Titel: Gusseiserne Werkzeuge zur Metallbearbeitung von Oberlin Smith.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1892, Band 284/Miszelle 3 (S. 263)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj284/mi284mi11_3

Gusseiserne Werkzeuge zur Metallbearbeitung von Oberlin Smith.

Der Gebrauch von gusseisernen Werkzeugen mit gehärteten Schneiden zum Drehen, Hobeln, Bohren u.s.w. ist, soviel bekannt, in den Vereinigten Staaten und vielleicht in England nicht sehr verbreitet und in anderen europäischen Ländern noch weniger. In der Union hat die Pennsylvania-Eisenbahn diese Sache zu Altona in die Hand genommen und benutzt derlei Werkzeuge seit mehr als zwei Jahrzehnten; andere Werkstätten sind dann gefolgt.

Man fertigt diese Werkzeuge mit denselben Formen wie die gewöhnlichen schmiedeeisernen; nur muss der Schaft etwas stärker ausfallen, während die Grösse und Form der Schneide sich gleich bleiben.

Im Allgemeinen kann man mit diesen Werkzeugen etwas tiefere Schnitte und diese möglicherweise auch etwas rascher ausführen als mit schmiedeeisernen, da eine Gefahr, die Härte durch die Reibungswärme zu verringern, hier nicht vorliegt.

Erfahrungsmässig sind diese billigen Werkzeuge im Ganzen bei der Vorbearbeitung den stählernen vorzuziehen, während sie sich zum Fertigstellen der Arbeitstücke nicht eignen. Das liegt darin, dass die Schneide nicht eben und fein bleiben will, sondern dünne Splitter längs derselben sich ablösen, so dass eine ebene Fläche nicht zu erhalten ist. Dies erscheint besonders, wenn die bearbeitete Fläche, wie bei Zahnrädern, keine zusammenhängende ist.

Dass aber diese Werkzeuge bei der Grobbearbeitung von Schmiedeeisen, Stahlguss, Gusseisen und Bronze vorzuziehen sind, beweist deutlich, dass Accordarbeiter sie den Stahlwerkzeugen vorziehen. Die, wenn auch kurze Erfahrung Smith's bestätigt dies vollständig. Die Darstellung dieser Werkzeuge ist sehr einfach. Sie können natürlich nicht reparirt werden, sondern müssen, wenn sie unbrauchbar geworden sind, eingeschmolzen werden. Das Schleifen derselben hat auf Schmirgelscheiben, nicht auf Steinen zu erfolgen. Das Umschmelzen ist so billig, dass die Anschaffungs- und Unterhaltungskosten diejenigen der Stahlwerkzeuge bedeutend zurücklassen. Als bestes Material gilt bisher dasjenige für Eisenbahnräder, und besondere Sorgfalt beim Giessen ist unnöthig. Die Pennsylvania-Gesellschaft verwendet für ihre Räder, also auch für diese Werkzeuge folgendes Roheisengemenge:


Eisensorten
Erblasen
mit

Proc.
Analysen
C Si P S Mn
Greenwood Holzkohle 5 3,61 0,74 0,43 0,41
Lime-Rock 10 3,60 0,98 0,33 0,85
Richmond 5 3,52 0,92 0,28 1,09
Shelby 5 3,61 0,70 0,46 0,23
Ravens Cliff 5 3,89 0,50 0,16 0,27
Glendon Anthracit 10 3,65 1,23 0,64 0,03 0,41
Stahlschienen 5 0,40 0,03 0,09 0,03 0,85
Alte Räder 55 3,50 0,75 0,42 0,08 0,52

Aus Jern-Kont. Ann., 1891 S. 194, nach Berg- und Hüttenmännische Zeitung, Nr. 17 S. 92.

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