Titel: Ueber die volumetrische Bestimmung der dampfförmigen Kohlenwasserstoffe
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1891, Band 281/Miszelle 4 (S. 264)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj281/mi281mi11_4

Ueber die volumetrische Bestimmung der dampfförmigen Kohlenwasserstoffe

haben W. Hempel und L. M. Dennis (Berliner Berichte, 1891 Bd. 24 S. 1162) Versuche angestellt und gefunden, dass bei der Leuchtgasanalyse eine Trennung und quantitative Bestimmung der spec. schweren Kohlenwasserstoffe durch Behandeln des Gases mit einer geringen Menge Alkohol erreicht werden kann. Es ist ihnen gelungen, die dampfförmigen Kohlenwasserstoffe (Benzol, Naphtalin u.s.w.) aus 100 cc mit einer geringen Menge absoluten Alkohols zu absorbiren und direkt volumetrisch zu bestimmen. Es wird folgendermassen verfahren:

Das Leuchtgas wird in einer Gasbürette über mit Leuchtgas gesättigtem Sperrwasser gemessen und mittels einer. Verbindungscapillare in eine Absorptionspipette übergeführt, in welcher sich über Quecksilber 1 cc absoluter Alkohol befindet. Man schüttelt 3 Minuten und bedient sich am zweckmässigsten einer Hempel'schen Explosionspipette mit beweglicher Niveaukugel. Durch Heben und Senken der letzteren kann man aus einer an die Capillare angesteckten Bürette leicht Alkohol oder Wasser einsaugen oder austreiben. Um Absorption auch von gasförmigen Kohlenwasserstoffen (Aethylen, Acetylen u.s.w.) zu verhüten, sättigt man denselben vor dem eigentlichen Versuche mit Leuchtgas, indem man etwa 50 cc derselben in die Pipette einsaugt, mehrere Minuten mit dem Alkohol schüttelt und dann wieder austreibt. Verdünnung des Alkohols ist zu vermeiden, weshalb man das Sperrwasser beim Ueberführen des Gases nur bis in die Capillare treten lasse. Das von den dampfförmigen Kohlenwasserstoffen befreite Gas führt man in die Bürette zurück und bringt es dann abermals in eine Pipette, in welcher sich über Quecksilber 1 cc Wasser befindet. Durch 3 Minuten langes Schütteln wird der im Gasrest befindliche Alkoholdampf absorbirt. Man liest das Volumen des Gasrestes in der Bürette ab: die Volumdifferenz ergibt den Gehalt an dampfförmigen Kohlenwasserstoffen. Hempel und Dennis fanden auf diese Weise im Dresdener Leuchtgas 0,74 bezieh. 0,70, in einem Oelgase 4,6 Proc. dampfförmige Kohlenwasserstoffe.

Da die dampfförmigen Kohlenwasserstoffe in Natronlauge in beträchtlichem Maasse löslich sind, so fiel die CO2-Bestimmung immer etwas zu hoch aus. Dieser Fehler wird vermieden, wenn man die Bestimmung der einzelnen Bestandtheile im Gase in nachstehender Reihenfolge vornimmt: dampfförmige Kohlenwasserstoffe, Kohlensäure, schwere Kohlenwasserstoffe, Sauerstoff', Kohlenoxyd, Wasserstoff, Sumpfgas.

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