Titel: Schraube mit Rollkugeln.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1891, Band 281/Miszelle 4 (S. 168)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj281/mi281mi07_4

Schraube mit Rollkugeln.

Von amerikanischen Zeitschriften wurden vor einiger Zeit Mittheilungen über ein Schraubensystem gemacht, in welchem die Gewinde durch stählerne Rollkugeln ersetzt sind, die in entsprechenden Höhlungen eines Kernes und der zugehörigen Hülse sich bewegen und in beide Theile eingreifen. Nach einer Mittheilung von Friedrich in der Sitzung des Niederrheinischen Bezirksvereines vom 10. März hat diese Schraube auch bei uns Eingang gefunden und ist dieselbe von A. Weber und A. Schütz zu verschiedenen Vorrichtungen benutzt worden, welche sehr gut arbeiten. In Folge des Drehens der Kugeln wird die Reibung bedeutend vermindert, so dass der leichte Gang diese Schrauben insbesondere für Drillbohrer, Schraubstöcke, Pressen und überhaupt für solche Gegenstände mit Vortheil verwendbar macht, bei welchen Schrauben mit flachem Gewinde angewandt werden. Die Anbringung der Rollkugeln ist sehr einfach und verursacht weniger Arbeit als das Schneiden des Muttergewindes. Es werden entweder mittels einer geeigneten Fräsvorrichtung halbrunde Löcher in die Büchse eingefräst, oder es werden Löcher gebohrt und mit Gewinde versehen, in welche Bolzen eingeschraubt werden, die mit den entsprechenden Aushöhlungen zur Aufnahme der kleinen Stahlkugeln versehen sind. Bei der Besprechung des Vortrages wurde die Vermuthung laut, die Schraube werde sich nicht für Pressen, und überall da nicht eignen, wo ein starker Druck ausgeübt werden soll, da die Berührung zwischen den Kugeln und dem Gewinde nur in Linien und nicht in Flächen stattfinde. Die anstandslose Verwendung der Rollkugeln bei stark belasteten Krahnen, also bei einer ganz ähnlichen Vorrichtung, scheint dieser Vermuthung entgegen zu stehen.

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