Titel: Messlöffel mit Abstreicher.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1890, Band 282/Miszelle 4 (S. 144)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj282/mi282mi06_4

Messlöffel mit Abstreicher.

(D. R. P. Nr. 59521.)

In der gewerblichen Praxis kommt es häufig vor, dass eine Reihe gleichartiger ungefährer Wägungen von kleinen Mengen derselben feinpulverigen Substanz vorzunehmen sind.

Da Wägungen bekanntlich sehr zeitraubend sind, hat man sich vielfach in dergleichen Fällen der Theil- und Messmethode bedient. Da jedoch die Arbeit mit dem Messlöffel bisher beide Hände beanspruchte, hat Max Scheid in Wadgassen a. d. Saar ein Instrument erfunden, das mit einer Hand bedient werden kann.

Auf dem Theile a (Fig. 1 und 2), der an seinem einen Ende ein auswechselbares Messnäpfchen trägt, mit seinem anderen Ende in einem Holzstiele befestigt ist, und dessen mittlerer Theil eine Aussparung besitzt, ist der Schlitten b beweglich. Derselbe ist mittels zweier um den Theil a herumgreifender Lappen mit diesem verbunden und wird durch eine Spiralfeder, die in der Aussparung des Theiles a liegt, nach dem Stiele des Instrumentes hingezogen.

Textabbildung Bd. 282, S. 144
Textabbildung Bd. 282, S. 144
Das nach dem Näpfchen hinweisende Ende des Theiles b bildet den Abstreicher, während dessen nach dem Stiele gekehrtes Endendem Daumen der bedienenden Hand als Angriffspunkt dient.

Das Abstreichen des gefüllten Näpfchens wird dadurch bewerkstelligt, dass der Daumen der den Stiel des Instrumentes umfassenden Hand das ihm zugekehrte Ende des Theiles b soweit vorwärts drückt, bis dessen entgegengesetztes Ende das Näpfchen bestrichen hat. Wird sodann der Daumen von seinem Angriffspunkte entfernt, so zieht die Spiralfeder den Schlitten zurück und der Abstreicher ist für eine weitere Messoperation in Bereitschaft.

Der beschriebene Messlöffel ist seit einigen Monaten in der Krystallglasfabrik der Herren Villeroy und Boch in Wadgassen im Gebrauch.

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