Titel: Elektrolytische Goldscheidung nach Moebius.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1892, Band 284/Miszelle 6 (S. 191)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj284/mi284mi08_6

Elektrolytische Goldscheidung nach Moebius.

Ueber eine elektrolytische Goldscheideanlage zu Pinos Altos, Chihuahara, berichtet G. W. Maynard. Dieselbe besitzt eine Leistungsfähigkeit von 100 bis 125 k in der Stunde. Die Anlage besteht aus einem Kasten von 3,6 m Länge, 0,6 m Breite und 0,5 m Tiefe, welcher in 7 Zellen getheilt und mittels Gummi gedichtet ist. In jeder Zelle befinden sich 4 Kathoden von Feinsilber und 6 Anoden von dem zu scheidenden güldischen Silber, letztere von Säcken umgeben, welche die bei der Lösung des Silbers abfallenden und zurückbleibenden Metalle, Gold, die Platinmetalle, Antimon, Blei (als Superoxyd) u.s.w. aufnehmen. Das sich baumförmig ausscheidende Silber wird durch ununterbrochen bewegte Bürsten und Abkratzer von den Kathoden entfernt, was für den Erfolg der Arbeit unumgänglich ist. Der gesammte Inhalt der Zellen, mit Ausnahme der Flüssigkeit, kann mittels eines Flaschenzuges gehoben werden, wodurch die Reinigung wesentlich erleichtert wird. Als Elektrolyt dient eine mit Salpetersäure angesäuerte Lösung von Kupfer- und Silbernitrat. Das Kupfer der Anoden geht in Lösung, wird aber nicht mitgefällt und reichert sich daher in dem Elektrolyten an, welcher deshalb von Zeit zu Zeit erneuert werden muss. Die verbrauchte Lösung kann regenerirt werden, doch hat es sich zu Pinos Altos zweckmässiger gezeigt, sie bei der Amalgamation zu verwenden. Der Process arbeitet sehr befriedigend, da keine Metall- und Säureverluste vorkommen, keine nachtheiligen Gase auftreten, wenig Arbeitslöhne und geringe Maschinenkraft erforderlich sind. Das gewonnene Silber hat nach dem Umschmelzen einen Feingehalt von 999 bis 1000 Tausendtheile. Das Gold wird durch Umschmelzen von Blei und anderen Unreinigkeiten befreit. Der elektrische Strom hat 170 Ampère Stärke und ungefähr 8 Volt Spannung.

Die Kosten der Betriebsanlagen sind massig; die Kathoden haben einen Silberwerth von etwa 4000 M., die ganze Anlage einschliesslich der Kathoden einen solchen von rund 25000 M. – In Anwendung kam der Moebius-Process zuerst in Kansas City; wird ferner in Pittsburg ausgeführt und kommt zu St. Louis nächstens in Betrieb. (Nach Eng. and Mining Journal, 1891 51 556, durch Chemiker-Zeitung; Repertorium, 1891 Bd. 15 S. 204.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: