Titel: Ueber das Reinigen der Teppiche und Kissen.
Autor: Glafey, H.
Fundstelle: 1890, Band 282 (S. 189–193)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj282/ar282070

Ueber das Reinigen der Teppiche und Kissen.

Von H. Glafey, Ingenieur, Berlin.

Mit Abbildungen.

Das Reinigen der Teppiche und Kissen ist eine Arbeit, welche grosse Kraftanstrengung erfordert und ausserdem der Gesundheit der sie ausführenden Arbeiter sehr nachtheilig ist. Man ist deshalb seit einer Reihe von Jahren bemüht gewesen, Maschinen zu construiren, welche das Reinigen der Teppiche und Kissen auf mechanischem Wege bewirken und hierbei den in vielen Fällen mit Krankheitserregern durchsetzten Staub derart entfernen, dass derselbe den die Maschine bedienenden Arbeitern nicht schaden kann.

Die Zahl der in Vorschlag gebrachten Einrichtungen ist eine grosse; im Allgemeinen lassen sich dieselben, soweit sie ausschliesslich zum Reinigen der Teppiche bestimmt sind, in vier Klassen theilen, je nachdem die Entfernung des Staubes erfolgt durch:

a) Klopfen bezieh. Schlagen,
b) Schütteln (Werfen),
c) Bürsten und
d) durch gepresste Luft.

Bei dem Reinigen der Kissen kommt nur das Klopfen und Bürsten in Betracht, welche beiden Arbeiten hier sowohl, als auch bei dem Reinigen der Teppiche sich gewöhnlich unmittelbar folgen, jedoch auch getrennt zur Anwendung gebracht werden.

Textabbildung Bd. 282, S. 189
Das Reinigen der Teppiche durch Klopfen oder Schlagen kann auf zweierlei Weise erfolgen; in einem Falle werden dieselben in ausgebreitetem Zustande in kurzen Zwischenräumen gegen eine geeignet gestaltete Fläche geworfen, im anderen Falle, – und dies ist der gewöhnlichere, – werden geeignete Klopfwerkzeuge gegen den Teppich geführt.

Ein Beispiel für die erste Art von Reinigungsmaschinen, welche m. W. eine Aufnahme nicht gefunden haben, ist die durch das englische Patent Nr. 1877 vom Jahre 1880 bekannt gewordene Maschine von Hugh Aspin in Manchester. Der zu behandelnde Teppich wird, wie Fig. 1 erkennen lässt, mittels Klammern in dem Rahmen A aufgehangen und mit diesem in rascher Aufeinanderfolge gegen den Rost C geführt. Der Teppich wird in Folge dessen geschlagen und verliert seinen Staub, der mittels eines Windflügels aus dem die ganze Einrichtung umgebenden Gehäuse abgesaugt wird.

Für das allseitig in Aufnahme gekommene Reinigen der Teppiche mit Hilfe geeigneter Klopfwerkzeuge sind eine grosse Anzahl von Einrichtungen in Vorschlag gebracht worden, aus denen nur einige besonders gekennzeichnete einer näheren Betrachtung unterzogen werden sollen. Die Entfernung des Staubes erfolgt bei denselben entweder durch starre stabförmige Klopfer oder solche, welche nur mittels der Fliehkraft in eine gestreckte Lage überführt werden können, sich also jeder beliebigen Unterlage anpassen. Der Teppich bewegt sich hierbei entweder auf der ihn unterstützenden Unterlage fort oder wird von derselben mitgenommen.

