Titel: Prüfung von Petroleumbenzinen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1891, Band 281/Miszelle 2 (S. 287)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj281/mi281mi12_2

Prüfung von Petroleumbenzinen.

Die Untersuchung von Petroleumbenzinen, welche unter Gewährleistung bestimmter Siedegrenzen verkauft werden, soll nach R. Kissling wie folgt vorgenommen werden: Man verbindet ein mit 100 cc Benzin beschicktes Engler'sches Fractionirkölbchen mit einem Liebig'schen Kühler, dessen Kühlröhre etwa 60 cm lang sei, und erhitzt den auf ein dickes Drahtnetz (Drahtgewebe der in Zuckerfabriken benutzten Filterplatten) gestellten Kolben mit grosser Flamme des Bunsenbrenners, welche man entsprechend mässigt, sobald die Flüssigkeit dem Sieden nahe ist. Das Destillat fängt man in einem graduirten Cylinder auf, dessen Theilung das zuverlässige Ablesen von halben Cubikcentimetern gestattet. Was die Schnelligkeit der Destillation betrifft, so empfiehlt es sich, in der Minute 2 bis 2,5 cc überzutreiben.

Im Beginn der Destillation steigt das Quecksilber des Thermometers wie gewöhnlich zunächst rasch, dann langsamer in die Höhe, und es tritt alsbald eine mit genügender Schärfe wahrzunehmende relative Constanz des Quecksilberstandes ein. Dieser Punkt wird als „untere Siedegrenze“ des betreffenden Benzins bezeichnet. Man führt die Destillation dann in der angegebenen Weise durch und liest von 10 zu 10° (mit dem niedrigsten vollen Zehner beginnend) das Volumen des Destillates ab. Zum Schlusse, wenn der Boden des Kölbchens flüssigkeitsfrei geworden ist, gibt man die volle Flamme des Bunsenbrenners und bezeichnet als „obere Siedegrenze“ den hierbei beobachteten höchsten Quecksilberstand. Die Flamme wird hierauf entfernt und das Kölbchen nach dem Erkalten gewogen. Aus dem Gewicht des Destillationsrückstandes berechnet man unter Annahme eines spec. Gew. von 0,8 das Volumen desselben.


Bezeichnung
des Benzinproductes

Gewährleistete
Siedegrenzen
Es destilliren über cc bis Untere
Siede-
grenze
Obere
Siede-
grenze
Rück-
stand
cc

30°

40°

50°

60°

70°

80°

90°

100°

110°

120°

130°

140°
1. Gasolin (Petroläther) 30–110° C. 0 42 68 77,5 92 96 97 98 31° 122° 0,50
2. Leichtbenzin 60–110° C. 57,5 89,5 97,5 98 98,5 64° 113° 0,55
3. Mittelbenzin 80–120° C. 50 94 98 83° 116° 0,60
4. Schwerbenzin 100–140° C. 42 82 96 98 102° 141° 0,65

Verf. gibt folgende nach seiner Methode erhaltenen Resultate. (Chemiker-Zeitung, 1891 Bd. 15 Nr. 20 S. 328.)

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