Titel: Neuerungen in der Aufbereitung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1892, Band 284 (S. 276–282)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj284/ar284071

Neuerungen in der Aufbereitung.

Mit Abbildungen.

Schüchtermann und Kremer in Dortmund schlagen Wiegenrätter mit um ihre Längsachse schwingenden mulden förmigen Sieben vor. Dieselben dienen zum Klassiren von Kohlen, Erzen und anderen körnigen Stoffen und sind im Wesentlichen dadurch gekennzeichnet, dass den einzelnen mit seitlicher Austragrinne versehenen Sieben und den mit diesen Sieben fest verbundenen Blechböden eine muldenartige Form gegeben ist, während die Siebe selbst, welche hinter einander mittels Zugstangen an einfachen oder doppelarmigen schwingenden Hebeln aufgehängt sind, um ihre Längsachsen senkrechte Schwingungen machen.

In den Fig. 1 und 2 ist die Vorrichtung dargestellt. Die Blechkörper A, sogen. Wiegen, enthalten je ein gebogenes Sieb a (Abschnitt eines Cylindermantels).

Die Wiegen sind durch Zugstangen b an den Hebelarmen c einer gemeinschaftlichen wagerechten Welle d |277| aufgehängt, die durch einen weiteren Hebelarm und eine mittels Lenkerstange damit verbundenen Kurbel f in schwingende (Balancir-) Bewegung versetzt werden kann.

Wird nun die Kurbelwelle g durch eine Riemenscheibe oder auf andere Weise angetrieben, so schwingen die Wiegen, deren Aufhängepunkte so angeordnet sind, dass sich sowohl das Sieb wie der ganze Körper jeder einzelnen Wiege um eine im tiefsten Theile des Siebes liegende geneigte Linie dreht.

Textabbildung Bd. 284, S. 277
Führt man nun während der Bewegung der hinter einander hängenden Wiegen vom oberen Ende derselben durch irgend eine Aufgabevorrichtung Siebgut zu, so wird dieses mit den Sieben abwechselnd rechts und links gehoben und rutscht dabei jedesmal von dem steiler geneigten Theil des Siebes auf die andere, mehr wagerecht Hegende Seite zurück, wobei eine sehr vollkommene Siebung eintreten muss.

Textabbildung Bd. 284, S. 277
Das Siebfeine fällt dabei in den unter dem Sieb liegenden sichelförmigen Raum h, welcher durch einen dichten Blechboden l gebildet wird. In Folge der Längsneigung der Wiegen bewegt sich das Siebgut aber auch bei jedem Hub vorwärts, bis es an das untere Ende der Wiege gelangt. Hier wird das Siebgrobe durch eine seitliche Oeffnung i ausgetragen, während das Siebfeine durch eine Ueberführungsrinne k in die nächste, mit einem feineren Sieb versehene Wiege geleitet wird. Man scheidet auf diese Weise in jeder Wiege den gröbsten Theil des Siebgutes aus und kann durch Vermehrung der Wiegen eine beliebig grosse Anzahl von Kornsorten herstellen.

Die Siebe werden in den Wiegen derart befestigt, dass sie jederzeit mit Leichtigkeit herausgenommen und durch andere ersetzt werden können. Zu den gröberen Sieben können ohne weiteres gelochte Bleche verwendet werden, feinere Siebe müssen einen entsprechend geformten Rahmen erhalten (vgl. D. R. P. Nr. 60254 vom 4. Februar 1891).

Der Aufbereitungsrost der Maschinenbau-Actiengesellschaft vorm. Breitfeld, Danek und Co. in Prag-Karolinenthal (D. R. P. Nr. 56929 vom 12. October 1890) dient vorzugsweise zum Trennen von Kohlen in zwei oder mehrere Korngrössen.

Fig. 3 zeigt den Rost im Grundriss.

