Titel: Pneumatische Beförderung der Faserstoffe von Charles Schnitzler in Philadelphia.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1892, Band 284/Miszelle 1 (S. 190)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj284/mi284mi08_1

Pneumatische Beförderung der Faserstoffe von Charles Schnitzler in Philadelphia.

Ueber ein Verfahren der König Friedrich Augusthütte in Pottschappel, die Säge- und Hobelspäne mittels eines Saugegebläses zu sammeln und wegzuleiten, berichteten wir 1890 275 480. Schnitzler geht, wie Das Deutsche Wollengewerbe Nr. 30 berichtet, noch einen Schritt weiter, indem er die gesammte Bewegung der Textilfasern in Fabrikräumen mittels Luft bewirkt und damit den grossen Zeitaufwand beseitigt, der früher zur Zusammenraffung, Einpackung und Ueberführung des Faserund Spinnmaterials von einem Fabrikraum zum andern erforderlich war. Für gewöhnlich wurde das Fasermaterial – gleichviel ob Seide, Wolle, Baumwolle, Lumpen, Extract, Jute u.s.w., ob trocken oder nicht – zur Wegschaffang in Säcke, Fässer oder Körbe gestopft, in denen es zusammengedrückt und durch einander geschüttelt, oft sogar getreten wird, wobei durch Brechen u.s.w. viel verdorben wurde und verloren ging. Diese umständliche Hantirung sowie die Beschädigung des Spinnmaterials werden gespart durch C. H. Schnitzler's Pneumatic Conveyer, welcher das Material, gleichviel ob trocken oder nass, aus dem Waschraum mittels eines Röhrensystems direct in diejenige Abtheilung, in welcher es gebraucht wird, und dann von einer Abtheilung zur anderen befördert, sowie durch ein System von Behältern sowohl nach den oberen wie nach den unteren Stockwerken je nach Wunsch. Nasser Stapel muss zunächst den Quetscher oder Hydroextractor passiren, dann dem Trichter des Blaserohrs oder Ventils und dann dem Trockenraum oder Trockenapparat überliefert werden. Durch Schliessen der Ventile für alle anderen Abtheilungen bis auf die eine, in welcher das Material verlangt wird, kann der Werkführer dieses jedem einzelnen Behälter zuführen. Da hierbei nichts von dem Fasermaterial in den Behältern zurück noch an den Ventilen hängen bleibt, so ist keine Gefahr vorhanden, den Stapel zu vermischen. Dieses System spart im Gebrauch 25 Proc. der Handarbeit und befördert in 1 Minute 100 bis 150 Pfd. Material. Ausserdem kann das Material im Waschraum bleiben, bis es in einer bestimmten Abtheilung verlangt wird. Die Erfindung hat sich bereits in vielen Spinnereien, Färbereien, Papiermühlen eingeführt.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: