Titel: Künstliche Färbung von weissem Marmor.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1892, Band 283/Miszelle 1 (S. 162)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj283/mi283mi07_1

Künstliche Färbung von weissem Marmor.

Man hat schon vielfach versucht, weissen Marmor dauernd zu färben. Dies ist in neuerer Zeit dadurch gelungen, dass man das zu färbende Marmorstück bebaut, jedoch nicht polirt, und die entsprechende Menge Farbe aufträgt. Letztere muss zum Auftragen so warm sein, dass sie schäumt. Da dieselbe auf dem Marmor fliesst, so werden die Contouren nicht scharf. Auf diese Weise entstehen Farbenabstufungen, welche dazu beitragen die Natürlichkeit zu erhöhen.

Als Farben kommen zur Verwendung: Lackmus für Blau. Gummigutt für Gelb; beide in alkoholischer Lösung. (Grün färbt man durch aufeinanderfolgendes Auftragen von Blau und Gelb.) Lotwurz, Cochenille. Drachenblut für Roth. – Weisser Vitriol, Ammoniaksalz und Grünspan in gleichen Mengen färben goldgelb. Sollen die Farben undurchsichtig sein, so kommt weisses Wachs mit in Verwendung.

Derartig künstlich gefärbter Marmor findet in Paris Anwendung zum Bekleiden von Wänden, zu Mosaikfussböden u.s.w. Bei der Herstellung der Mosaikböden darf kein Cement als Rindemittel gebraucht werden, da dieser dem Marmor die Farbe oft wieder entzieht; statt dessen nimmt man Gryps, der vorher mit einer gesättigten Alaunlösung vermengt und wieder gebrannt worden ist. (Nach der Neuen Tischlerzeitung durch Polytechnisches Notizblatt 1891, Bd. 46 S. 160.)

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