Textabbildung Bd. 284, S. 277
Auf einer gemeinschaftlichen Lagerplatte sind die Wellen A und B fest gelagert. Erstere als Hauptwelle treibt die Kurbeln oder Excenter C und sind an diesen die U-Eisen D fest verbunden. Zwischen den U-Eisen D sind die auswechselbare Rahmen bildenden, mit Einschnitten für die Längsstäbe J versehenen Querstäbe E befestigt. Die Welle B wird von der Welle A in entgegengesetzter Richtung durch das Zahnradgetriebe F bewegt und trägt das Excenter G, das mit dem Scharnier H an den ebenfalls aus auswechselbaren Rahmen bestehenden Längsstäben J angreift und denselben eine den Querstäben E entgegengesetzte Bewegung ertheilt. Die Rahmen der Längsstäbe J werden an den Achsen K befestigt; diese bewegen sich in Schlitzen der U-Eisen D, in welchen verdeckt aussen die Rollen M auf flachen Gleitstücken hin und her gleiten. Die Wirkungsweise der Vorrichtung besteht also darin, dass die beweglichen Längs- und Querstäbe, mit einander rechteckige Lochung bildend, dem Stoffe eine ausgenutzte, durch grosse Beweglichkeit sich kennzeichnende Siebfläche darbieten; der Stoff wird fortwährend aufgelockert, derart, dass die kleinen Stücke eine wirksame, rasche Absonderung, die grossen, nicht durchfallenden Stücke aber eine schonende Fortbewegung erfahren.

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Unter Nr. 59637 ist zu dem oben beschriebenen Patent ein Zusatzpatent, gültig vom 10. März 1891, im Deutschen Reich erworben worden.

Die ursprüngliche Einrichtung ist nunmehr derart abgeändert worden, dass auf der ganzen Länge des Rostes die grossen Stücke des zu trennenden Gutes wagerecht oder auch ansteigend nur durch die Querstäbe, welche senkrechte, ellipsenähnliche Curven beschreiben, gleichmässig sortirt und fortbewegt werden, während die Längsstäbe fest angeordnet sind.

Fig. 4 veranschaulicht den Mechanismus zur Bewegung der Querstäbe in einer Skizze, Fig. 5 und 6 zeigen den Rost in einem Ausführungsbeispiel.

Auf der Hauptantriebswelle A befindet sich das Excenter B, dessen Punkt C an den Rahmen der Querstäbe D angreift. Das Excenter ist im Punkt E mittels Hängeschwingen F, welche in G gelagert sind, aufgehängt.

Durch diese zwangsweise Führung des Excenters beschreibt der Punkt C ellipsenähnliche flache Curven, deren Länge gleich ist dem Hube des Excenters oder der Kurbel, während die Höhe der Curve sich beliebig bestimmen lässt durch die Construction der Punkte ACE und G.

Werden die Punkte GE und C in G1E1 und C1 wiederholt und verbindet man die Punkte C und C1 sowie die Punkte E und E1 mit einander, so erhält man das Parallelogramm CC1EE1 dessen obere Linie CC1 die Oberkante der Querstäbe D darstellend, in allen Punkten die genaue senkrechte Curve des Punktes C gleichmässig beschreibt.

Die festliegenden Längsstäbe L sind dabei so angeordnet, dass deren Oberkante die Höhe der senkrechten flachen Curven z.B. halbirt.

Die grossen Stücke des zu separirenden Gutes werden mithin beim Hingang der Querstäbe (in der Richtung des Pfeiles) über die Oberkante der Längsstäbe hinweg in fast ganzer Länge der Curve transportirt, während beim Zurückgang die Querstäbe untertauchen, die grossen Stücke auf den Längsstäben ruhen lassen und somit kein Transportiren derselben stattfindet.

Textabbildung Bd. 284, S. 278
Bei einer halben Umdrehung der Welle A wird also das Material durch die Querstäbe transportirt, bei der nächsten halben Umdrehung aber auf den Längsstäben aufliegen u.s.f., was eine stete Auflockerung des Materials zur Folge hat.

