Titel: Neuerungen auf dem Gebiete der Mälzerei.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1892, Band 283 (S. 58–65)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj283/ar283017

Neuerungen auf dem Gebiete der Mälzerei.

Von Prof. Alois Schwarz in M.-Ostrau.

(Schluss von Seite 6 d. Bd.)

Mit Abbildungen.

Ein Apparat zum Auflockern und Transportiren von Grünmalz (D. R. P. Nr. 52438) ist von Emil Abraham in Berlin vorgeschlagen worden und soll dieser die zum Auflockern des verfilzten Grünmaterials übliche Handarbeit ersetzen.

Der Apparat (Fig. 11) besteht aus einer Transportvorrichtung A, welche in den Malzhaufen eingeführt wird, und deren einzelne Schaufeln das Schwelkmalz anheben und es auf den hinter der Transportvorrichtung A |59| liegenden Rost r werfen. Ueber letzterem befindet sich ein zweiter Rost, dessen Lücken denjenigen des ersten Rostes genau gegenüberstehen. Diese Roste führen nach einer Welle, welche mit ebenso viel Reihen von Zähnen besetzt ist, als die Roste r Lücken besitzen. Die Stellung der Welle ist so gewählt, dass die Zähne sich durch die Lücken der über einander liegenden Roste bewegen, so dass das dazwischenliegende Schwelkmalz von ihnen erfasst und zerrissen wird. Auf diese Weise soll sich ein vollkommenes Auseinanderreissen des zusammengewachsenen Malzes, sowie gleichzeitig ein Lüften desselben erreichen lassen. Der Antrieb der Transportvorrichtung A und der Welle kann in beliebiger Weise erfolgen.

Textabbildung Bd. 283, S. 59
Für die unter A abgebildete Transportvorrichtung hat Abraham ein besonderes Reichs-Patent erhalten (Nr. 52384). Bei jeder Umdrehung des Laufrades derselben macht die Transportwalze etwa 4 bis 5 Umdrehungen, so dass selbst stärkere Schütten von Malz mit Leichtigkeit angenommen und fortgeführt werden können. In gleicher Weise kann auch die hinter der Transportwalze angebrachte Zerreissvorrichtung für das Malz bewegt werden, und zwar ist die Umdrehungszahl der Zerreissvorrichtung 7 bis 8 mal so gross als die des Laufrades.

Ein neuer Malztransportwagen wird von der Hanna-Malzfabrik in Kremsier schon seit vielen Jahren benutzt, der das Hineinfahren des Wagens in die Malzhaufen nicht fordert, wie dieses bei den gewöhnlichen Kippwagen nöthig ist, weil er das Malz leicht, einfach und vollkommen nach hinten zu den Haufen ableert. Der Wagen (Fig. 12) läuft auf zwei Vorderrädern V und auf einem kleineren Hinterrade W. Der Arbeiter fahrt nun mit dem gefüllten Wagen bis an den Malzhaufen hin, hebt alsdann den Schieber BC auf, wodurch das Malz aus dem Rumpfe A des Wagens vollkommen herausgleitet. Der Wagen ist geschlossen, wenn der Schieber in der Lage BC steht, wird aber geöffnet, wenn er in die Lage B1C1 gebracht wird. D bedeutet ein Stirnwandblech.

Textabbildung Bd. 283, S. 59
Die Bauart des ganz aus Eisen construirten Wagens lässt ein leichtes Bewegen desselben zu, zumal bei der schiefen Lage des Malzes der Druck nach dem Vordertheile des Wagens geht.

Braumeister Böhm und Maschinenmeister Rumpf, beide in Stettin, haben einen Kippwagen gebaut, welcher beim Entleeren die Gerste vollständig vor die Räder des Wagens wirft und dadurch ein Beschädigen der Gerstenkörner beim Ausweichen ausschliesst.