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Die Fig. 2 und 3 veranschaulichen zwei Maschinen, bei welchen das letztere der Fall ist. Die erstere rührt von Robert Handyside in Edinburgh her und ist Gegenstand des englischen Patentes Nr. 7884 A. D. 1884. Der zu behandelnde Teppich A wird hierbei auf den ein elastisches Kissen C tragenden, mit Rollen ausgestatteten Wagen B aufgelegt bezieh. aufgespannt und dieser bewegt sich, während die aus Leder oder Gummi hergestellten Schlagflügel durch ihren Träger herumgeführt werden, unter diesem hinweg, bietet also den ankommenden Schlägern stets eine neue noch nicht bearbeitete Fläche dar. Der Wagen B wird bei sehr grossen Teppichen sehr gross ausfallen und somit die Entfernung des Staubes bedeutende Schwierigkeiten bieten. Man hat deshalb versucht, den Teppich auf einer Trommel unter den Schlagwerkzeugen hinwegzuführen, wie es die in Fig. 3 wiedergegebene |190| Maschine von B. Callen in New York zeigt. Die Trommel A ist nach Angabe der englischen Patentschrift Nr. 16 690 A. D. 1889 aus parallel zur Achse verlaufenden Stäben oder Rollen B zusammengesetzt und rotirt in einem Gehäuse, aus welchem ein Windflügel den Staub ebenso absaugt, wie der Flügel C dies aus dem Inneren der Trommel thut. Die Entfernung der Unreinigkeiten geschieht durch Schläger E aus Leder o. dgl. und Bürsten D bezieh. F, von denen die erstgenannten abwechselnd mit den Klopfern über den Teppich streichen, die letzteren dagegen beständig an demselben anliegen.

Textabbildung Bd. 282, S. 190
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Auch bei der Verwendung cylindrischer Materialträger ist man in der Grösse der Teppiche beschränkt oder man muss die Träger sehr gross anfertigen und erschwert damit die Entfernung des Staubes. Es haben deshalb die den beiden letzten Ausführungsformen zuzuzählenden Einrichtungen eine weitgehende Verwendung nicht gefunden, vielmehr hat man denjenigen Reinigungsmaschinen den Vorzug gegeben, bei welchen das Arbeitsstück nicht auf einen seiner Grösse entsprechenden Träger aufgelegt, sondern frei hängend oder auf einer Unterlage ruhend an den Schlägern vorbeigeführt wird. Maschinen dieser Art sind älteren Datums. Die französische Zeitschrift Publication Industrielle bringt in einer Abhandlung: „Machines à battre les tapis de divers Systèmes et Machine à battre et brosser les tapis et coussins des voitures de chemin de fer“ eine Zusammenstellung solcher Einrichtungen, die wir mit Erlaubniss der Verleger hier wiedergeben.

Im J. 1838 erhielt Pichard ein französisches Patent auf eine Teppichklopfmaschine, bei welcher, wie Fig. 4 erkennen lässt, das Entfernen des Staubes aus dem Arbeitsstücke mit Hilfe aus geeignetem Material hergestellter Schlagstäbe A erfolgt, die auf einer wagerechten Achse B lose drehbar nach unten hängen, durch Hubdaumen C aus dieser Lage entfernt und mittels Federn D wieder gegen den Teppich geworfen werden, welcher sich von einer wagerechten Wickelwelle langsam abrollt und mit dieser gleichzeitig eine kurze hin und her gehende Bewegung ausführt.

Bei der durch das französische Patent vom J. 1842 geschützten Maschine von Guillonet bietet sich der Teppich der Thätigkeit von Schlägern in derselben Weise dar, nur folgt denselben noch eine Cylinderbürste, die den gelösten Staub abnimmt.

Ebenfalls in einer lothrechten Ebene läuft der Teppich. bei der im J. 1857 geschützten Maschine von Berger und Martile. Dieselben verwenden anstatt einer Cylinderbürste deren vier, und ordnen sie paarweise einander gegenüber zu beiden Seiten des Teppichs an, bürsten denselben also von beiden Seiten. Die Schlagstäbe schwingen ausserdem nicht um eine wagerechte, sondern lothrecht stehende Achse.

Berger vertheilt bei seiner durch französisches Patent im J. 1858 geschützten Maschine die Schlagstäbe auf zwei Wagen, welche zu beiden Seiten des Teppichs eine langsam hin und her gehende Bewegung ausführen und so die ganze Fläche des letzteren bearbeiten. Im Uebrigen gleicht die Maschine derjenigen von Berger und Martile.

