Titel: Aufziehvorrichtung für Krempelbeschlag.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1892, Band 283 (S. 199–200)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj283/ar283053

Aufziehvorrichtung für Krempelbeschlag.

Dronsfield Bros. Atlas Works, Oldham.

Mit Abbildungen.

Das Beschlagen der einzelnen Theile einer Krempel mit Kratzenband ist bekanntlich eine Arbeit von hervorragender Wichtigkeit, indem einerseits das Ergebniss einer Krempel in hohem Grade davon abhängt und andererseits auch die Kosten ziemlich hoch sind. Man hat deshalb schon seit längerer Zeit zur Herbeiführung einer möglichst grossen Genauigkeit und Regelmässigkeit im Beziehen mechanische Vorrichtungen verwendet, bezüglich deren Bau sich besonders die bekannte Firma Dronsfield Brothers in Oldham ausgezeichnet hat. Besonders dürfte deren Aufziehvorrichtung für Kratzenband einen grossen Absatz gefunden haben, welche Vorrichtung neuerdings wieder in mehrfacher Hinsicht vervollkommnet worden ist. Diese neue Bauart zeigen die umstehenden Figuren, von denen Fig. 2 den eigentlichen Aufziehapparat im grösseren Maasstabe zeigt.

Das Kratzenband wird zum Beziehen eines Cylinders wie bisher zunächst in einen Trog D geleitet, in dem es durch eine darüber liegende Platte eine erste Bremsung und Spannung dadurch erfährt, dass die Platte belastet |200| ist. Diese Belastung erfolgte bisher durch einen Gewichtshebel, während jetzt eine Presschraube D1 für zweckmässiger befunden worden ist. Das Kratzenband wandert dann um die bekannte, aus drei conaxialen konischen Theilen bestehende Trommel A und um die zugehörigen Führungen E herum, von welchen Theilen der letzte, den grössten Durchmesser zeigende Theil von A mit Leder überzogen ist.

Textabbildung Bd. 283, S. 200

Demzufolge wird das Kratzenband bei Annahme der Geschwindigkeit dieses letzten Theiles über die vorhergehenden Theile der konischen Trommel A weggezogen und erfährt demnach eine abermalige Spannungsvermehrung.

Diese letztere kann nun bei der neuen Bauart noch dadurch vermehrt werden, dass auf der Achse von A bei B eine Scheibe mit Bremsband aufgesetzt ist, das durch Anziehen einer Flügelschraube jederzeit angezogen werden kann.

Textabbildung Bd. 283, S. 200
Von der Trommel A läuft dann das Kratzenband über den sogen. Spannungsregulator C nach dem zu beziehenden Cylinder F. Dieser Spannungsregulator ist eine kleine nach Bedarf einzustellende Walze, die gegen Spiralfedern anliegt und deren Bewegungen auf einen auf einer Theilung spielenden Zeiger übertragen werden (Fig. 2). Diese Walze diente früher lediglich als Führungswalze. Durch die genannte Ausbildung zum Spannungsanzeiger ist jetzt für den Arbeiter ein Ueberwachungsorgan geschaffen, nach dem er gewünschtenfalls die Spannung bei D und B leicht einstellen kann.

Die ganze Aufziehvorrichtung ist wie früher auf einem auf dem Bett K gleitenden Schlitten H gelagert, der entweder vom Handhebel M oder von der Schraubenspindel L aus seitwärts bewegt wird. Diese letztere erhält ihren Antrieb mittels Kette vom Getriebe U aus, das wiederum vom Handhebel R aus in Drehung versetzt wird. Die Lagerung des auf der Cylinderachse sitzenden Triebrades ist neuerdings ebenfalls verbessert worden, indem die Befestigung nicht mehr mittels einfacher Stellschrauben erfolgt, sondern mit Hilfe einer Büchse, welche mit einer Platte auf eine abgeflachte Stelle der Achse aufgesetzt wird. Die Platte ist dabei federnd eingesetzt und wird erst durch Presschrauben festgelegt. Die Seitwärtsverschiebung des Schlittens wird mit Hilfe eines Wechselrades der Bandbreite entsprechend geregelt, derart, dass letzteres 32, 49 bezieh. 66 Zähne für Kratzenband von 23, 38 bezieh. 50 mm Breite erhält.

Soll der Cylinder vor dem Beziehen erst noch abgedreht werden, so wird an Stelle des Schlittens H der beigegebene Werkzeughalter X auf das Bett K aufgesetzt.

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