In dem Ausführungsbeispiel, Fig. 5 Längenschnitt, Fig. 6 Querschnitt, sind die gleichen Buchstaben der Schemaskizze Fig. 4 eingetragen und bezeichnet:

A die Hauptantriebswelle, B das Excenter, D die Querstäbe, C und C1 die Verbindungswellen des Querstabrahmens D1, woran das Excenter B angreift. E und E1 sind Verbindungswellen zu den Hängeschwingen F und F1, welche in den Böckchen G und G1 gelagert sind. H sind Zug- bezieh. Druckstangen, J Stützschwingen, N Traversen zu den Längsstäben L. Auf dem geschlossenen Rahmen K sind gelagert: die Hauptwelle A, die Böckchen G und G1 und die Längsstäbe L bezieh. deren Traversen N; M ist Riemenscheibe und gleichzeitig Schwungrad.

Die Sortirmaschine von Harsdorff in Danzig (D. R. P. Nr. 59060 vom 30. September 1890) besteht aus mehreren in einander liegenden und verschieden langen Siebcylindern, welche ausser einer Drehbewegung um ihre Achse noch eine senkrecht zur Drehachse gerichtete Stossbewegung erhalten, indem sie angehoben werden und frei herabfallen. Die Maschengrösse nimmt hierbei von dem inneren nach dem äusseren Cylinder zu ab.

Textabbildung Bd. 284, S. 278
Das zu sortirende Material wird mittels des Einschütttrichters E (Fig. 7) aufgegeben und fällt durch den Schnabel e in das weitgelochte Rundsieb C1.

Textabbildung Bd. 284, S. 278
Der zu grobe Theil des Materials läuft nun in Folge der Konicität der Rundsiebe nach der ersten Ausschüttung bei G1 am Ende des langen Siebes C1, während das übrige Material sofort in die zweite Siebabtheilung C2 fällt. Dann wird der gröbere Theil des Materials zur zweiten Ausschüttung gelangen, während der übrige Theil durch das zweite Sieb fällt u.s.w. Bei jeder Ausschüttung G1 u.s.w. kann ein Gefäss oder Karren zum Auffangen des in den verschiedenen Körpern gesiebten Materials benutzt werden. Zum Sortiren von Stoffen nach Grösse und Dichte fuhrt Brown in Curzon Park (Chester, England) dieselben in einem dünnen Strome der Umfläche einer umlaufenden |279| Trommel oder einer Walze zu, von welcher sie fortgeschleudert werden, wobei sie sich nach ihrer verschiedenen Grösse oder Schwere an verschiedenen Stellen ablagern.

Fig. 8 zeigt die Vorrichtung im Schnitt, bei welcher die Sortirung unter Zuhilfenahme eines Luftstromes erfolgt.

Die zerkleinerten Stoffe gelangen zunächst in einen mit Einstellschieber f versehenen Speisetrichter J und sodann in regelbarer Menge und in feinem Strome, welcher durch Schutzblech g hervorgerufen wird, zu der Walze R, welche auf wagerechter Welle r sich dreht.

Die mit gleicher Anfangsgeschwindigkeit geschleuderten Theilchen p1 bis p3 setzen je nach ihrer Schwere dem Luftstrome mehr oder minder Widerstand entgegen und fallen demgemäss in entsprechende Aufnahmebehälter r1 bis r3 (vgl. D. R. P. Nr. 60179 vom 26. März 1891).

Die Sortirmaschine von Th. Clarkson in Battersea (England) ist in den Fig. 9 und 10 zur Anschauung gebracht (vgl. D. R. P. Nr. 60188 vom 9. Juni 1891).

Eine Anzahl Rahmen A1 bis A6, welche Siebe verschiedener, von oben nach unten in der Feinheit zunehmender Maschenweite tragen, sind in dem Gestell B über einander angeordnet. Das gröbste Sieb liegt oben bei A1, das feinste im letzten oder untersten Rahmen A6. Die Verbindung der Siebrahmen mit dem Gestell B wird mittels quer durchgehender Stangen aa erreicht, die, durch Schlitze bb bei den Rahmenwangen hindurch tretend, diesen eine Führung für seitliche Bewegung darbieten, so dass die Rahmen unter Vermittelung von auf einer senkrechten Welle S vereinigten kleinen Excentern cc hin und her geschoben bezieh. stetig geschüttelt werden können. Die Welle S läuft in Lagern ss, sowie in dem Spurlager S1 und erhält ihren Antrieb bei der Scheibe P von einer geeigneten Kraftquelle aus. Die Excenter greifen mittels aushängbarer Haken c1c1 an aus Gummi bestehenden Einpasstücken an. Hierdurch wird eine geräuschlos wirkende und langsame Verbindung geschaffen. Anderenfalls kann auch eine mit Schlagwirkung arbeitende Schüttelvorrichtung mit abwechselnd gespannten und ausgelösten Federn angewendet werden, wie eine solche im Bedarfsfalle leicht eingerichtet werden kann.