Ebenso wie Berger bringt auch Gache bei seiner in den Fig. 5, 6 und 7 wiedergegebenen und durch ein französisches Patent im J. 1882/83 geschützten Maschine die Schlagstäbe auf zwei Wagen an, welche sich auf beiden Seiten des Teppichs entlang bewegen und so die ganze Fläche bestreichen. Beide Wagen stehen jedoch, wie Fig. 5 erkennen lässt, zwecks Vereinfachung der Mechanismen unter sich in starrer Verbindung und es schwingen die Schlagstöcke FF1 um wagerechte Achsen. Die Fortbewegung des den Klopfmechanismus tragenden Gestelles a erfolgt mit Hilfe der im unteren Theil desselben angeordneten endlosen Ketten c1 unter Mitwirkung eines Schaltgetriebes, welches die Ketten und somit den zwischen dieselben eingespannten Wagen sowohl in der einen als auch anderen Richtung bewegt. Der Antrieb der Schlagstäbe erfolgt von der Welle b aus, auf der mit Keilnuth verschiebbar das Rad b1 sitzt, welches nach beiden Seiten des Wagens hin durch Getriebe dd1d die Wellen ff1 in Umdrehung versetzt. Diese Wellen tragen die Daumen, welche auf die die Schlagstäbe haltenden, auf den Wellen g drehbar befestigten Winkelstücke so einwirken, dass sie die Schlagstäbe von dem Teppich abheben. Das Vorführen der letzteren gegen das Arbeitsstück erfolgt durch Federn, welche, wie die Fig. 5 und 6 erkennen lassen, auf an den Winkelhebeln angelenkten Zugstangen sitzen und von einer cylindrischen Hülse hh1 eingeschlossen werden, durch deren axiale Verschiebung in der Führung i die Spannung der Federn verringert oder erhöht werden kann, d.h. die Wirkung der Schlagstäbe eine schwächere oder kräftigere wird.

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Der zu reinigende Teppich ist auf den mit Handhaben m versehenen Baum T aufgewickelt und legt sich auf dem unter den Schlägern vorgesehenen Tisch P auf, sobald er beim Drehen des Baumes T abgewickelt wird.

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Anstatt den Teppich, wie bei den zuvor besprochenen Maschinen, den Schlagstäben lothrecht hängend darzubieten, hat man auch versucht, wie bereits früher erwähnt, den Teppich auf einer Unterlage ruhend den Klopfwerkzeugen vorzulegen. Die Unterlage entspricht der Grösse nach jedoch nicht, wie bei den in Fig. 2 und 3 wiedergegebenen Maschinen, der Grösse der Teppiche, sondern sie dient lediglich als Widerlager für die Klopfwerkzeuge. Maschinen dieser Art haben bis auf den heutigen Tag Vervollkommnungen erfahren und finden jetzt wohl die ausgebreitetste Verwendung. Besonders hat man bei ihnen die Führung des Teppichs in lothrechter Ebene ersetzt durch eine solche in wagerechter bezieh. geneigter Ebene und an Stelle der Schlagstäbe elastische Klopfwerkzeuge zur Anwendung gebracht.

Bei der durch französisches Patent im J. 1879 geschützten Maschine1) von Salomon und Jasmin wird, wie die Fig. 8 und 9 erkennen lassen, der zu reinigende Teppich, anstatt sich den Klopfern in lothrechter Ebene darzubieten, mit Hilfe eines über drei Leitrollen bcd geführten endlosen Transporttuches A in wagerechter Ebene fortbewegt. Das Klopfwerk hängt an zwei Gestellwänden B und besteht aus der Daumenwelle D, deren Knaggen auf die Ansätze F der auf Welle f drehbar angeordneten Schlagstäbe F1 wirken. Die genannte Welle f sitzt in zwei Wandungen E, welche drehbar auf der Achse der Schlagwelle D angeordnet sind und mittels des Zahngetriebes gg1G derart eingestellt werden können, dass die Schlagstäbe weiter von dem Teppich weg oder näher an denselben herangestellt werden können, also mit einer mehr oder weniger grossen Kraft auf den letzteren auftreffen, sobald die Hubdaumen der Welle D den Federn h gestatten, zur Wirkung zu kommen. Diese Federn schnellen die Klopfstäbe auf das Gewebe, sind aber unten mit einer Fortsetzung versehen, um nach erfolgtem Schlage ein sofortiges Wiederaufheben des Klopfers zu bewirken. Das Transporttuch besteht aus durch Walze c spannbaren Gurten, welche den Teppich den beiden Cylinderbürsten CC1 zuführen, die den durch die Schlagstäbe gelockerten Staub von beiden Seiten entfernen und ihn dann durch die Oeffnung H in einen Kaum führen, wo die Entfernung des Teppichs von den Transportbändern durch Lösen der ihn haltenden Klammern erfolgt.

