelt so gross als der Durchmesser des Bohrers, denn der Bohrer, welcher entweder in einen Griff gesteckt oder in den Support der Drehbank eingeschraubt und dann dem in einem Klemmfutter eingespannten rotirenden Holzkörper entgegengeführt wird, bleibt ruhig, während sich das zu bohrende Holz dreht. Die Spitze a des Bohrers steckt im Holze und die scharfe, das Holz schneidende Kante b schneidet nun, die im Holze steckende Spitze a als Mittelpunkt, eine cylindrische Oeffnung mit grösster Schnelligkeit makellos heraus.

Textabbildung Bd. 281, S. 249
Ein Vortheil dieses Bohrers ist, dass derselbe jahrelang bei täglicher Benutzung aushalten kann. Er ist aus einem prismatischen Stahlstabe hergestellt und gestattet, dass die schneidende Kante b nachgeschliffen, ja auch ganz neu wieder hergestellt werden kann, wenn sie stumpf geworden ist. Wenn die Rinne c durch mehrmaliges Schleifen ganz verloren gegangen ist, so schleift man auf einem Schmirgelsteine eine neue Rinne, und der Bohrer ist wieder so wie neu. Derselbe wird zwar kürzer, bohrt aber zuverlässig immer Löcher desselben Durchmessers, während Centrumbohrer, sobald dieselben stumpf geworden und nachgeschliffen sind, schon nicht mehr dasselbe Loch wie früher bohren.

Schraubzwinge von J. Walter in Ottensen (* D. R. P. Nr. 57383 vom 18. November 1890. Fig. 41 und 42).

Die Klemmbacken a b sind gegen einander verstellbar gemacht. Ihre Führung zu einander erfolgt durch zwei parallele Stäbe c c, welche, mit der Backe a fest verbunden, in Löchern der Backe b auf und ab bewegt werden können. Die Backe b enthält wie gewöhnlich die Schraubenspindel d, welche hier nur kurz zu sein braucht, weil für die Verschraubung zweier gegen einander zu haltender Gegenstände zunächst die Backen a und b zu einander entsprechend verschoben werden und darauf das enge Aufeinanderpressen beider Gegenstände durch einige wenige Umdrehungen der Spindel d erfolgt.

Damit einerseits während der Verschiebung der beiden Klemmbacken die Stäbe leicht in ihren Führungslöchern gleiten und andererseits während der Spindelumdrehung die Backen zu einander in fester Lage gehalten werden, ist der mit den beiden Führungslöchern versehene Theil der Klemmbacke b derartig aufgeschlitzt, dass dadurch jedes Loch in zwei Hälften Z verlegt ist. Es ist die Backe b dadurch theilweise in zwei Schenkel oder Flanken getrennt worden, welche durch eine Schraube e gegen einander zusammengepresst werden können. Hierbei nähern sich auch die beiden Laibungshälften von jedem Führungsloche und klemmen die Stäbe zwischen sich fest, so dass eine Verrückung der Backen nicht mehr erfolgen kann.

Es ist zu beachten, dass der Schlitz in dem Klemmbackenholz b nicht geradlinig, sondern in einer gebrochenen Linie verläuft, wodurch zunächst für den Eingriff der Schraube e mehr Gewinde im Holz b gewonnen wird, als wenn der Einschnitt in der Mitte der Holzbreite liegend gemacht worden wäre. Weiter wird durch diese Schlitzversetzung erreicht, dass der Druck, welcher beim Anschrauben der Zwinge von jedem Stabe auf die eine Hälfte der Lochlaibung ausgeübt wird und dabei bestrebt ist, die beiden durch den Schlitz gebildeten Schenkel aus einander zu pressen, letzteres nicht mit der gleichen Macht ausführen kann, als wenn der Einschnitt in der Holzbreitenmitte läge.

Textabbildung Bd. 281, S. 249
Ein wesentliches Merkmal dieser Schraubzwinge ist die Unparallelität der Stabführungslöcher mit der Richtung des Schraubengewindes für die Spindel d. Während die Stäbe c c rechtwinklig zur Backe a stehen und gleichfalls unter einem rechten Winkel das Gewinde für die Spindel in die Backe b eingeschnitten ist, sind die beiden Stablöcher unter einem unrechten Winkel so durch das Holz b gebohrt, dass sie mit der Richtung des Spindelgewindes gegen die Backe a zu schwach convergiren. In Folge dessen stehen die beiden Backenhölzer für gewöhnlich zu einander ein wenig geneigt. Erfolgt nun, nachdem die Schraube e angezogen ist, also die Backen festgestellt sind, die Pressung durch die Spindel d, so werden hierbei die Backen auf der einen Seite von einander gedrückt, während sich andererseits die Stäbe c c oben und unten gegen je zwei einander gegenüberliegende Flächentheile der Lochlaibungen fest anstemmen, wodurch die mittels Schraube e bereits erfolgte Festklemmung der Stäbe in ihren Löchern noch mehr gesichert wird.

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