Textabbildung Bd. 284, S. 279
Auf der einen Stirnseite des Gestelles werden die Austrittsöffnungen D im Anschluss an die einzelnen Siebe angebracht, und zwar in der Weise, dass jede mit einem geneigten Trichter d versehen ist, der nach einem besonderen senkrechten Kanal führt. Die Kanäle sind zweckmässig in gemeinsamen Gehäusen zu beiden Seiten der Maschine eingebaut und leiten mit herausgeführten Enden zu den gesonderten Sammelbehältern, die aus untergestellten Kästen bestehen mögen.

Zwischen jedem Paar der Siebe ist ein auswechselbares Fangblech E, wie aus Fig. 10 ersichtlich, eingesetzt, welches mit Anschluss- oder Laufflächen an das Gestell bei der Austrittsseite herangeführt ist, während bei dem hinteren Ende eine Uebertrittsöffnung O gelassen ist. Der flache Endtheil jedes Fangbleches kann mit Löchern versehen und eventuell nach unten etwas abgebogen sein, um das Herabfallen des Materials auf das nächst tiefere Sieb zu erleichtern.

Textabbildung Bd. 284, S. 279
Ueber dem Fangblech befindet sich ein Paar endloser Riemen oder Ketten F, welche in Pfeilrichtung Fig. 10 rotiren und dabei Bürsten bewegen, die beiderseits in Führungen f0 des Hauptgestelles gehalten sind. Sie haben den Zweck, die Unterflächen der Siebe und die Oberfläche der Fangbleche abzuräumen und rein zu halten. Die Kettenräder f1f1 vermitteln den Antrieb der Ketten F und stehen selbst in Antriebsverbindung durch nach aussen durchtretende Wellen mit Doppeltreibscheiben, die mittels der Riemen f2f2 (Fig. 9) zu gleich schneller Drehung gekuppelt und mit dem Haupttrieb f3 oder einem anderen Motor verbunden sind.

Die Endräume am Hauptgestell zwischen den Sieben werden durch luftdicht schliessende Thüren ee mit Dichtungsflächen aus Gummi e1e1 ausgesetzt. H ist der Einfülltrichter mit Einstellschieber. Derselbe ist in dem Rahmen des obersten Siebes A1 angebracht.

Um die fortschreitende Bewegung des Materials die Siebe entlang und nach den Austrittsöffnungen D hin regeln zu können, hat man die Siebe an Gelenkarme L, die zu je zweien auf jeder Seite des Gestelles angeordnet sind, aufgehängt.

Die Aufhängepunkte lassen sich, insofern für dieselben bogenförmige Schlitze R in am Gestell B befestigten Platten r vorgesehen sind, einstellen, indem man die gehörige Befestigung mittels der Schraubenmutter l bewirkt; die unteren Enden der Gelenkarme LL schliessen an die Stangen aa der beweglichen Siebrahmen.

In Verbindung mit der beschriebenen Maschine kann ein Exhaustorventilator angewendet werden, der durch die Ausschüttleitung X unterhalb des letzten Siebes A6 wirksam ist. Diese Einrichtung würde dazu dienen, den Niedergang der Materialtheilchen zu erleichtern; vermöge des luftdichten Verschlusses bei den Thüren ee und mittels geeigneter Vorrichtungen bei den Austrittsöffnungen ist der Luftzutritt auf die obere Mündung zu beschränken. Bei den Austrittsöffnungen schaltet man zu diesem Zwecke in die Trichter d unter schwacher Feder Wirkung stehende Ventilklappen derart ein, dass dieselben zwar normal geschlossen bleiben, aber nach Ansammlung einer grösseren Materialmenge durch deren Gewicht geöffnet werden. In |280| anderer Weise kann man denselben Zweck für die Praxis genügend erreichen, wenn die Trichterkanäle d nur gerade weit genug gemacht werden, das Material fortlaufend durchtreten zu lassen.

