Titel: Kieselguhrfilter.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1892, Band 284/Miszelle 4 (S. 119–120)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj284/mi284mi05_4

Kieselguhrfilter.

Als Ersatz für gewöhnliche Filter, welche bekanntlich keimfreies Wasser nur in geringen Mengen zu liefern im Stande sind, hat W. Berkefeld in Celle Kieselguhr mit gutem Erfolg als Material benutzt. Es ist ihm gelungen, aus Kieselguhr Cylinder herzustellen, sowohl dichte und feste vom Volumgewicht 0,9 als auch solche von lockerem Gefüge und dem Volumgewicht 0,72, welche im Stande sind, dauernd eine grosse Wassermenge und in kurzer Zeit zu filtriren.

Untersuchungen, die H. Nordtmeyer in Breslau anstellte, ergaben, dass die Filter im Stande sind, sehr bakterienreiches Wasser von allen Bakterien zu befreien. Die Filteroberflächen |120| müssen zeitweise mechanisch gereinigt werden, um den abgesetzten Schlick zu entfernen. Um ein Durchwachsen der zurückgehaltenen Keime zu verhindern, müssen die Filter nach einigen Wochen sterilisirt werden, was einfach dadurch geschieht, dass man sie in Wasser ¾ Stunden kocht.

Die Kieselguhrfilter werden in zwei Grössen hergestellt, nämlich Filtercylinder von 200 mm Länge und 25 mm (gerade wie die aus Porzellan hergestellten Chamberland-Filter) und solche von 260 mm Länge und 50 mm Durchmesser, die alle dicht in ein metallenes Kopfstück eingekittet sind. Das Kopfstück hat ein Rohr mit äusserem Gewinde, auf welches ein Schlauch oder eine Röhre gesetzt wird, um das filtrirte Wasser abzuleiten, weil die zu reinigende Flüssigkeit das Filter stets von aussen nach innen durchdringt, damit durch den in der Leitung herrschenden Druck das Filter fest auf das Kopfstück gepresst werde. (Nach Uhland's technischer Bundschau S. 36.)

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