Titel: Ausdehnung des Holzes unter dem Einflusse der Feuchtigkeit.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1890, Band 282/Miszelle 2 (S. 47–48)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj282/mi282mi02_2

Ausdehnung des Holzes unter dem Einflusse der Feuchtigkeit.

Zum Nachweise der Brauchbarkeit der 1891 280 301 erwähnten Buchenholzparkettböden Hess der Erfinder des patentirten Imprägnirungsverfahrens, Baumeister Amendt, vergleichende Versuche anstellen, welche von dem Vorstande der Grossherzoglichen chemischen Prüfungs- und Auskunftsstation

Buchenholz III. IV.
I. II. Eichenholz Nicht im-
prägnirtes
Buchenholz
Völlig-
impräg-
nirt
Theil-
weise im-
prägnirt
A) Verhalten in feuchter Luft.
Ursprüngliches Gewicht der ge-
prüften Stücke g

804

548

348

Maasse vor dem Versuche
Länge in mm 400,8 300,0 302,0
Breite „ „ 90,0 97,0 91,8
Dicke „ „ 22,0 23,5 24,0
Maasse nach Beendigung des Ver-
suchs Länge in mm

400,8

300,8

302,5

Breite „ „ 90,0 99,8 93,5
Dicke „ „ 22,2 23,5 24,2
Aufgenommene Wassermenge in
Gewichtsprocent nach 3 Tagen

1,2

2,7

3,7

„ 5 „ 1,5 3,8 5,3
„ 7 „ 1,7 4,4 5,7
„ 9 „ 1,7 4,7 6,3
„ 11 „ 1,7 4,7 0,3
B) Verhalten in feuchtem Sand.
Ursprüngliches Gewicht der Stücke
g

703,5

548,5

462

465,5
Maasse vor dem Versuche
Lunge in mm 400,5 300,5 300,8 400,0
Breite „ „ 90,0 98,6 91,4 89,8
Dicke „ „ 22,5 22,5 24,5 19,8
Maasse nach dem Versuche von
11 Tagen Dauer Länge in mm

400,5

300,5

300,8

401,0
Breite „ „ 91,0 101,0 94,8 96,0
Dicke „ „ 23,0 24,0 25,2 21,0
Aufgenommene Wassermenge in
Gewichtsprocent nach 3 Tagen

2,9

4,6

8,2

15,3
„ 5 „ 3,7 7,0 11,3 19,2
„ 7 „ 4,9 8,75 13,7 21,2
„ 9 „ 5,9 10,84 16,45 23,28
„ 11 „ 6,6 12,12 18,20 25,7

C) Verhalten in feuchten Tüchern.
u. total
ver-
zogen.
Ursprüngliches Gewicht der Stücke
g


504,5

465

419
Maasse vor dem Versuche
Lunge in mm 300,0 299,0 400,5
Breite „ „ 98,5 91,8 89,5
Dicke „ „ 22,5 24,4 19,6
Maasse nach dem Versuche
Lunge in mm 300,8 300,0 401,0
Breite „ „ 101,8 94,0 91,0
Dicke „ „ 23,8 25,0 20,5
Aufgenommene Wassermenge in
Gewichtsprocent nach 3 Tagen


3,6

4,5

6,2
„ 5 „ 5,7 6,3 8,8
„ 7 „ 7,0 8,6 10,6
„ 9 „ 8,4 9,2 11,0
„ 11 „ 9,6 10,5 11,45
|48|

in Darmstadt durch Dr. C. Thiel ausgeführt wurden. Wir theilen die Ergebnisse dieser vergleichenden Versuche in umstehender Tabelle mit, sowohl wegen des Interesses an der Imprägnirung selbst als auch wegen des Verhaltens des Holzes im Allgemeinen.

Die vollständig imprägnirten Buchenriemen, welche bei vorstehenden Versuchen verwendet wurden, waren nach der Imprägnirung auf allen Seiten gehobelt und an den Kanten genutet worden, ausserdem sind ihre Hirnholzenden nach dem Imprägniren abgeschnitten worden. Die nur theilweise imprägnirten Riemen waren vor dem Imprägniren fertig bearbeitet und zu den Versuchen in dem Zustande verwendet worden, wie sie aus dem Apparat herauskommen. Die zu der vergleichenden Prüfung benutzten Eichenriemen waren von vorzüglicher Qualität, ganz trocken und fertig bearbeitet zum Verlegen; die geprüften gewöhnlichen Buchenriemen waren fertig getrocknet, gehobelt und genutet, aber nicht imprägnirt.

Die vorstehend beschriebenen Versuche ergeben wohl mit genügender Sicherheit, dass die vollständig imprägnirten Riemen der feuchten Luft, dem Wasser sowie den Organismen erheblich weniger zugänglich sind als solche aus Eichen- oder aus gewöhnlichem Buchenholz. Sie zeichnen sich ferner durch eine ansehnliche Härte und Stehfestigkeit sowie durch eine ansprechende Farbe aus, so dass sie bei ihrem sehr massigen Preise wohl dem Eichenholz vorzuziehen sind.

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