Glaser's Verbundstossherd (D. p. J., 1890 278 258) hat verschiedene kleine Abänderungen erfahren, welche in den Patentschriften Nr. 56766, 58838 und 58839 beschrieben sind.

Um Sand von durchweg gleicher Korngrösse zu erhalten, wendet H. Mesch in Berlin nach dem D. R. P. Nr. 53859 vom 8. November 1889 den in Fig. 11 veranschaulichten Apparat an.

In dem Gestell A ist der Behälter B mit darin befindlicher Schnecke schräg gelagert. Der zu reinigende Sand wird bei a eingeschüttet und bewegt sich unter dem Einfluss der Schnecke C dem aus dem Rohr b austretenden Wasserstrom entgegen. Es werden auf diese Weise die specifisch leichteren Bestandtheile des Sandes, welche vorzugsweise organischen Ursprungs sind, fortgeführt und durch die Oeffnung c mit dem ausfliessenden Wasser entfernt. Gleichzeitig werden auch die thonigen Substanzen, welche ihres feinen Kornes wegen sich nicht absetzen, sondern im Spülwasser suspendirt bleiben, abgesondert, so dass schliesslich ein vollkommen reiner Sand von fast durchweg gleicher Korngrösse übrig bleibt.

Für das Gelingen der vollkommenen Reinigung soll die ringförmige Gestalt der Schnecke eine unerlässliche Bedingung sein.

Behufs Vertheilung, Klassirung und Ausscheidung von in Flüssigkeiten enthaltenen Stoffen (Sand, Schlamm) führt Neuerburg in Köln a. Rh. (D. R. P. Nr. 57876 vom 26. September 1890) die Trübe zunächst durch Trichterapparate, welche zur Vertheilung Theilflügel, zur Klassifikation doppelwandige Einhängetrichter stuvwx und zum Ausscheiden eingehängte cylindrische Mäntel 3 und 4 (Fig. 12) enthalten.

Die punktirten Linien in der Zeichnung zeigen den Weg, welchen die Ströme nehmen, genau an.

Textabbildung Bd. 284, S. 280
Das mittlere Einfallrohr A bringt die Trübe bis tief unter den Flüssigkeitsspiegel im Trichter vwx hinab. Während sie nun nach oben steigt, fällt ein entsprechender Theil des schweren Inhalts in die Trichterspitze nieder und wird durch die Austragröhre y nach aussen in die Auffangtrichter geführt.

Der aufsteigende leichtere Theil tritt oben über den Rand des Trichters wx in den zwischen den beiden Trichtermänteln gebildeten Spalt, sinkt darin nach unten und lässt hier einen entsprechenden Theil seines Inhalts fallen, welcher durch die Röhre z nach aussen geführt wird.

Textabbildung Bd. 284, S. 280
Der Rest steigt aber über den Rand des zweiten Trichters tu und sinkt zwischen den Mänteln nach unten, wo er dann wieder das schwerere Mehl fallen lässt, welches durch die Röhren zz nach aussen tritt, während mit dem aufsteigenden Strom der leichte Theil wieder nach oben gelangt und über den Rand des Aussentrichters qr übertritt und durch die Rinne 8 und 9 abgeführt wird.