Textabbildung Bd. 283, S. 59

Dieser Kippwagen (Fig. 13 bis 15) besteht aus:

1. Dem Gestelle B, welches auf den Rädern ruht und zu beiden Seiten zwei offene Lager c und d besitzt;

2. dem Füllkasten A, welcher mit seinen Drehzapfen a in den offenen Lagern c des Gestelles B gelagert ist. Dieser Kasten hat nach der Kipp- oder Ausleerseite sein Uebergewicht und wird durch die Sperrarme C mit Knaggen e und f, zwischen welchen die Nasen oder Vorsprünge g des Kastens A liegen, in wagerechter Stellung erhalten;

3. den mit Scharnieren h versehenen, bei c am Gestell B drehbar befestigten Hebeln C, welche von einem Verbindungsstücke E zusammengehalten werden. Dasselbe besteht aus dem mit schrägen Flächen und einem Handgriffe versehenen Zwischenstücke k, welches durch Zugfedern l mit den Hebeln C verbunden ist. Als Umhüllung für die Rohre dienen zwei Federn, welche mit C fest verbunden sind und sich mit ihren schrägen Flächen an diejenigen des Zwischenstückes k derart anschliessen, dass beim Anheben des Handgriffes k1 ein Auseinanderschieben der beiden Rohre m und somit auch der Sperrarme C erfolgt. Letztere drehen sich hierbei in den Scharnieren h;

4. der Kippvorrichtung. Dieselbe besteht aus den Hebeln D, welche mittels Vierkantes mit den Hebeln oder Sperrarmen C fest verbunden sind, und aus den Hebeln F, welche bei a und n drehbar sind und D mit dem Kasten A verbinden. Die Handhabung des Wagens ist folgende:

Nachdem der Kasten A gefüllt und an Ort und Stelle gefahren ist, wird der Handgriff k1 angehoben, wodurch die Sperrarme C auseinander geschoben und Nasen g des Kastens frei werden. Letzterer besitzt, wie bereits erwähnt, nach der Ausleerseite hin das Uebergewicht, welches ihn in die Lage Fig. 14 bringt, wodurch derselbe theilweise entleert wird. Um nun eine vollständige Entleerung |60| zu veranlassen, werden die Hebel C nach abwärts bewegt, wodurch der Wagen in die Lage Fig. 15 gebracht wird, wobei sich die Sperrarme selbsthätig öffnen und schliessen und den Kasten sicher festhalten.

Um die auf der Malztenne keimende Gerste zu wenden, dient ein Apparat (Fig. 16 und 17) von Siegfried Hirschler in Worms (D. R. P. Nr. 51304). Das Wenden wird durch Schaufeln und Gabeln verrichtet, welche auf einer rotirenden Achse angeordnet sind. Der Wender bewegt sich langsam über die Tenne hin, wobei die Achse der Schaufeln und Gabeln diese entgegen der fortschreitenden Bewegung umdreht.

Textabbildung Bd. 283, S. 60

In einer Endstellung angekommen, rückt der Wender selbsthätig seine Antriebsvorrichtung aus, die dann mit der Hand behufs umgekehrter Bewegung wieder eingerückt werden muss. Als Antriebsvorrichtung dient ein laufendes Seil S, welches von der Rolle R aus bewegt wird. Das Gestell des Wenders besteht aus einem Wagen W1W2W3W4, der mittels vier Rollen R1R2R3R4 auf den Schienen FF läuft. Die Rollen R1R2, welche auf derselben Achse sitzen, werden von dem Seil S aus durch die Seilrolle S1 und die Zahnräder Z1Z2Z3 umgedreht.

Textabbildung Bd. 283, S. 60

Zwei Leitrollen LL bewirken, dass das Seil sich um einen genügenden Theil der Rolle S1 legt. Durch die Drehung der Rollen R1R2 wird der Wagen W1W2W3W4 auf den Schienen FF fortgerollt. Auf einer Querstange W3 des Wagens ist ein Daumen D befestigt. Sobald der Wagen an einem Ende der Malztenne E anlangt, stösst dieser Daumen an den Hebel H1 oder H2 einer Ausrückung und bringt die Doppelklauenmuffe K ausser Eingriff mit den entgegengesetzt rotirenden Zahnrädern Q1Q2 und y so zum Stillstand. Da die Klauenmuffe K die Drehung der Achse der Rolle R bewirkt, bleibt dies auch stehen. Wenn die Gerste dann einige Stunden in Ruhe war, wird die Klauenmuffe K mit der Hand so eingerückt, dass der Wagen seinen Rücklauf beginnt.

