Titel: Das galvanische Lalande-Element.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1891, Band 281/Miszelle 5 (S. 216)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj281/mi281mi09_5

Das galvanische Lalande-Element.

In dem Electrician, 1891 Bd. 27 * S. 166, wird über einige Verbesserungen berichtet, welche F. de Lalande an seinem galvanischen Elemente rücksichtlich des Gleichbleibens der Stromstärke und der Handlichkeit erzielt hat. Die Flüssigkeit, welche für diese Zelle benutzt wird, ist eine 35procentige Lösung von kaustischer Potasche, die Kupferoxydplatten aber werden jetzt so gemacht: eine feuchte Mischung von Kupferspänen und 4- bis 5procentiger Thon werden einem hydraulischen Drucke ausgesetzt und in 600 bis 700° C. geglüht, oder die Späne werden mit 6 bis 8 Proc. Theer gemischt und nach der Formung unter Druck in einen Flammenofen eingesetzt. Das Oxyd wird so reducirt und die ganze Masse klumpt sich zusammen. Werden die metallischen Platten der Luft ausgesetzt, so oxydiren sie wieder, ohne Formänderung. Die so hergestellten Platten sind sehr fest und porös, aber nur wenig leitend. Dieser Mangel ist hauptsächlich von Belang, wenn die Zelle zuerst zu arbeiten anfängt; um ihn zu beseitigen, wird die Masse „metallisirt“. Eine Schicht gepulvertes Zink wird über die poröse Platte gestreut und das Ganze in schwach saures Wasser getaucht; eine örtliche Wirkung beginnt, das Zink löst sich und die Oxydoberfläche wird reducirt; da sie aber beim Trocknen sich wieder oxydirt, so wird ein äusserst dünnes Kupferhäutchen elektrisch niedergeschlagen, da kurzer, starker Strom auftritt.

Die porösen Platten werden an Eisenblechträgern mittels darum gelegter federnder Streifen befestigt; wenn sie vollständig in metallisches Kupfer verwandelt sind, werden sie entfernt und frische Platten eingesetzt. Die alten Masseplatten lassen sich wieder benutzen, nachdem sie gewaschen, geröstet und metallisirt worden sind. Damit die Zinkplatten nicht an der Oberfläche von der Potasche angegriffen werden, werden sie ganz in sie eingetaucht; sie werden vom Deckel der Zelle mittels verzinnter Eisenträger getragen. Auch die Zinke selbst sind verzinnt. Die Masseplatte ruht auf zwei Ebonitisolatoren und wird an der Zinkplatte durch ein um beide gelegtes Gummiband festgehalten.

Die elektromotorische Kraft der Zelle in offenem Stromkreis ist 0,94 Volt und 0,8 Volt unter normalen Arbeitsbedingungen. Die drei Zellensorten geben 1,18, 3,25 und 6,4 Ampère für längere Zeit, 4, 12 und 25 Ampère auf kurze Dauer; ihre Leistung ist 75, 300 und 600 Ampère-Stunden, der innere Widerstand ungefähr 0,28, 0,07 und 0,038 Ohm. Die a. a. O. gegebenen Entladungscurven zeigen ein bemerkenswerthes Gleichbleiben der Stromstärke.

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