Titel: Die Stassfurter Kalisalz-Industrie im Jahre 1890.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1892, Band 284/Miszelle 5 (S. 120)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj284/mi284mi05_5

Die Stassfurter Kalisalz-Industrie im Jahre 1890.

G. Borsche macht in der Chemischen Industrie, 1891 Bd. 14 S. 482 folgende Mittheilung:

Die Verhältnisse in der Kaliindustrie im J. 1890 sind so gleichmässig und normal gewesen. dass über die Statistik hinaus wenig zu berichten ist.

Die Preise der Hauptartikel sind unverändert geblieben, die abgeschlossenen Quantitäten im Allgemeinen etwas gestiegen, namentlich die der schwefelsauren Salze.

Es wurden im J. 1890 gefördert zur Verarbeitung auf concentrirte Kalisalze:

810529,9 t Carnallit,
125104,7 t Kainit, Schönit und Sylvinit.

An fertigen Producten wurden durch das Syndicat verkauft:

126552,6 t Chlorkalium (auf 80 Proc. berechnet),
24684,6 t schwefelsaure Salze (schwefelsaures Kali und
schwefelsaure Kalimagnesia).
1833,1 t Kalidüngesalze mit mehr als 20 Proc. rei-
nem Kali.

Die Kainitförderung für landwirthschaftliche Zwecke bezifferte sich auf 305015,2 t, woran die

deutsche Landwirthschaft mit 178031,0 t
Amerika 78655,0 t
das übrige Ausland 48329,2 t

betheiligt waren.

Ausserdem wurden für landwirthschaftliche Zwecke gefordert:

25746,5 t Carnallit,
6347,5 t Kieserit;

der Absatz an Kieserit in Blöcken betrug 32004,8 t.

Die übrigen Stassfurter Producte, Chlormagnesium, Glaubersalz, Bittersalz und Brom bewegten sich bei gleichbleibenden Preisen in den gewohnten Grenzen.

Die neuen Fabrikationen, Salzsäure und Chlorkalk, haben sich zunächst über den vorjährigen Umfang nicht ausgedehnt; auch weitere neue Verfahren sind bisher nicht eingeführt. Die Potaschefabrikation nach dem Magnesiaverfahren befindet sich noch im Versuchsstadium.

Der Convention ist Mitte des Jahres 1891 ein weiteres Werk in Thiede bei Braunschweig beigetreten, so dass die Zahl der Syndicatswerke sich nun auf neun beläuft.

In den letzten Octobertagen ist eins der bedeutendsten Conventionswerke, die Kaliwerke in Westeregeln, von einer schweren Katastrophe heimgesucht worden. Es sind aus dem hängenden Gebirge grosse Wassermassen eingebrochen, die das Werk ersäuft und den Betrieb desselben vorläufig unmöglich gemacht haben. Die mit dem Werke verbundenen Chlorkaliumfabriken erhalten ihr Rohmaterial seit Eintritt der Betriebsstörung von den anderen Conventionswerken.

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