Die Achse der Rollen R1R2 ist von der hohlen Achse A der Schaufeln M und Gabeln N umgeben. Die Schaufeln M bestehen aus gekrümmten Holzbrettern, die auf speichenartigen und am Ende gegabelten Armen M1 der Achse A paarweise befestigt sind, so dass beim Hin- und Hergange jedesmal ein Brett mit der Kante in die Gerste eingreift und sie hochhebt. Die Gabeln N sind durch Einschlagen von Zinken auf eine Latte N2 hergestellt, die in gleicher Weise durch Arme N1 an der Achse A befestigt ist. Die hohle Achse A ist in den beiden seitlichen Endplatten W1W2 des Wagens gelagert und durch ein Zahnrad Z3 angetrieben. Dieses ist im Eingriff mit einem zweiten mit der Seilrolle S1 verbundenen Zahnrad Z4. Es ist eine Sicherung gegen das Schiefstellen und Klemmen des Wagens angebracht. An der Platte W1 nämlich ist ein an seinen Enden mit Rollen versehener Längsbalken B befestigt, dessen Rollen auf der Aussenseite der Schiene F sich anlegen.

Die Schaufeln werden auch in anderer Weise als oben beschrieben ausgeführt. Um nämlich den Stoss zu vermeiden, der bei dem Angreifen einer Schaufelkante auf der ganzen Breite der Tenne in demselben Augenblick verursacht wird, ist der Schaufelapparat aus mehreren Einzelschaufelrädern zusammengesetzt, die sich auf der Achse einander anschliessen und deren Schaufeln gegen einander versetzt sind. Die Stösse können so fast ganz vermieden werden, wenn man immer mehrere der Schaufeln gleichzeitig in die Gerste eingreifen lässt.

Textabbildung Bd. 283, S. 60
Um das keimende Getreide oder das Darrmalz umzuschaufeln, wenden John Washington Free in Boston (Massachusetts) eine rotirende Schaufel welle und zugleich zum Abräumen ein Kratzbrett an (D. R. P. Nr. 49952) (Fig. 18 und 19). Das Malz wird im Kessel A 50 bis 55 mm hoch aufgeschüttet. Die Schaufelvorrichtung bewegt sich fortwährend durch das Malz, so dass dieses beständig bewegt wird. Der Grundriss des Darrbodens ist dabei ein abgerundetes längliches Rechteck und wird durch die Wände D und C begrenzt. Man sieht in Fig. 18 die mit den Rührschaufeln B besetzte rotirende Welle b, welche durch die Haupttriebwelle E (punktirt) mittels Kegelräder und zwei kurzer senkrechter Achsen in Drehung |61| versetzt wird. Die letzteren treiben nämlich durch konische Triebe die beiden Kegelräder, von denen je eines an je einer inneren Wand des Malzbodens sich befindet, und welche sich nach entgegengesetzten Richtungen drehen. Diese konischen Räder sind mit Daumen versehen, welche zum Antrieb der Kette ohne Ende F dienen. Die Glieder dieser Kette haben zu ihrer Führung auf den Leitrollen Flantschen, während die Leitrollen wiederum je einen an ihrem Umfange herumlaufenden Einschnitt aufweisen, um dem in die Kette eingreifenden Haken ein ungehindertes Fortschreiten zu gestatten.