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Aehnlich der Maschine von Salomon und Jasmin ist die in den Fig. 10 und 11 wiedergegebene Maschine von Mayer, Langfelder und Hammerschlag in Wien, welche im J. 1881 durch ein französisches und das deutsche Patent Nr. 17619 unter Schutz gestellt worden ist. Der Teppich wird mittels Klammern an einem Gliedergurt derart befestigt, dass er über die Walzen aa1bc und d1 hinweggeht. Der Antrieb erfolgt an der äusseren Walze a, über welcher eine verstellbare gerade Bürste angeordnet ist, die den Teppich, noch bevor er in das Klopfwerk eintritt, von dem leichten oben haftenden Staube befreit, zugleich hat diese Bürste noch den Zweck, die Wolle des Teppichs, welche durch Feuchtigkeit verklebt ist, zu öffnen und für das Klopfen zu präpariren. Das Klopfwerk ist mit elastischen Schlingen F Fig. 10) versehen, welche von Rohr, gebogenem Holz, Guttapercha, Leder, Metall, Seilen o. dgl. sein können. Durch das Klopfen mit derartigen Schlingen wird der Teppich wenig beschädigt, was bei dem gewaltsamen Schlagen mittels der Stöcke, wie es bisher gebräuchlich ist, durch den sogen. Spitzenschlag stets geschieht. Das Klopfwerk wird durch die Hebedaumen D gehoben und durch Federn stark nach abwärts geschnellt, sowie die Daumen die Ansätze f loslassen. Um die Schlagkraft der Klopfer reguliren zu können und sie je nach Beschaffenheit des zu reinigenden Stoffes einzurichten, ist an dem Lager der Federn an den beiden Enden des Trägers je eine Stellschraube und eine Scala angebracht. Durch diese Schrauben werden diese Federn stärker oder schwächer gespannt und zugleich wird die Bürste der Leitrolle a mehr oder weniger genähert. Selbstverständlich können statt der Stellschrauben auch Federn und Gewichte angewendet werden. Der schwere Sandstaub fällt beim Klopfen durch den Teppich durch und gelangt auf die Staublade o, welche der ganzen Länge der Maschine nach angebracht |192| ist; dieselbe kann an den beiden Langseiten offen und geschlossen sein und verhindert das Schmutzigwerden des sich im unteren Theile befindlichen Teppichtheiles. Zur weiteren Schonung ist die Leitwalzenanlage derart angeordnet, dass die zu klopfende Teppichfläche eine schiefe Ebene bildet. Hierdurch wird der Widerstand, welcher dem Schlage entgegenwirkt, etwas abgeschwächt. Ausserdem ist in der Nähe der Stelle, auf welche beim Klopfen die Enden der Schlingen fallen, eine mit Guttapercha dick belegte Walze b angebracht, über welche der Teppich hinweggeht. Durch diese elastische Walze ist es dem Teppich ermöglicht, bei jedem Schlage etwas nachzugeben, wodurch der Schlag bedeutend gemildert wird und doch seinen Zweck vollkommen erfüllt. Die geklopften Stellen des Teppichs gelangen beim Vorwärtsschreiten auf die an den halbrunden Kanten mit Guttapercha belegte Sternwalze c, welche den Zweck hat, die Wolle zu theilen und sie durchsichtig aufzustellen, wodurch der Grund des Teppichs, in welchem sich der meiste Staub birgt, zur gründlichen Reinigung blossgelegt wird. Letztere wird durch das gegenüber der Sternwalze angebrachte Gebläse E, welches durch eine feine Spalte fortwährend gepresste Luft gegen den Teppich schleudert, bewirkt. Statt des Gebläses kann auch eine verstellbare Walzenbürste, welche gegenüber der Sternwalze angebracht wird, zur Reinigung des Teppichgrundes verwendet werden, wie dies in Fig. 11 in punktirten Linien angedeutet ist. Ausserdem wird der Teppich durch die beiden verstellbaren Bürsten gg1 von aussen und innen bearbeitet. Letztere Bürste, sowie die Walze d sind abnehmbar und lassen sich vor bezieh. in dem Lager, das sich auf Schienen verstellen lässt, befestigen, im Falle sehr lange Teppiche zu reinigen sind, für welche die Länge der Maschine selbst nicht mehr ausreicht. Vom Klopfwerke bis zum Gebläse ist die ganze Breite der Maschine durch eine Verschalung oder den Staubmantel abgeschlossen, in dessen Mitte sich oben der Staubtransporteur H befindet, der durch seine schiefgestellten Schaufeln, wenn er in Bewegung gesetzt wird, als Exhaustor wirkt. Nach gründlichem Klopfen und Bürsten wird der Teppich von den Klammern abgenommen und auf die Fläche des Wagens I gezogen. Das eine Ende wird in die gespaltene Wickelwalze eingeklemmt, der Teppich mit einer auf das Ende der letzteren gesteckten Kurbel gleichmässig aufgerollt, wodurch jeder Bruch vermieden wird, und hierauf auf den Teppichständer gebracht.

