Titel: Ueber das Härten von Stahlmagneten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1891, Band 281/Miszelle 2 (S. 167–168)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj281/mi281mi07_2

Ueber das Härten von Stahlmagneten.

Nach einer Mittheilung aus der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt (Zeitschrift für Instrumentenkunde, 1891 Aprilheft) wurden von Dr. L. Holborn in Charlottenburg Untersuchungen über das Härten von Stahlmagneten angestellt, nachdem bei der Messung des permanenten Magnetismus, welchen Stäbe aus verschiedenen Stahlsorten im gehärteten Zustande aufweisen, es sich herausgestellt hatte, dass Stäbe, welche von derselben Stahlstange abgeschnitten waren, je nach ihrer Härtung sehr oft verschieden starken permanenten Magnetismus hatten. Die ausführlichen und durch viele Schaulinien erläuterten Versuche und Untersuchungen haben zu folgendem Ergebnisse geführt: Der permanente und inducirte Magnetismus eines gehärteten Stahlstabes hängt von dessen Härtungstemperatur ab. Der Unterschied in den Magnetismen von Stäben, die bei verschieden |168| hoher Temperatur gehärtet sind, nimmt unter sonst gleichen Umständen mit dem Kohlenstoffgehalt der betreuenden Stahlart zu. Die Magnete, welche bei einer solchen Temperatur gehärtet sind, dass sie das Maximum an permanentem Magnetismus annehmen, sind den bei höherer Temperatur gehärteten Magneten keineswegs unterlegen, was die Permanenz ihres Magnetismus gegenüber Erschütterungen und Temperaturänderungen anbetrifft. Da schon geringe Unterschiede in der Härtungstemperatur einen grossen Einfluss auf den permanenten Magnetismus ausüben, so ist bei der Anfertigung von kräftigen permanenten Magneten besonders die Härtungstemperatur richtig zu wählen. Der beste Magnetstahl liefert nur massig starke Magnete, wenn er nicht bei der richtigen Temperatur gehärtet ist.

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