Textabbildung Bd. 283, S. 61

Dieser Haken gehört dem inneren Wagen C an, welcher letztere ein Lager für die Schaufelrad welle b trägt; das zweite Lager derselben wird von einem Wagen b1, der auf dem äusseren Umkreise des Darrbodens herumläuft, getragen. Das innere Ende der Schaufelrad- oder Rührwelle b ist gelagert in den Hülsen einer in dem Schlitten H1 drehbar angeordneten Gabel HH. Die Welle b nun empfängt ihre Rotation vermittelst des auf ihr in der Gabel befindlichen konischen Rades, welches sich im Eingriff mit einem Kegelrad befindet. Die senkrechte Achse des letzten geht nämlich durch den Schlitten H hindurch und empfängt mittels eines an ihrem unteren Ende befindlichen Stirnrades, welches im Eingriffe mit der von der Hauptwelle E angetriebenen Kette ohne Ende F ist, ihren Antrieb. Entsprechend der inneren Kette ohne Ende K ist auch um die äussere Wand des Malzbodens eine endlose, ebenfalls von der Hauptwelle E angetriebene Kette L angeordnet, welche mit dem zweiten (äusseren) Wagen im Eingriff ist und sich mit derselben Geschwindigkeit bewegt für die Kette FF des inneren Wagens a. Während des Eingriffes der an den beiden Wagen befindlichen Haken mit den Ketten F und L gleitet der Schlitten H auf den Gleitbahnen J in der Längsrichtung des Malzbodens hin, bis an den Enden der Gleitbahnen der Haken des inneren Wagens die Kette F verlässt, so dass dann der Schlitten H1 in Ruhe bleibt und nur eine Drehung der Welle b um die senkrechte Achse des Schlittens stattfindet. Damit hier der Stillstand des Schlittens H1 gesichert ist, sind Sperrklötze an den Enden der Gleitbahnen Z angebracht. Mittels der oben beschriebenen Einrichtung wird die ununterbrochene Bewegung der Rührwelle d mit den Schaufelrädern B über den Malzboden in der Weise bewirkt, dass die Ketten F und L mit ihrer gleichmässigen Geschwindigkeit die genannte Welle längs der geraden Seiten des Malzbodens so lange vorwärts bewegen, bis der Haken des inneren Wagens die Glieder der nach abwärts über die Leitrolle laufenden Kette F verlässt, wodurch das innere Ende der Rührwelle zum Stillstand kommt, indem gleichzeitig der Schlitten H1 an die Sperrklötze der Gleitbahnen JJ anstösst, während die rotirende Bewegung der Rührwelle b ununterbrochen fortdauert. Mittels der Kette L wird der zweite (äussere) Wagen über das im Halbkreis gezogene Endstück des Malzbodens geführt, wobei die Achse einen Winkel von 180° beschreibt, bis der Wagen auf die andere geradlinige Seite des Malzbodens gelangt und durch Eingreifen des Hakens in die zweite Kette wiederum eine geradlinige, sich selbst parallele Bewegung der Welle b über die andere geradlinige Seite hin bedingt.

An den Gleitbahnen J sind seitlich Führungen angeordnet, welche die Kette K zum fortwährenden Eingriff mit dem erwähnten Stirnrad zwingen. Die Abkratzvorrichtung zum Entleeren des Malzbodens ist in Fig. 19 dargestellt. Auf beiden Enden der Rührwelle sind die Arme G drehbar angeordnet, welche ein schräg gestelltes Kratzbrett G1 halten. In der Mitte des Kratzbrettes ist ein Griff g2 befestigt, an welchem die Kratzvorrichtung hoch gehoben werden kann, um dieselbe ausser Thätigkeit zu setzen. An den beiden Enden des Kratzbrettes sind Schuhe G2 angebracht, welche zum Tragen desselben dienen, wenn die Entleerungsklappe H2 im Boden geöffnet ist.

Textabbildung Bd. 283, S. 61
Ein Siebapparat für Grünmalz, welcher zum Trennen der gewachsenen Körner von den ungewachsenen dient, ist Ernst Schlinke in Brody (Provinz Posen) unter D. R. P. Nr. 53565 (Fig. 20) patentirt worden. Der Siebkasten ist um die Achse A drehbar aufgehängt und wird durch ein auf der Achse B einer Quetschwalze liegendes Rüttelwerk C und der den Siebkasten dagegen drückende Feder D gerüttelt. Das Malz wird durch den Trichter E zugeführt, fällt auf das Blech F und wird bei geöffnetem Schieber G von der Walze H gleichmässig auf das oberste Sieb J geworfen. Am unteren Ende des grosslöcherigen Siebes J ist eine Querleiste K angebracht, über welche hinweg die gewachsenen Körner zwischen die Quetschwalzen fallen, während die ungewachsenen und ein kleiner Theil der gewachsenen Körner durch das Sieb J auf das geneigt liegende Blech L fallen, welches sich nach dem oberen Ende des zweiten kleinlöcherigen Siebes J |62| leitet, durch welches die nicht gewachsenen und ein kleiner Theil der gewachsenen Körner auf das geneigte Blech L1 gelangen, während die gewachsenen Körner grösstentheils über die Leiste K1 zwischen die Quetschwalzen befördert werden. Von dem Blech L1 fallen die Körner auf das kleinlöcherige Sieb J2, die ungewachsenen Körner bleiben in der Siebmulde M desselben liegen oder fallen in ein untergestelltes Gefäss, während die noch vorhandenen gewachsenen Körner zwischen die Leiste K2 in die Quetschwalzen gehen. Die Wirkung des Siebkastens beruht darauf, dass beim Schütteln die leichteren gewachsenen Körner auf die schwereren ungewachsenen Körner zu liegen kommen, letztere also durch die Siebe fallen können, während erstere über die Leisten K hinweggehen. Die Siebe und Bleche sind zum Herausnehmen eingerichtet; ist das Malz gut, also alle Körner gewachsen, wird das Sieb J durch ein Blech ersetzt, über welches das Malz direct zwischen die Quetschwalzen fällt.

