Titel: Ph. H. Holmes' Neuerungen an Kohlenstiften für elektrische Zwecke.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1892, Band 284/Miszelle 6 (S. 264)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj284/mi284mi11_6

Ph. H. Holmes' Neuerungen an Kohlenstiften für elektrische Zwecke.

Kohlenstifte für elektrische Zwecke, z.B. für Bogenlampen oder für Bürsten von Dynamomaschinen oder Elektromotoren, welche nicht so rasch wie die gewöhnlichen abgenutzt werden, erzeugt Philip Henry Holmes, Maschineningenieur zu Gardiner, Grafschaft Kennebec, Staat Maine, Nordamerika, nach seinem österreichisch-ungarischen Patent vom 31. September 1891 in folgender Weise:

Der Kohlenstift für Bogenlicht wird im Wesentlichen aus Graphit in fein vertheiltem Zustand hergestellt, welcher durch Druck in die erforderliche Form gebracht, und dann mit einem Bindemittel, einem trocknenden Oel z.B. behandelt wird, welches bewirkt, dass die Graphittheilchen an einander haften und, um ihn gegen die mehr oder weniger derbe Behandlung, welcher er ausgesetzt ist, widerstandsfähiger zu machen, vermengt man mit dem Graphit eine hinreichende Menge fein vertheilter Faser, wie zerkleinerte Holzfaser, um ihm die gewünschte Festigkeit zu geben. Das Verhältniss von Faser und Graphit kann sich je nach Umständen ändern; der Erfinder zieht es aber vor, so viel Graphit als möglich im Stift zu benutzen und zwar bedeutend mehr als von den anderen Bestandtheilen; er hat mit Stiften, bei welchen das Verhältniss von Graphit zu Faser von vier zu eins bis fünfunddreissig zu eins betrug, gute Erfolge erzielt. Solche Kohlenstifte für Bogenlampen nach vorliegender Erfindung besitzen nicht nur eine beträchtlich längere Brenndauer als aus gewöhnlicher Gaskohle hergestellte, sondern sie geben auch ein besseres Licht.

Für Stromsammlerbürsten wird eine Mischung von Graphit und Faser benutzt, die durch ein geeignetes Bindemittel, am besten ein trocknendes Oel, mit einander verbunden sind. Eine solche Bürste ist nicht nur ein guter Leiter, sondern verringert auch die Reibung zwischen Bürste und Stromsammler. Es wird daher die Bürste nicht so schnell abgenutzt, wie aus Metall oder Kohle in der gewöhnlichen Weise hergestellte Bürsten. Zugleich wird die Funkenbildung verhindert.

Der Stift oder die Bürste kann auch aus Graphit mit einem geeigneten Oel als Bindemittel hergestellt werden, oder es kann der Graphit mit Faser verbunden werden. Den Kohlenstiften für Bogenlichter und den Bürsten gibt man zweckmässig durch Elektrolyse oder in anderer Weise einen Ueberzug von Kupfer, oder anderem leitenden Metall, welcher die Bürsten und den Stift nicht nur verstärkt, sondern auch die Leitungsfähigkeit erhöht.

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