Titel: Darstellung von gereinigtem Chloroform.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1892, Band 283/Miszelle 2 (S. 140)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj283/mi283mi06_2

Darstellung von gereinigtem Chloroform.

Da bei Anwendung von Chloroform zu Narkosen öfter sich schädliche Nebenwirkungen zeigten, die man auf Verunreinigungen des Chloroforms zurückführte, so war man von jeher darauf bedacht, ein möglichst reines Präparat darzustellen. Neuerdings bringt nun Prof. R. Pictet, Berlin, ein chemisch reines Chloroform, das Chloroformium medicinale Pictet, in den Handel, das durch Ausfrieren aus dem gewöhnlichen Chloroform des Handels gewonnen wird. Pictet kühlt das gewöhnliche, bislang als rein angesehene Chloroform, in geeigneten Apparaten auf – 70 bis 80° ab; bei dieser Temperatur scheiden sich farblose Krystalle von reinem Chloroform aus, die von den eine schmierige Masse bildenden Verunreinigungen getrennt werden. Die Chloroformkrystalle lässt man wieder schmelzen. Das so erhaltene Präparat unterscheidet sich von dem mittels Schwefelsäure gereinigten hauptsächlich durch sein Verhalten gegen das Sonnenlicht. Während gewöhnliches Chloroform ohne Alkoholzusatz im Lichte sich sofort zersetzt, tritt die Zersetzung des Pictet'schen Chloroforms erst nach einiger Zeit ein. – Welcher Art diese Verunreinigungen sind, ist noch nicht aufgeklärt; Untersuchungen sind darüber im Gange. (Pharm. Centralhalle 1891 Bd. 82, S. 275, 340, 499, 517, 657).

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