Ein Malzkeimfänger ist unter D. R. P. Nr. 41439 (Fig. 21 und 22) von G. Reininghaus, Mainz, eingeführt worden.

Textabbildung Bd. 283, S. 62

Diese Keimfänger werden unter dem Darr wen der in der Sau angebracht. Den Antrieb vermittelt der Darrwender auf eine einfache Weise. Der Keimfänger a, aus schwachem Eisenblech hergestellt, etwa 0,750 m breit, 6–8 m lang, macht stets dieselbe Bewegung in der Sau als der Darrwender in der unteren Horde, sammelt die durchfallenden Keime und entleert dieselben an der bestimmten Stelle. Die Vortheile dieses Apparates bestehen darin, dass das Anbrennen der Keime vollständig vermieden wird und dass man Keime in tadelloser Güte gewinnt. Das Malz leidet nicht durch den Geruch der brennenden Keime, und Darrbrände werden durch diese Einrichtung möglichst verhütet. Die Reinigung der Darren ist mühelos, indem eine Kippvorrichtung b die Keime an einer Stelle entleert.

Bei neuen Darranlagen wird der Antrieb des Keimfängers ohne Seil durch einen seitlichen Spalt im Mauerwerk vermittelt.

Es seien schliesslich noch eine Reihe neuerer Maschinen, welche zum Putzen und Poliren des Malzes dienen, beschrieben.

Die Putz-, Polir- und Entkeimungsmaschine von Anton Legat in Kremsier und Fr. Wlach in Wien (Fig. 23) besteht im Wesentlichen aus einem obersten Schüttelsieb A einem mittleren Cylinder B aus Blech oder einem anderen geeigneteren Material mit Schlägerwerk und Transportschnecke und Bürste und einem unteren Doppelschüttelsieb C.

Der Antrieb erfolgt von einer mit Riemscheiben versehenen Welle aus. Vermittelst der Kegelräder wird eine Querwelle bewegt, von der aus durch Riemenscheiben die gekröpfte Welle rechts oben in Umdrehung versetzt wird. Durch den regulirbaren Einlauftrichter oben fällt das zu reinigende Malz auf das Schüttelsieb A. Dasselbe hat ein feinmaschiges und ein grobes Sieb, durch welch letzteres das Malz in den Blechcylinder B gelangt. Unten rechts befindet sich der erste Auslauf. Oberhalb des Schüttelsiebes A befindet sich eine Bürste, welche die erste Reinigung vornimmt. Das obere Schüttelsieb A kann bis zur Bürste mit Leinwand oder einem anderen passenden Stoff zur Verhinderung der Staubentwickelung bedeckt sein.

In diesem obersten Schüttelsieb werden die losen Malzkeime, sowie auch alle anderen gröberen Beimengungen vorab ausgeschieden. In der Blechtrommel B rotirt eine Welle, welche von der Antriebswelle aus, wie ersichtlich, durch Riemenscheiben in Umdrehung versetzt wird.

Textabbildung Bd. 283, S. 62
Diese Spindel trägt abgerundete und an den Rändern etwas zugeschärfte schräg stehende Schläger oder Rührer |63| und gegen die Abflussöffnung zu eine Schnecke, welche mit Kautschuk belegt ist, so dass der feine Staub von dem Malze gelöst und letzteres polirt wird. Eine Scheidewand l verhindert das zu rasche Abfliessen des Malzes und bewirkt die vollkommene Entkeimung, während eine zweite Scheidewand l1 ebenfalls das zu rasche Abfliessen verhindert und die gründliche Polirung bewirkt. Auch die Welle zwischen den beiden Scheidewänden l und l1 ist mit einer Bürste versehen, welche die Malzkörner von dem anhaftenden Staub befreit und ihnen die natürliche Farbe wiedergibt.