Johann Zacherl in Wien ist bei seiner durch das D. R. P. Kl. 8 Nr. 18954 vom 12. August 1881 (erloschen) und ein französisches Patent vom 11. November 1881 geschützten Maschine wieder dazu übergegangen, die Schlagstäbe auf beiden Seiten des Teppichs anzuordnen, wie es bereits Berger im J. 1858 gethan hat, nur ändern dieselben ihren Ort nicht. Der Teppich wird dabei in einer lothrechten oder von der lothrechten etwas abweichenden Ebene geführt, um das Abfallen der herausgeklopften Bestandtheile zu erleichtern und das Zurückfallen derselben auf den Teppich zu verhindern. Der abgeklopfte Staub wird unter Unterstützung eines Ventilators durch einen Schacht abgesaugt und der Teppich durch ein vom Klopfwerke vollständig getrenntes Bürstwerk auf beiden Seiten gereinigt und schliesslich mit Insectenpulver eingestreut.

Die Maschine besteht aus vier gesonderten Theilen, und zwar der Teppicheinschalt- und Gurt- oder Riemenspannvorrichtung A, der Klopfvorrichtung B, dem Bürstwerke C und der Einstreuvorrichtung D. Wie Fig. 12 erkennen lässt, befinden sich die Einschalt- und Klopfvorrichtung im unteren, die Bürst- und Einstreuvorrichtung im oberen Stockwerke und es läuft der auf endlose Gurte a gespannte Teppich während des Reinigungsprocesses durch den Fussboden zwischen beiden Stockwerken hindurch. Es können auch die Klopf- und Bürst Vorrichtung neben einander angeordnet sein und durch eine stehende Scheidewand getrennt werden. Die Teppicheinschalt- und Gurtspannvorrichtung besteht aus den Ständern b, welche auf in beliebiger Entfernung von einander auf oder in dem Fussboden liegenden Steinen montirt oder in sonst geeigneter Weise festgehalten sind. Diese Ständer b haben auf einer Seite in geeigneten Lagern die Rollen c, welche die Gurte oder Riemen a, die zum Transport der Teppiche dienen, nach bestimmter Richtung führen. Am anderen Ende der Ständer a befindet sich ein Schlitten d, welcher die Rollen c1 trägt.