In den Auffangtrichtern BC führt wiederum das unter den Aufgeberinnen 1, 2 und 3 bis tief in den Apparat reichende Eintrittsrohr den Strom innerhalb der ersten und engsten cylindrischen Röhre 3 in die Tiefe. Hier fällt schon ein Theil des auszuscheidenden Stoffes aus, ein anderer wird mit der Flüssigkeit nach oben geführt, aber durch die zweite weitere cylindrische Röhre 4, deren Rand hoch über den Wasserspiegel hervorragt, am sofortigen Auslauf in die Abflussrinne gehindert, vielmehr gezwungen, nochmals einzutauchen bis unter den eingetauchten Rand dieser Röhren 4, um dann erst wieder aufzusteigen und über den Rand 5, 6 des Trichters in die Ausflussrinne zu gelangen.

Die Flüssigkeit ist nun geklärt, der Stoff, welcher darin enthalten war, ist niedergeschlagen und wird durch die in der Trichterspitze befindliche Abzugsröhre 7 entfernt.

C. F. Staver in Hurley (Grafschaft Ashland, Staat Wisconsin, Nordamerika) hat für eine Setzmaschine das D. R. P. Nr. 57877 vom 2. October 1890 erworben. In Fig. 13 ist dieselbe veranschaulicht.

In die Schale K wird pulverisirtes Metallerz (beispielsweise Bleiglanz) gebracht; sodann wird Wasser in die Schale gefüllt und diese durch die Scheibe R in schnelle Drehung versetzt. Das Wasser mit der leichteren Gangart wird durch die Centrifugalkraft über den oberen Rand der Schale E hinaus in die Rinne F geschleudert, aus |281| welcher alsdann die Verunreinigungen durch die Oeffnung F1 abfliessen.

Wenn auf diese Weise die fremden Beimischungen von dem Erze getrennt sind, so kann die Schale E stillgestellt und das gewaschene Erz durch die hohle Welle D nach Oeffnen des Glockenventils H nach dem Behälter b abgeführt werden.

Ein Pochwerk mit selbsthätiger Regulirung des Pochgutes (Fig. 14 bis 19) ist von A. Veska in Milleson (Böhmen) vorgeschlagen worden (D. R. P. Nr. 58362 vom 2. December 1890).

Jeder Pochstempel a arbeitet in eigener Pochlade, welche dadurch gebildet wird, dass ein blecherner Cylinder c den Amboss d umgibt und ihn an der Höhe theils überragt; einzelne Cylinder sind wieder durch blecherne, die Cylinder überhöhende Querwände getrennt, welche mit den an die Cylinder anschliessenden Längswänden die einzelnen Pochladen bilden.

In der Pochlade sind geneigte Siebe s angebracht. Ueberflüssiges Wasser entweicht durch Rohr r, während die Pochtrübe durch Rohr r1 (Fig. 14) abfliesst.

Textabbildung Bd. 284, S. 281
Textabbildung Bd. 284, S. 281
Das continuirliche Eintragen des Pochgutes unter die Pochstempel bewirken die auf der Welle y aufgekeilten Daumen y1 (Fig. 14 und 19), welche bei ihrer Umdrehung die Eintragsrinnen K langsam ausschieben und nach erfolgtem Ausschub mittels einer Feder f (Fig. 14) gegen den durch eine bewegliche Stange u gebildeten Prellstock o (Fig. 19) geschnellt werden. Hiermit stösst der Anschlag f2 (Fig. 16) der an der Unterseite der Eintragsrinne angenieteten Führungsstange t an den unteren Theil der Oese o der Stange u, in Folge dessen ein Theil des Pochgutes von der Eintragungsrinne die Pochlade herabrutscht.

Die Menge des continuirlich eingetragenen Pochgutes bezieh. die Länge des Ausschubes wird geregelt, indem die Welle y von der Welle x (Fig. 14) mittels Stellschrauben weiter oder näher verstellt werden kann.

Um die beabsichtigte Schichtenhöhe unter dem Pochstempel durch beschriebenes continuirliches Eintragen nicht zu überhöhen, wird der Ausschub der Eintragsrinne so gewählt, dass zeitweise ein Nachrutschen grösserer Menge des Pochgutes erforderlich wird. Dieses findet statt, sobald der Hebling m (Fig. 17) auf einen an der Regulirungsstange u eingeschobenen Ausschlagswinkel i ausschlägt, diesen sowie auch die Stange u und die Oese o um die Höhe des Ausschlages t2 niederdrückt, folglich der Ausschlag t1 sammt der Stange t durch die Oese durchschlüpft und erst mittels Nase t1 an dem Daumen y1 angehalten wird.