Vom Cylinder B gelangt das Malz auf das untere Doppelsieb C, welches durch Pleuelstange und gekröpfte Welle in schwingende Bewegung versetzt wird. Das untere Schüttelsieb ist ein Doppelsieb; es besteht aus einem oberen grobmaschigen C1 und einem unteren feinmaschigen C2, welches bis zum unteren Auslauf reicht. In diesem unteren Schüttelsieb C werden das Hintermalz und die abgeriebenen Keime gänzlich ausgeschieden. Beim unteren Auslauf gehen die Malzkeime, hinten das Hintermalz und darüber fliesst das gänzlich gereinigte Malz ab. Ein Ventilator links unten, welcher unterhalb des Schüttelsiebes angebracht ist und nach vorn bläst, reinigt das Malz von leeren Malzhülsen und von Staub.

Die Malzentkeimungs- und Polirmaschine von Aug. und Alb. Landgraf in Greussen (Thüringen) (Fig. 24) hat folgende Construction:

Textabbildung Bd. 283, S. 63

Auf der senkrechten Welle A ist eine geschlitzte gusseiserne Scheibe B angeordnet, in welcher durch Schrauben H verstellbare Lederstreifen bezieh. Lederbürsten gegen den eigenartig gewebten Stahldrahtboden i rotirend bewegt werden. Das zu reinigende Malz gelangt durch den Einlauf M zwischen die Lederbürsten auf den Boden t, und bewirken die bürstenartig angeordneten Lederstreifen den Reibungsprocess. Dadurch, dass das Leder immer dieselbe rauhe Fläche behält, ist es ermöglicht, dass die Maschine während des ganzen Processes gleichmässig gut arbeitet. Die Lederbürsten sind stabil und doch elastisch genug, um die Malzkörner von den Keimen zu befreien, ohne dieselben irgendwie zu verletzen. Die in Folge der Reibung abgefallenen Keime gelangen in die Kammer R und werden durch einen Streicher K nach dem Abfallschlot O befördert, während das geputzte Malz bei N austritt. Die senkrechte Welle wird mittels der Schraubenspur sowie Druckschraube am oberen Lager in der richtigen Stellung erhalten.

Zuletzt tritt das schon sauber geputzte Malz in die Polir- und Sortirmaschine; hier wird es von Staub befreit und polirt, sodann auch sortirt, indem die leichteren Körner abgeschieden werden.

Die neue Malzentkeimungs-, Putz- und Polirmaschine von Julius Zieger in Radeberg (Fig. 25) besteht aus dem Rumpf R zur Aufnahme des von der Darre zugeleiteten Malzes; aus dem knieförmigen Zuleitungsrohr Z, durch welches das Darrmalz aus dem Rumpf in die um etwa 45° geneigte Arbeitstrommel T geführt wird, in welcher sich ein mit schraubenförmig angeordneten Armen ausgestattetes Rührwerk mit schneller Umdrehung bewegt; aus dem Ableitungsschlot P, welcher das polirte Malz aus der Trommel nach dem Elevator E leitet, ferner aus dem am Elevator E befestigten Antriebsvorgelege A und endlich aus einem die Arbeitstrommel T umschliessenden Mantel M.

Textabbildung Bd. 283, S. 63

Die Arbeitstrommel T mit ihrer langsamen Umdrehung, etwa 10 Touren in der Minute, und das sich in dieser schnell drehende Rührwerk, dieses etwa 170 Umdrehungen in der Minute, erhalten ihren Antrieb von dem Vorgelege A, dessen Welle V die Los- und Festscheibe F für den Antriebsriemen trägt. Auf V sitzen konische Räder, durch welche die stehende Welle W und mittels eines auf dieser sitzenden konischen Getriebes, sowie des auf der Trommel befestigten konischen Zahnkranzes die Trommel T in langsame Umdrehung versetzt wird. Das Rührwerk wird vermittelst eines der auf V sitzenden konischen Räder in schnelle Bewegung gebracht.