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Dieser Schlitten hat eine Stellschraube, um auf jedem beliebigen Punkte eingestellt werden zu können, so zwar, dass, wenn der eine oder andere der Transportgurte oder Riemen sich durch Spannung verlängert haben sollte, jede Rolle c1 für sich ganz unabhängig von den übrigen verschoben und dadurch der über sie laufende Gurt nachgespannt werden kann. Die Anzahl der Ständer b richtet sich nach der gewünschten Breite der Maschine, sie werden neben einander aufgestellt. Die Rollen c und c1 sitzen auf gemeinschaftlichen Achsen, welche von der Transmission von dem Riemen h angetrieben werden. Auf die Gurte oder Riemen a, welche die Fortbewegung des Teppichs bewirken, wird der letztere mittels Klammern aufgeheftet und dadurch in die oberhalb liegende Klopfvorrichtung gebracht. Diese Klopfvorrichtung B besteht aus zwei Reiben von Klopfstäben F, zwischen welchen der Teppich hindurchgeführt wird und die durch folgende auf den beiden Trägern G ruhende Mechanismen in Thätigkeit gesetzt werden. Auf je einer Achse sitzt eine Reihe von Winkelhebeln f, in deren aufwärts gebogenen Armen die ein wenig gebogenen Klopfstäbe F sitzen. Von dem anderen Arm eines jeden Winkelhebels |193| hängt eine Zugstange herab, deren unteres Ende mit einer Nase versehen ist, auf welche die Daumen der Walze g einwirken. Die Zugstangen werden durch Federn stets nach aufwärts getrieben. Sobald ein Daumen auf die ihm entsprechende Nase stösst, wird der betreffende Klopfstab vom Teppich entfernt, seine Feder wird zusammengedrückt, und wenn der Daumen durch fortgesetzte Drehung der Walze g endlich von der Nase abgleitet, wird die Feder wieder frei und dadurch der Stab gegen den Teppich geschnellt. Da dies auf beiden Seiten des Teppichs geschieht, so wird derselbe auf beiden Seiten zugleich geklopft. Um den Schlag des Stabes nach Erforderniss abzuschwächen oder zu verstärken, können die Daumenwalzen g oder die Zugstangen in irgend einer bekannten Weise verstellbar gemacht werden, so dass die Daumen auf die Zugstangen mehr oder weniger einwirken, wodurch ein kleiner oder grösserer Hub des Klopfstabes hervorgebracht wird. Um den Staub abzuführen, ist das das Klopfwerk einschliessende Gehäuse B mit einem Abzugsschlot in Verbindung gebracht, während gleichzeitig durch einen zweiten Schlot frische Luft eingetrieben wird.

Wenn der Teppich die Klopfvorrichtung verlässt, so führen denselben die Transportriemen oder Gurte in das Bürstwerk C. Dasselbe ist, wie angegeben, im oberen Stockwerke befindlich, bearbeitet den durch dasselbe gehenden Teppich ebenfalls auf beiden Seiten und ist theilweise auf den am Fussboden stehenden Ständern s, theilweise auf dem von den Trägern E getragenen Hängesupport montirt. Die Bürsten i sind Walzenbürsten und so angebracht, dass immer zwei derselben gegenüber zwei Walzen k aus Holz, welche dem Stoffe beim Bürsten als Auflage dienen, zu liegen kommen. Die Bürsten oder Walzen können auf bekannte Weise verstellbar gemacht werden, um stärker oder schwächer bürsten zu können. Auch das Bürstwerk kann in ein Gehäuse eingeschlossen werden.

Von dem Bürstwerk gelangt der Stoff unter die Einstreuvorrichtung D. Dieselbe besteht aus einem der ganzen Länge der Maschine nach laufenden oder aus mehreren der Länge nach an einander gereihten Siebcylindern von polygonalem Querschnitte, die sich langsam um ihre Achse drehen und Insectenpulver enthalten. Das letztere fällt beim Drehen durch die Maschen oder Löcher der Siebcylinderwände in einen durch ein Excenter in beutelnde Bewegung versetzten Trichter e, durch dessen Schlitz das Pulver langsam auf den vorbeigehenden Teppich gelangt. Die Siebcylinder sind mit einem Mantel umgeben, um das verstäubte Pulver aufzufangen.

(Fortsetzung folgt.)

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Vgl. auch D. R. P. Kl. 8 Nr. 11859 vom 26. März 1880.

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