Titel: Reinigung des Dampfkesselspeisewassers.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1892, Band 283/Miszelle 6 (S. 163)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj283/mi283mi07_6

Reinigung des Dampfkesselspeisewassers.

Oberingenieur Betke berichtete in der in Danzig abgehaltenen Versammlung des internationalen Verbandes der Kesselüberwachungsvereine, dass ihm von Mitgliedern des Vereins mit rund 27600 Kesseln auf einen Fragebogen über: Erfahrungen in Bezug auf die neueren Speisewasser-Reinigungsverfahren Antworten eingegangen sind. Nach Abzug von 2000 Kesseln, welche mit Condensationswasser gespeist werden, verbleiben noch 25600 zu berücksichtigende.

Die Entfettung des Condensationswassers wird in vielen Fällen durch Holzwolle-, Hobel- und Sägespänefilter, durch Absetzenlassen in offenen Gelassen, durch chemische Mittel (calcinirte Soda) und durch Verwendung geeigneter Apparate zu erreichen gesucht.

1400 oder 5½ Proc. der in Frage stehenden Kessel werden vor dem Speisen mit chemisch gereinigtem Wasser versorgt; bei 150 oder 0,6 Proc. der Kessel wird ein Weichmachen des Wassers im Kessel erzielt; bei 3800 oder 15 Proc. der Kessel endlich wird ein Weichmachen durch alleinige Anwendung geeigneter Chemikalien (Kalk, Soda) angestrebt. Die Verwendung sogen. Universal-Kesselstein-Gegenmittel wird glücklicherweise immer seltener. Zur Benutzung gelangten alle möglichen sauren, alkalischen und neutralen Wässer.

Während Brunnenwasser oft bis 35°1) hart ist, ist z.B. das Bach- und Quellwasser des Spessart fast chemisch rein. Den Eigenschaften des Speisewassers entsprechend, ist auch die Zeitfolge der Kesselreinigung sehr verschieden und wechselt zwischen 14 Tagen und 2 Jahren. Der Berichterstatter zieht das einfache „Leerlaufenlassen“ dem „Ausblasen unter Druck“ vor, weil gewisse Kesselsteine und Schlamm beim Ausblasen an den heissen Kesselwandungen sofort zu einem sehr fest sitzenden und nicht unter dem Pickhammer abspringenden Niederschlage erhärten, während sie beim kalten Kessel und einfachen Leerlaufenlassen schlammig bleiben und leichter entfernt werden können. Harter Kesselstein springt dagegen von der heissen Kesselwandung leichter ab als vom erkalteten Kessel.

Die Verdampfungsfähigkeit der Kessel schwankt zwischen 8 und 30 k Wasser in der Stunde. (Stahl und Eisen.)

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Es sind hier Wasserhärtegrade gemeint, von denen je einer = 1 cg CaO im Liter Wasser bedeutet.

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