Die Lagerung der Trommel T findet unten auf einem an dem Trommelboden angegossenen Hohlzapfen statt, welcher in der am Vorgelege A angebrachten Lagernabe I eingepasst ist. Oben wird die Trommel mittels einer am Trommelboden O aufgeschraubten, in der Mitte getheilten Metallplatte P abgeschlossen, deren Bohrung in einen eingedrehten Hals im Zuleitungsrohr Z passt. Zur Lagerung der Rührwerkswelle X in der Trommel T geht dieselbe unten durch die Bohrung des Lagerhohlzapfens der Trommel, oben durch eine in der Oeffnung des Bodens O mit Stegen an diesen angegossene Nabe N; an dem unten vorspringenden Ende ist das Diagonalrad D1 aufgekeilt. Die Trommel T1, in deren oberem Boden sich die Zutrittsöffnung und in deren unterem sich die Austrittsdurchbrechungen befinden, besitzt im Mantel eine |64| verschliessbare Oeffnung, um behufs Reinigung u.s.w. in das Innere gelangen zu können. Aussen ist die Trommel mit einem weiten und feststehenden Mantel M umschlossen, in welchen oben das ins Freie gehende Rohr B mündet, und aus welchem unten die von den Körnern losgelösten Keime, die indessen nicht gebrochen oder zerkleinert werden, sondern im ganzen Zustande entfernt werden, in einen untergestellten Kasten K fallen.

Das in den Rumpf R gebrachte Darrmalz tritt in regulirbarer Menge, welche sich nach dem Geschwindigkeitsverhältniss der Trommel und des Rührwerkes richtet, durch das Zuleitungsrohr Z in die Trommel T. Durch die langsame Umdrehung der Trommel werden die Malzkörner veranlasst, mit dem Trommelmantel emporzusteigen, worauf sie, oben angekommen, bestrebt sind, herabzufallen. Die gleichzeitige Thätigkeit der auf ihrer Welle schraubenförmig angeordneten und radialen Rührwerksarme wirkt auf die Körner derart ein, dass die Keime abgelöst, nicht aber abgebrochen werden. Der Trommelmantel T hat entweder enge Schlitze oder in dem flach gewellten Blech schlitzartige Durchbrechungen, sämmtlich so eng, dass sie Malzkörner nicht durchlassen, sondern nur die Keime. Vermöge dieser Schlitze werden die zu entkeimenden Körner in ihrer Abwärtsbewegung verzögert und dementsprechend von dem Rührwerk möglichst lange bearbeitet, so dass die Körner schliesslich nicht nur entkeimt, sondern auch geputzt und fertig polirt unten aus dem Trommelboden in den Schlot und durch diesen in den Elevator E gelangen, von dem sie nach dem betreffenden Lagerboden befördert werden.

Die gelösten Keime dringen durch den Trommelmantel T in den Raum zwischen Trommel und Aussenmantel M; Staub, Fasern und Unreinigkeit wurden durch den natürlich erregten Luftzug, oder auch durch einen Exhaustor mittels Rührer weggesaugt und ins Freie geführt, während die Keime gereinigt in den Kasten K fallen.

Textabbildung Bd. 283, S. 64
Die Malzentkeimungs- und Polirmaschine von Rudolf A. Baumgartner in Rosenheim (Bayern) hat den Zweck, eine Entkeimung und Entfernung der rauben Hülse des Malzkorns durch Reibung der Körner unter sich selbst mit sofortiger Entfernung der losgelösten Keime, Hülsen und Staubtheilchen vermittelst stetig wirkenden Saugwindstromes durchzuführen.

Diese Maschine (Fig. 26) besteht aus folgenden Haupttheilen: dem Saugwindventilator B, dem Separator mit Windregulirung C, der Entkeimungsabtheilung D, der Entkeimungs- und Enthülsungsabtheilung E und der Polirabtheilung F. Sämmtliche bewegliche Maschinentheile können von einer senkrechten Welle A betrieben werden. Die Malzentkeimungs- und Polirmaschine wird mit separatem Windflügel oder Ventilator an trieb gebaut.

