Titel: Ventilationsanlage auf der Steinkohlenzeche Prosper I bei Berge-Borbek.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1892, Band 283/Miszelle 2 (S. 187)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj283/mi283mi08_2

Ventilationsanlage auf der Steinkohlenzeche Prosper I bei Berge-Borbek.

Auf der Steinkohlenzeche Prosper I wurde nach einer Mittheilung der Zeitschrift für das Berg-, Hütten- und Salinenwesen, Bd. 38, in der neuesten Zeit behufs Verstärkung der Ventilation neben einem 12 m-Guibal ein neuer Ventilator nach Patent Capell aufgestellt und durch Ingenieur Herbst auf seine Leistungsfähigkeit untersucht. Der von der Maschinenfabrik R. W. Dinnendahl gelieferte Capell-Ventilator hat ein Flügelrad von 3,75 m äusserem Durchmesser und 2 m Breite; die beiderseits angeordneten Saugöffnungen haben je 2,1 m Durchmesser. Zum Betriebe dient eine Zwillingsmaschine mit Ridersteuerung von 520 mm Kolbendurchmesser und 800 mm Hub. Die Füllung wird während des Betriebes bei jedem Cylinder selbsthätig von je einem Regulator eingestellt. Der Antrieb des Flügelrades erfolgt bei einem Umsetzungsverhältnisse von 1 : 4 durch einen 650 mm breiten Kameelharriemen. Bei 72 minutlichen Umdrehungen der Maschinenwelle, also bei 288 Umdrehungen des Flügelrades, wurde eine Depression von 186 mm W-S beobachtet. Die mittlere Geschwindigkeit der Luft im Wetterkanale wurde mittels zweier Flügelradanemometer mit 546 m in der Minute bestimmt. Bei einem Querschnitte von 5,474 qm des Wetterkanales an der Messtelle beträgt sonach die minutlich angesaugte Wettermenge 2989 cbm. Unter Berücksichtigung der lebendigen Kraft der zuströmenden Luft berechnet sich die Nutzleistung des Ventilators mit 119,29 . Die indicirte Arbeit der Maschine wurde 229,2 gefunden, wonach sich der Wirkungsgrad mit 0,52 ergibt. Nach den gleichzeitig durchgeführten Wettermessungen in einem Ueberhauen der 234 m-Sohle wurden wegen Undichtigkeit des Wetterscheiders nur 76,3 Proc. der von dem Ventilator gelieferten Leistung für die Grube nutzbar gemacht. Mit demselben Ventilator wurden noch weitere Versuche bei 80 und 87,5 Umdrehungen der Maschinenwelle vorgenommen, wobei eine Depression von 223 und 269 mm W-S beobachtet wurden. Wettermessungen im Wetterkanale konnten hierbei wegen des starken Luftzuges nicht ausgeführt werden. Zur Schmierung der Ventilatorlager wird fein zerbröckeltes rohes Nierenfett verwendet, auf das beständig ein dünner Wasserstrahl geleitet wird. Die gewöhnliche Schmierung mit Oel oder Talg war unzureichend. In Anbetracht der grossen Leistung dieses Ventilators ist der gefundene Wirkungsgrad von 52 Proc. durchaus nicht als sehr gross anzusehen und dürfte unter gleichen Verhältnissen auch durch andere Ventilatoren wohl zu erreichen sein. (Nach der Oesterreichischen Zeitschrift, 1891 S. 199.)

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