Beim nächsten Anheben des Pochstempels und nächsten Ausschub der betreffenden Eintragsrinne hebt die Spannfeder h (Fig. 18) die Regulirungsstange u bezieh. die Oese o in ihre ursprüngliche Lage und bildet hiermit wieder der untere. Theil der Oese o den erforderlichen Prellklotz für weiteres continuirliches Eintragen.

Textabbildung Bd. 284, S. 281
Die Eintragsrinnen können auch zweckmässig aufgehängt werden und bedürfen dann keine Feder f.

Um das richtige Functioniren des Eintragsmechanismus zu erzielen, ist eine sichere Befestigungsweise der Heblinge m auf den Pochspindeln nachstehend durchgeführt.

Die Pochspindel ist an betreffender Stelle am Umfange mit eingedrehten halbrunden Nuthen versehen; in eine dieser Nuthen wird ein aus zwei Hälften bestehender Wulstring p eingelegt. Der Hebling besteht dann aus zwei Ringen n und m, welche den Wulstring umfassen und, mittels Schrauben q angezogen, sich an die Pochspindel festklemmen.

Textabbildung Bd. 284, S. 281
Um auch in Folge der entstehenden Abnutzung des Pocheisens beim Pochen die gleichmässige Schichthöhe unter dem Pochstempel zu erhalten, werden die Anschlagswinkel i durch andere, welche nach und nach kürzere Armenlängen haben, so lange ausgewechselt, bis die Differenz der ursprünglichen und letzten Winkelarme gleich wird der Entfernung zweier benachbarten auf der Pochspindel, und die Einschiebung der neuen Anschlagswinkel erfolgt.

Zur Scheidung der Unreinigkeiten oder des tauben Gesteins von Eisen oder eisenhaltigem Erz wenden Ball und Norton einen Apparat (D. R. P. Nr. 57684 vom 10. Juni 1890) an, welcher im Wesentlichen aus einer schnell umlaufenden |282| Trommel (283 * 228) mit auf deren Innenfläche wirkenden Magneten und aus einem Trichter unterhalb der Trommel zur Abführung des tauben Gesteins u.s.w. besteht. Eigenartig ist nur, dass ein regelbarer Luftstrom das taube Gestein u.s.w. im Niederfallen kreuzt.

Die Aufbereitungsvorrichtung von E. Wiman in Chicago (D. R. P. Nr. 60172 vom 16. December 1890) ist dadurch gekennzeichnet, dass das Gut mittels endloser Bahn um eine magnetische Trommel geleitet wird, um hier die nicht magnetischen Theilchen abzuwerfen, während die magnetischen Theilchen festgehalten und erst ausserhalb des Magnetfeldes der Schwerkraft überlassen werden. Diese Trommel setzt sich aus einer Reihe von Elektromagneten mit gemeinsamem Kern bezieh. aus einer Reihe von Magneten derart zusammen, dass parallel zur Trommelachse verlängerte Polstücke den so abwechselnd aus positiven und negativen Längsstücken zusammengesetzten Trommelumfang bilden. Eine Variante besteht darin, den Trommelumfang nicht parallel, sondern quer zur Achse aus abwechselnd positiven und negativen (Ring-) Stücken zusammen zu setzen.

Das dynamomagnetische Rad von Erminio Ferraris in Ronco Ligure, Italien (D. R. P. Nr. 61056 vom 21. Januar 1891) dient gleichfalls zur Trennung von magnetischen und nicht magnetischen Erztheilchen. Dasselbe ist durch die Zellenform der Armatur des Radkranzes sowie durch die radiale Stellung der Elektromagnete gekennzeichnet. Gleichzeitig ist ein Collector vorhanden, welcher gestattet, Nord und Süd des Radkranzes stets in denselben diametralen Zonen zu erhalten und zwei mit den Polen auf 90° gestellte neutrale Zonen zu bilden.

W. K.

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