Die Maschine ist auf einer Grundplatte G vermittelst hohler Säulen montirt. Diese Säulen bestehen jede aus einzelnen kleineren Säulen, welche bei jedem Stoss die Zwischenwände der verschiedenen Abtheilungen tragen und am Obertheil durch die durchgehende Längenschraube verbunden sind. Der Saugventilator B hat den Zweck, während des Arbeitens sowohl die Keime und Hülsen als auch Staubtheilchen sofort in die Staubkammer abzuführen. Der unter dem Ventilator liegende sogenannte Separator C besteht aus zwei in einander verschiebbaren Cylindern, von welchen der oberste mittels des Hebels c1 gehoben oder gesenkt werden kann. Die Anordnung hat den Zweck, den äusseren Windstrom zwischen dem perforirten Stahlmantel a und dem äusseren Staubmantel h reguliren zu können und zwar so, dass Keime und sonstige Abfälle getrennt und abgeführt werden können.

Ausser dieser Regulirung ist noch ein Schieber c2 auf dem Boden des Separators angebracht, mittels dessen man die in die unten liegenden weiteren Abtheilungen führenden Oeffnungen vergrössern oder verkleinern und damit die Staub- u.s.w. Abführung reguliren kann. In solcher Weise kann man gröbere Keime und Hülsen durch die oben beschriebene Regulirung des Windstromes von den feineren Abfällen und Staubtheilchen trennen.

Das zu entkeimende und zu regulirende Malz läuft durch den regulirbaren Einlauf b in die erste Entkeimungstrommel. Der Mantel a derselben wird durch perforirtes Blech mit Lochungen von etwa 1½ mm Weite gebildet. Immer rotirt ein Flügelsystem D1, das nach dem Centrum zu mit einem aus perforirtem Blech hergestellten Mantel D2 versehen ist. Die Schläger oder Flügel D3 haben verschiedene veränderbare Stellungen und sind durchbrochen. Dieselbe Construction hat die zweite Entkeimungs- (Enthülsungs-) Abtheilung, jedoch ist die Perforirung der Blechbespannung eine feinere. Beide Etagen stehen durch Oeffnungen i mit einander in Verbindung, die gegen einander versetzt sind und die Grosse des Einlaufes haben, mit Schieber versehen sind, um die Reibung des Malzes nach Belieben reguliren zu können.

Solche Oeffnungen verbinden auch die zweite Abtheilung mit der sogenannten Polirabtheilung F, deren innerer Mantel ebenfalls aus fein perforirtem Stahlblech hergestellt ist. In diesem rotirt die Polirtrommel, welche aus Sandstein oder aus einzelnen Porzellansegmentstückchen besteht, mit Zwischenräumen, die mit fein perforirtem Stahlblech geschlossen sind. Ferner sind an der Trommel noch Flügel m angeordnet, welche nicht die ganze Höhe der Trommel einnehmen und einmal unten, das andere |65| Mal oben stehen. Die Flügel können auch mit Aussparungen versehen sein.

Die Wirkungsweise der Maschine ist folgende: Der Einlauf regulirt die Zufuhr des Materials zu der ersten Entkeimungsabtheilung derart, dass der Zwischenraum zwischen der Trommel und dem Mantel a ganz gefüllt ist. Durch die grosse Geschwindigkeit der Trommel (etwa 350–400 Umdrehungen in der Minute) und durch die durchbrochenen Reib- und Treibflügel D2 findet ein gegenseitiges Pressen und Reiben der Körner unter sich und an dem Mantel statt, ohne Verletzung derselben. Die gröberen Keime und Abfälle werden dabei durch die Perforirung am äusseren Mantel ausgetrieben und entweder durch den Windstrom nach oben geführt oder fallen nach unten. Die feineren Theile werden durch die innere Bespannung vermittelst des Saugwindes abgeführt. Die Arbeitsweise in der zweiten Abtheilung, in welche die entkeimten Körner durch die Oeffnungen i gelangen, ist dieselbe wie oben beschrieben. Das Entfernen von losgetrennten Theilen, wie Hülsen, Staubtheilchen, geschieht ebenfalls durch den Saugwind. Was an Staub u.s.w. noch den Körnern anhaftet, scheidet die Polirabtheilung F aus. Die Porzellansegmente reiben die feineren Hülsen und Fasern ab, wobei diese feineren Abfälle durch die mit fein perforirtem Blech bespannten Zwischenräume sowohl, als auch durch den äusseren Mantel abgesaugt werden, so dass das Malz vollständig entkeimt und gereinigt durch den Auslauf die Maschine verlässt.

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