Titel: Die selbstkassirende Telephonvorrichtung der Actiengesellschaft für automatischen Verkauf in Hamburg in Berlin.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1892, Band 284/Miszelle 2 (S. 119)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj284/mi284mi05_2

Die selbstkassirende Telephonvorrichtung der Actiengesellschaft für automatischen Verkauf in Hamburg in Berlin.

Unter * D. R. P. Kl. 21 Nr. 54745 ist vom 22. März 1890 für die Actiengesellschaft für automatischen Verkauf in Hamburg in Berlin eine Vorrichtung patentirt worden, welche selbsthätig die Gebühr für ein telephonisches Gespräch einkassiren soll, in ihrer Einrichtung aber wesentlich von jener von Mix und Genest (vgl. 1892 284 * 37) abweicht. Der in einer öffentlichen Telephonstelle das Gespräch Wünschende hat nämlich die vorgeschriebene Münze in ein Loch einzustecken; dieselbe gelangt zunächst in eine Rinne und wird in dieser zwar zunächst festgehalten, schliesst aber den Stromweg für den Rufstrom, so dass dieser nun beim Niederdrücken der Ruftaste nach dem Amte entsendet wird. Die Rinne ist fest mit einem Stahlmagnete, z.B. von Hufeisenform, verbunden und mit diesem um eine Achse drehbar; in ihrer Mittelstellung preist ein Zahn an einem drehbar an ihr angebrachten Hebel gegen die eingeworfene Münze und hält sie in der Rinne fest; dreht sich die Rinne nach links oder nach rechts, so berührt der Hebel einen im Gehäuse befestigten Stift, der Zahn lässt die Münze frei und letztere fällt im ersteren Falle in eine offene Schale, im letzteren in die Geldkasse.

Hat der Beamte den Ruf gehört und telephonisch erfahren, welche Leitung gewünscht wird, so sieht er nach, ob die Linie frei ist; ist dies nicht der Fall, so sagt er „Besetzt, bitte hängen Sie das Telephon wieder auf“ und sendet mit Hilfe eines Stromwenders und der Läutetaste einen Strom durch zwei Elektromagnete, welcher den Magnet nebst Rinne nach links dreht, so dass der Rufende seine Münze wieder herausnehmen kann. Ist dagegen die gewünschte Linie frei, so schaltet er sie an die von der selbsthätigen Kasse kommende Leitung und sagt: „Bitte, rufen!“ Nach Verlauf der festgesetzten Zeit sagt er: „Ihre Zeit ist um; bitte, hängen Sie das Telephon auf!“ und sendet jetzt einen Strom durch die Elektromagnete, welcher den Magnet nach rechts dreht und die Münze einkassirt. War das Gespräch schon vorher beendet, so hängen die Sprechenden die Telephone an und der gerufene Theilnehmer läutet im Amte ab; letzteres geschieht aber mit einem Strome von solcher Richtung, dass die Elektromagnete den Magnet mit der Rinne ebenfalls nach rechts drehen. An der selbsthätigen Kasse wird der ankommende Rufstrom nicht unmittelbar durch den Wecker mit Selbstunterbrechung geführt, weil dabei das Schwingen des Magnetes das richtige Arbeiten der Rinne beeinträchtigen könnte; vielmehr schliesst der ausschlagende Magnet sowohl links wie rechts einen Localstrom durch den Wecker.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: